A Plague Tale: Requiem | Test

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A Plague Tale geht in die zweite Runde. Requiem erzählt die Story weiter und entführt die Spieler auf eine unglaubliche Reise durch detaillierte Landschaften, packendes Gameplay und einer dichten Atmosphäre!

Auch wenn es eigentlich nur eine Frage der Zeit war, dass der Überraschungshit A Plague Tale: Innocence aus dem Jahr 2019 vom Asobo Studio, einen Nachfolger bekommt, hatte ich diese nicht so früh auf dem Schirm. Weiter, größer, schöner ist jetzt die Devise von A Plague Tale: Requiem, dem direkten Nachfolger, der auch von der Story her quasi direkt an seinen Vorgänger anschließt, und ein erweitertes Gameplay und nochmal schönere Optik bietet, ohne das Herz des Erstlings zu vergessen. Eine Reise zweier Geschwister, die in Frankreich mehrfach in einer packenden, emotionalen Geschichte erzählt wird, lädt die Spieler zum Staunen ein. Warum? Das lest ihr im Test!

A Plague Tale: Requiem - Test

Begib dich auf eine emotionale Reise in eine barbarische Welt und erfahre, was es kostet, deine Liebsten zu retten.

VON PEST, RATTEN UND MÖRDERN

Auch wenn ich versuch es gering zu halten, sind Spoiler zum Vorgänger vorprogrammiert und unausweichlich!

Amicia und ihr kleiner Bruder haben nach den höllischen Abenteuern des ersten Teils endlich eine Auszeit. Mit ihrer Mutter und dem Alchemisten-Jungen Lucas versucht man sich nun in einer Stadt ein angenehmes Leben zu verschaffen, doch bald holt sie die Vergangenheit ein. Der kleine Hugo kämpft erneut gegen seine Krankheit, die man im Vorgänger zugleich als Fluch und Segen erleben konnte, denn ohne seine damit einhergehenden Fähigkeiten wäre das Geschwisterpaar bereits Tod. Mit seiner sogenannten Macula kommen aber weitere Schwierigkeiten zum Tragen.

In dieser pestverseuchten Zeit wütet der „Biss“ und Ratten, die sich wie die Zombiemassen in World War Z bewegen und alles zu Tode nagen, was nicht im Schein eines Feuers steht, sind nur ein paar der Schwierigkeiten, die Amicia und ihre Familie und Freunde im Verlauf dieser intensiven Geschichte zu Gesicht bekommen. Plünderer, mordende Soldaten, Kirchenanhänger und allerlei Gesocks muss bekämpft und umgangen werden. Warum dem so ist, will ich gar nicht zu genau erzählen, denn die Geschichte um die Geschwister ist das absolute Highlight des Spiels. Zunächst muss sich die junge Dame nach eine Zwischenfall, bei dem sie zu äußersten Mitteln greifen musste, aber ohne Hugo auf den Weg machen, um seine Krankheit mit Hilfe eines Heilers in den Griff zu bekommen, doch die echten Schwierigkeiten kommen erst danach…

SCHLEICHEN ODER KÄMPFEN?

Zwar muss sich der zweite Teil nun noch mehr als sein Vorgänger die Vergleiche mit The Last Of Us und Uncharted gefallen lassen, aber seien wir ehrlich: Es gibt weit schlimmere Vergleiche. Amicia ist meist mit ihrem kleinen Bruder Hugo unterwegs und versucht auch die meisten Konfrontationen zu umgehen. Dafür eigenen sich in dem meist recht gemächlichen Action-Adventure Felder und Büsche, um geduckt den Feinden zu entgehen, aber auch das Verstecken unter Tischen oder anderen Ecken hilft. Steht mal ein Soldat im Weg, gibt es je nach Situation die Möglichkeit diesen mit der Schleuder, Steinen oder Töpfen abzulenken, sodass dieser sich einem Geräusch widmet, aber auch die Ratten können in dunklen Räumen und in der Nacht zur Waffe werden.

Amicia kann Wachen später nämlich in die Rattenhorden schupsen, ihnen mit alchemistischer Unterstützung die Fackeln auspusten, damit die Nager über sie herfallen können und später sogar Pheromon-Köder herstellen. Im Verlauf verliert das Mädel aber dann gerne auch mal die Contenance und nutzt ihre Schleuder um Gegner die Birne wegzupusten. Da nutzt aber bei Rittern mit Helmen und Schilden freilich wenig, weshalb erneut die Alchemie-Künste, die uns Lucas im Verlauf der Geschichte beibringt, zum Zuge kommen. Mit Schwefel und Alkohol baut man beispielsweise Feuerbomben, um die Ratten fern zu halten und mit Salpeter löscht man selbige, damit das Gevieh in andere Ecken entfleucht oder eben Gegner tötet. Dazu kommen im Verlauf noch weitere Rezepte, die man mit eingesammelten Materialien jederzeit zusammenbasteln kann.

Apropos Basteln: An Werkbänken kann die Protagonistin im Verlauf ihre Schleuder, die actionreichere Armbrust und diverse Taschen aufwerten. Ihre eigenen Skills verbessern sich je nach Spielweise. Schleicht man viel, gibt es diverse passive Fähigkeiten, damit man sich schneller bewegt oder leiser ist, stürzt man sich mehr in den Kampf, wird Amicia darin mit der Zeit besser. Der Kampf ist aber trotzdem oft der letzte Ausweg, da viele Gegner sich nicht ohne bestimmte Umstände töten lassen. Zur Not kann aber immer mal wieder ein Einwegmesser eingesammelt werden.

Lucas oder Hugo kann man im Verlauf dann auch immer mal wieder Aufgaben geben, wie einen Schalter zu betätigen oder sich bei einem der zahlreichen Rätsel zu beteiligen. Leider sind die Rätsel oft nicht sonderlich schwer und wenn es doch mal etwas knackiger wird, vergeht meist keine Minute, bis Lucas wieder klugscheißt und erklärt, wie das Rätsel funktioniert. Dafür ist es auch immer wieder ein Nervenkitzel, wenn man nicht nur auf sich selbst, sondern eben auch auf die wehrlosen Begleiter aufpassen muss.

ENTDECKEN UND STAUNEN

A Plague Tale: Innocence lebte von netter Optik, düsterer und intensiver Atmosphäre, aber eben vorrangig von der Story. Nun, da das Gameplay aufgepeppt wurde und es auch viel mehr Action-Szenen gibt, hat man auch optisch nachgebessert und so entdeckt man in Frankreich wunderschöne Burgen, Städte und Landschaften, die Naughty Dog nicht hätte besser für Uncharted entwerfen können. Zwar sind die Gebiete schlauchig und nur wenige Abzweigungen sind möglich, um Collecitbles zu finden, doch die Welt wirkt durch ihre natürlichen Barrieren überraschend offen und weitläufig.

Auch die Menschen auf Märkten oder in den Städten wirken meist recht greifbar, wenn auch die Gesichter oft etwas starr wirken. Aber man bleibt gerade bei höher gelegenen Positionen einfach mal gern stehen, um sich umzusehen und die Atmosphäre zu genießen. Dazu kommt eine gelungene Vertonung auf Englisch (die deutschen Sprachausgabe ist aber auch zumindest solide), passende Musik und gelungene Action-Szenen in denen mal Felder Brennen, mal Gebäude einstürzen oder auch mal wieder Ratten aus allen Öffnungen strömen oder auch mal Fluchtsequenzen, wo das alles zusammen ziemlich furios präsentiert wird.

Angebot A Plague Tale: Requiem (PlayStation 5)
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FAZIT

PRO

  • Unglaublich packende Geschichte
  • Wunderschön detaillierte Umgebungen
  • Lebendiges Drumherum
  • Passender Mix aus Stealth und Action
  • Sehr gute Synchro (Englisch) – Deutsch solide
  • Liebenswerte Charaktere
  • Alchemie/Craft System sorgt für Erkundungstrieb und macht Laune

KONTRA

  • Hier und da Framerate-Einbrüche
  • Rätsel zu leicht bzw. zu viele Hilfen
  • Gegen Ende etwas repetitives Gameplay
  • Gesichter etwas starr
9.1

Must Have

Gameplay - 8.5
Grafik - 9.5
Sound - 8.8
Inhalt - 9
Atmosphäre - 9.5
Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.

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