Heutzutage wird von unseren PC-Systemen einiges abverlangt, das steht außer Frage. Die Spiele werden immer Hardware-hungriger, doch auch Videoschnitt- Grafik- und Office Programme können den PC schnell ans Limit bringen. Mit steigender Hardwareleistung klettern auch die restlichen Anforderungen eines Systems in die Höhe. Ein relevanter Punkt ist dabei die Kühlung! Denn gut gekühlte Komponenten performen nicht nur besser, sie halten auch erfahrungsgemäß etwas länger, da sie weniger beansprucht werden. In unserem Test zum Pure Base 500 PC Gehäuse, haben wir bereits sehr gute Erfahrungen in Puncto Kühlleistung sammeln können, doch wir sind der Meinung, es geht noch besser. Aus diesem Grund haben wir uns an den österreichischen Lüfterspezialisten Noctua gewandt und wurden kurzerhand mit dem Premium Lüfter NF-A14 PWM versorgt. Kühlt ein Premium Lüfter (ca. 20€/Stück) wirklich besser als ein vergleichbarer low budget Lüfter? Dieser Frage möchten wir im folgenden Test auf den Grund gehen.
[perfectpullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=“#f84103″ class=““ size=““]Der Steinkauz unter den Hardware-Herstellern[/perfectpullquote]
Noctua ist ein österreichischer Computerhardware-Hersteller von CPU-Kühlern und Computerlüftern, die hauptsächlich für Enthusiasten bestimmt sind. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet und ist ein Joint Venture zwischen der österreichischen Firma Rascom Computer Distribution GmbH und der taiwanesischen Kolink International Corporation.
Der Name „Noctua“ bezieht sich auf den wissenschaftlichen Namen des Steinkauzes, Athene noctua (daher die Eule im Firmenlogo), der in der griechischen Mythologie für Intelligenz und Weisheit steht und für seinen lautlosen Flug und den effektiven, sparsamen Einsatz seiner Kräfte und den präzisen Angriff bekannt ist.
[perfectpullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=“#f84103″ class=““ size=““]Leistung trifft auf klassisches Design[/perfectpullquote]
Der NF-A14 ist ein Premium-Lüfter mit quadratischem Rahmen und 140 mm Montagelöchern (124,5mm Lochabstand). Beim Design bleibt Noctua seiner Linie treu und verpasst auch dem NF-A14 die klassische Farbgebung (Braun und Beige) sowie die bekannte gummiartige Kabelummantelung. Im Lieferumfang sind ein Low-Noise-Adapter, PWM-Y-Kabel, 4-Pin-Molex-Adapter, Kabelverlängerungen und Schrauben enthalten.Durch die quadratische Form eignet sich der Lüfter perfekt für den Einsatz auf 140 mm Wasserkühlungs-Radiatoren, wo er eine vollständige Abdeckung der Kühlrippen und somit beste Druckleistung garantiert. Doch auch als Gehäuselüfter macht der NF-A14 eine richtig gute Figur. Das liegt unter anderem an den mit extra-weichem Silikon gefertigten Anti-Vibrations Pads, die selbst minimale Vibrationen absorbieren. Für besondere Fälle legt der Hersteller noch zusätzliche Entkoppelungsstifte dem Lieferumfang bei.
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Angesteuert wird der NF-A14 über eine PVM Regelung. Dabei greifen die Entwickler auf den neuen, eigens designten NE-FD1 Chip zurück. Dieser neue PWM IC integriert Noctuas Smooth Commutation Drive (SCD) Technologie, die PWM-Schaltgeräusche minimiert und den Lüfter so bei niedrigen Drehzahlen noch leiser macht. Apropos niedrige Drehzahlen. Der Noctua NF-A14 unterstützt Drehzahlen von 300 bis 1500 RPM und kann sogar komplett zum Stillstand gebracht werden, indem er vom Mainboard mit einem PWM-Tastverhältnis (Duty Cycle) angesteuert wird. Somit kann der PC unter sehr geringen Lasten, nahezu geräuschlos betrieben werden. Für die nötige Haltbarkeit sorgt die zweite Generation von Noctuas bewährtem SSO-Lagersystem – das SSO2.
Für die nötige Luftmenge unter Last sorgt der Impeller, welcher durch Flow Acceleration Channels (Durch die Beschleunigung des Luftstroms in den kritischen äußeren Regionen der Lüfterblätter werden saugseitige Wirbelablösungen verringert, was zu einer höheren Effizienz und einer niedrigeren turbulenzbedingten Lärmemission führt.) die Geräuschkulisse reduziert. Nebenbei erhöht das Stepped Inlet Design die Saugkapazität des Lüfters. Klasse!
[perfectpullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=“#f84103″ class=““ size=““]Technische Daten[/perfectpullquote]
NF-A14-PVM | Lüfter-Spezifikationen |
---|---|
Format | 140x140x25 mm |
Lochabstand | 124,5x124,5 mm |
Anschluss & Pin-Konfiguration | 4-Pin PWM |
Kabellänge | 20cm + 30cm NA-EC1 Verlängerungskabel |
Lagertyp | SSO2 |
Blattgeometrie | A-Serie mit Flow Acceleration Channels |
Rahmentechnologie | AAO (Advanced Acoustic Optimisation) |
Umdrehungsgeschw. (+/-10%) | 1500 RPM |
Umdrehungsgeschw. mit L.N.A. (+/-10%) | 1200 RPM |
Min. Umdrehungsgeschw. (PWM, +/-20%) | 300 RPM |
Volumenstrom | 140,2 m³/h |
Volumenstrom mit L.N.A. | 115,5 m³/h |
Geräuschentwicklung | 24,6 dB(A) |
Geräuschentwicklung mit L.N.A. | 19,2 dB(A) |
Statischer Druck | 2,08 mm H₂O |
Statischer Druck mit L.N.A. | 1,51 mm H₂O |
Max. Leistungsaufnahme | 1,56 W |
Max. Stromstärke | 0,13 A |
Betriebsspannung | 12 V |
MTTF | > 150.000 h |
Garantie | 6 Jahre |
[perfectpullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=“#f84103″ class=““ size=““]Montage, Lautstärke und Co.[/perfectpullquote]
Die erste Montage erfolgt wie bei sämtlichen anderen Lüftern mit etwas Kraftaufwand, da quasi die Gewinde mit den Schrauben in die dafür vorgesehenen Löchern geschnitten werden. Der Lochabstand ist sehr präzise und der Lüfter passt an den dafür vorgesehenen Plätzen wie die Faust aufs Auge. Dank des kurzen ummantelten 4pin Anschlusskabels sind diverse Kabelsalate Geschichte. Für “weit” entfernte Mainboard-Anschlüsse kommt das 30cm lange Verlängerungskabel zum Einsatz. Wer nur eine geringe Anzahl an SysFan-Anschlüssen zur Verfügung hat, der kann mit dem YPVM Kabel 2 Lüfter koppeln. Wer besonderen Wert auf Geräuschreduzierung legt und nebenbei kein Hardcore-Gamer ist, der kann mit dem mitgelieferten Low-Noise Adapter, die Maximalgeschwindigkeit von 1500 auf 1200rpm reduzieren.
Für unseren Leistungstest haben wir in das be quiet! Pure Base 500 Gehäuse, fünf Noctua 140 mm NF-A14 PWM verbaut. Zwei davon in der Front, einen im hinteren Teil und zwei am Deckel des Gehäuses. Sämtliche Lüfter haben wir jeweils auf einen eigenen Anschluss angeschlossen – der Y Adapter kam demnach nicht zum Einsatz. Auch auf den Low-Noise-Adapter haben wir verzichtet, da wir Kühlleistung vor Lautstärke stellen.
Folgendes System kam zum Einsatz:
- MSI MAG Z390 TOMAHAWK
- INTEL Core i7-9600K, 6x 3.70GHz, boxed
- MSI RTX 2070 Super
- BE QUIET! Dark Rock Slim
- CRUCIAL Ballistix Sport (32GB)
- CORSAIR RMx Series RM550x
- WD 500GB M2
Angesteuert wurden die Lüfter von der Software “Argus Monitor” mit eigener Fan-Kurve. Als Referenztemperatur haben wir wie bereits beim Pure Base 500 Test die GTX 2070 Super gewählt.
[perfectpullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=“#f84103″ class=““ size=““]Benchmarks[/perfectpullquote]
Spiel | GPU | Temperatur (Zimmertemp. 23°C) | FPS |
---|---|---|
Counter Strike: Global Offensive | 41°C | 140 (locked) |
Call of Duty: Warzone | 69°C | 140 (locked) |
Post Scriptum | 71°C | 100 (locked) |
Wolcen: Lords of Mayhem | 67°C | 60 (locked) |
Wie wir sehen, ist die Kühlleistung des NF-A14 PWM insgesamt sehr zufriedenstellend. Bei voller Drehzahl wird es zwar etwas lauter, aber das liegt primär an den Strömungsgeräuschen, denn die fünf NF-A14 PWM Lüfter bringen eine ordentliche Menge Luft ins und aus dem Gehäuse. Obwohl die NF-A14 PWM auch bei geringeren Drehzahl nicht komplett geräuschlos sind, übertreffen sie dennoch unsere Erwartungen und lassen einige andere Hersteller bei weitem hinter sich.