Anno 1800 | Test

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Anno 1800 sorgt mit prächtiger Darstellung und enormer Spieltiefe für viele Stunden Aufbau-Unterhaltung und verdient den Titel “bestes Anno aller Zeiten”!

Anno 1800 tritt mit einem Mix aus Innovation und der konsequenten Entwicklung aus den Vorgängern an, um uns für viele Stunden vor dem Bildschirm zu erfreuen und sich den Titel bestes Aufbauspiel aller Zeiten zu holen. Ob dies gelingt und was Anno 1800 sonst noch so unter der Haube hat, lest ihr jetzt!

Anno 1800: Test

Forderndes Aufbauspiel trifft auf grandiose Optik, was will man mehr?

 

Auf der Einsamen Insel

Beinahe gebetsmühlenartig lautet das Credo aller Anno-Spiele (auch in der fernen Zukunft) auf einem (beinahe) unberührten Flecken mit dem notwendigsten anzufangen und durch Aufbau und Expansion große Städte, Handwerk und Landwirtschaft zu etablieren. Die wachsenden Bedürfnisse seiner Untertanen zu erfüllen und wenn notwendig auch Krieg zu führen. Auch Anno 1800 folgt diesem Schema, jedoch war die Entwicklung und das Gewusel noch nie so schön anzusehen wie im aktuellen Teil. Obwohl die Anforderungen an die Grafikkarte eigentlich moderat sind, erfreuen wir uns an den vielen Details und der Lebendigkeit des Szenarios.

Zu Beginn der Kampagne sehen wir anhand der Nachbarinseln schon wie schön das Spiel in einer fortgeschrittenen Ausbaustufe sein kann, auch wenn bis dahin noch einige Spielstunden vor uns liegen. Ob aus “einige” dann vielleicht “unzählige” werden dürfen wir natürlich selbst ein bisschen beeinflussen, die Anno-Reihe steht bekanntlich eher nicht für das kurze Spielchen zwischendurch. Doch die investierte Zeit lohnt sich, denn Anno 1800 hat so viel mehr als nur eine grandiose Optik zu bieten.

 

Auf der Einsamen Insel

Anno 1800 bleibt dem gewohnten System treu, lässt uns mit einfachen Bauern anfangen und die zum Start bescheidenen Bedürfnisse sind bald erfüllt. Mit Arbeitern als nächste Bevölkerungsstufe haben wir schon deutlich mehr Arbeit um alle zufrieden zu stellen. In den Vorgängern ging das noch sehr simpel von statten, doch Anno 1800 bietet hier mit fortschreitender Bevölkerungsentwicklung und den damit verbundenen Warenketten eine enorme Komplexität, die nicht nur eine Ausdehnung auf unterschiedliche Inseln sondern sogar in andere Regionen erfordert (mehr dazu später).

Mit dem Konzept der Arbeitskräfte zieht in Anno 1800 ein neuer Mechanismus ein, der klar macht dass eine Insel mit Feldern, Bergwerken und Viehzucht nicht ausschließlich mit Aristrokraten (ich hoffe ihr verzeiht die historische Anno-Anlehnung) betrieben werden kann. Jeder produzierende Betrieb erfordert Arbeiter einer gewissen Bevölkerungsstufe. Sind die nicht verfügbar, läuft die Produktion entweder schlecht oder gar nicht und wie ihr euch das vorstellen könnt, hat das natürlich gravierende Folgen. Denn nur eine funktionierende Produktionskette gewährt einen Aufschwung unserer Zivilisation, ansonsten finden wir uns schneller in der Gosse als uns lieb ist.

Aye aye, Captain!

Wie vorhin erwähnt, steht uns nicht nur eine Karte zur Verfügung, sondern je nachdem wie wir unsere Expeditionen führen auch noch weitere. Dazu wurde auch schon ein entsprechender DLC angekündigt. Wir dürfen lt. Ankündigung noch 2019 in die Arktis aufbrechen, auf Schatzsuche gehen und einen Botanischen Garten errichten der wie der Zoo und das Museum in Modulen aufgebaut wird. Im Rahmen von sogenannten Expeditionen schicken wir ein Schiff mit abgestimmter Fracht auf Reisen um besondere Gegenstände für das Museum oder Tiere für den Zoo zu finden. Manchmal finden wir auch den einen oder anderen Spezialisten für den Einsatz in unseren Schiffen, Gewerkschaftshäusern, Rathäusern oder Hafenmeistereien. Leider verliert das damit verbundene Text-Adventure nach einigen Wiederholungen an Reiz, aber die Idee an und für sich gefällt uns. Aber Vorsicht, es kann bei den Entscheidungen im Verlauf der Expedition auch passieren dass etwas schief läuft und ein Spezialist oder gar die ganze Expedition samt Schiff dahin ist.

 

Nachts im Museum, steppt der Tanzbär

Ein weiteres interessantes Feature sind der Zoo und das Museum. Mit dem neu eingeführten Attraktivitäts System für die ganze Insel lassen sich die negativen Einflüsse der Industrie mit gewissen Kulturelementen wieder wettmachen. Wobei hier der Zoo und das Museum ein besonderes Schmankerl für die “Schönbauer” ist, denn diese beiden Gebäude bestehen aus einem Haupthaus und Ausstellungsräumen bzw Gehegen die ähnlich platziert werden wie zB die Weideplätze bei Tierfarmen. Dort können dann Tiere bzw besondere Fundstücke ausgestellt werden und das erhöht die Attraktivität der Insel und das Wohlbefinden der Bevölkerung. Wird der Pöbel ordentlich bespaßt, sieht er über das eine oder andere Problemchen hinweg.

Diplomatico

Bereits in der Kampagne hat man mit mehreren KI Mitspielern zu tun, die uns im wesentlichen nie wirklich in de Quere kamen. Richtig brauchbar sind diese Mitspieler eigentlich nur mit einem Handelsvertrag, der ist aber gar nicht so leicht zu bekommen. Im Diplomatie-Menü kann man den Mitspielern Geschenke machen oder Honig ums Maul schmieren sowie Frieden/Krieg aushandeln, Waffenstillstände oder Allianzen. Dazu ist immer ein gewisses Maß an “Zuneigung” erforderlich. Manche sind aber wirklich schwer rumzukriegen und es erfordert meist auch einen ordentlichen Batzen Geld. Das ganze ist jedoch mit einem kürzlich erschienen Patch nachgebessert worden, trotzdem noch immer etwas mühsam.

 

Weitere erwähnenswerte Features die wir kurz erwähnen möchten:

  • Blueprint Modus der uns erlaubt die Gebäude zu platzieren ohne sie zu bauen, hilft enorm bei der optimalen Ausnutzung der Platzverhältnisse
  • Warenproduktion skalierbar von 50% bis 150%
  • Gebäude können kostenlos verschoben werden; man muss seine Fabrik also nicht abreißen nur weil sie versehentlich um 2 Felder zu weit links platziert wurde
  • Beteiligungen für Inseln möglich, um dem Gegner seine Insel praktisch abzukaufen
  • Online Multiplayer für bis zu 4 Spieler
  • Angekündigter Koop Modus um gemeinsam eine Fraktion zu spielen

Als letzten Punkt möchten wir noch die Eisenbahn ansprechen, die zwar richtig schön anzusehen ist, aber wir hätten uns mehr Einsatzmöglichkeiten gewünscht als nur den Öltransport von den Bohrtürmen zum Hafen und den Kraftwerken.

Die Anno Serie meldet sich zurück – endlich! Das lange Warten hat sich aber definitiv gelohnt, denn Anno 1800 bietet ein beeindruckendes Gesamtpaket und hat es ohne Zweifel an die Spitze der Anno-Reihe geschafft. Dank der außerordentlichen Präsentation und den abwechslungsreichen Gameplay-Elementen sorgt Anno 1800 für viele Stunden Spielspaß mit hoher Langzeitmotivation und das komplexe Zusammenspiel aller Warenketten und Bedürfnisse lädt zum eifrigen Tüfteln ein. Klare Kaufempfehlung!

PRO

  • Beeindruckende Grafik
  • Atmosphärische Musikuntermalung
  • Spieltiefe
  • Langzeit-Motivation
  • Neue Konzepte in der Serie

KONTRA

  • Diplomatie etwas holprig
  • DLCs für Zusatzinhalte schon beim Release angeboten
9.1

Must Have

Gameplay - 9
Grafik - 9.4
Sound - 9.1
Inhalt - 9.1
Atmosphäre - 9
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen 😉

5
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Thomas
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Manuel Schmidt
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Oh man, mich reizt dieses Spiel wirklich, schon wegen der Grafik, nur habe ich für solche Sachen keine Geduld! Bin echt kein guter Manager, bei mir geht meistens alles in den …. 🙂

GodGamer
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Du solltest das echt mal probieren! Für mich ein Must Have!