Assassin’s Creed: Odyssey | Test

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Ubisoft verbessert das solide Grundgerüst von AC Origins und zaubert uns mit Assassin’s Creed: Odyssey einen weiteren TopHit der Serie auf den Bildschirm!

Was würde ich dafür tun, einmal in die Vergangenheit reisen zu dürfen um dort die Highlights der Geschichte hautnah mitzuerleben?! Ich denke alles… doch dieser Traum bleibt wohl in weiter Ferne. Dennoch kann ich diesen Wunsch nicht komplett zur Seite legen und somit zieht es mich immer wieder zu der Assassin’s Creed Serie, wo ich dank des Animus zumindest virtuell in die Vergangenheit reise. Mal ging es in das Heilige Land, mal nach Italien, mal in die Karibik oder ins alte Ägypten. Die Assassin’s Creed Reihe lässt bei den Handlungsorten wohl keine Wünsche offen, kein Wunder, denn die Serie hat mittlerweile 11 Ableger und 11 Jahre auf dem Buckel. Dennoch kam es letztes Jahr zu einem entscheidenden Richtungswechsel und Ubisoft spendierte uns mit Origins ein Assassin’s Creed, welches mit Rollenspielelementen in unserem Test zu begeistern wusste und konnte sich dadurch den Titel “Bester Teil der Serie” sichern. Ein Jahr später steht nun mit Assassin’s Creed: Odyssey der sehnlichst erwartete Nachfolger in den Regalen und Ubisofts gewaltiges Antikenabenteuer ist größer, schöner und abwechslungsreicher als je zuvor – Warum? Das lest ihr in unserem Test!

Assassins Creed: Odyssey - Test

In Assassin’s Creed: Odyssey schlüpfen wir in die Rolle des Erben des spartanischen König Leonidas I

 

Der Peloponnesische Krieg

In Assassin’s Creed: Odyssey schlüpfen wir in die Rolle des Erben des spartanischen König Leonidas I. Um richtig Bock auf das Spiel zu bekommen, werfen uns die Entwickler zu Beginn des Spiels mitten in den Prolog – einem erbitterten Kampf zwischen Sparta und Persien, wo wir durch unsere Handlungen für den entscheidenden Sieg sorgen. Die Inszenierung, die Rüstungen etc. erinnern dabei immer wieder sehr stark an den Film 300. Moment mal, Spieler oder Spielerin? Richtig gelesen, die Entwickler erlauben uns erstmals die Wahl zwischen einem Protagonisten und einer Protagonistin! Die Story unterscheidet sich zwischen den beiden zwar nicht, dennoch erleben wir immer wieder Situationen, welche dem gewählten Geschlecht angepasst wurden. Klasse!

Story vs. Levelsystem

Hat man den Prolog abgeschlossen, beginnt unsere Reise auf der kleinen Insel Kephallonia. Dort angekommen, erlernen wir durch das erledigen unterschiedlicher Aufgaben nicht nur die Steuerung, sondern verdienen uns auch die ersten Drachmen, die wir in neue Ausrüstung oder Verbesserungen investieren. Doch durch das abschließen der zahlreichen Quest schreiten wir nicht nur mit der Geschichte voran, sondern Leveln zudem auch unseren Charakter, was für den Erfolg unumgänglich ist, denn die Hauptstory führt uns konsequent in unterschiedliche Gebiete Griechenland´s, welche Genretypisch empfohlene Levelbereiche aufweisen! Kurz gesagt, alle Gegner die 2 Level über einem sind, FINGER WEG! (Fordernder Schwierigkeitsgrad vorausgesetzt). Während die rund 40 Stunden dauernde Hauptstory, dank großartiger Wendungen, teils filmreifer Inszenierung und dem grandiosen Leveldesign an allen Ecken und Kanten zu begeistern weiß, vermissen wir diese Qualität bei den zahlreichen Nebenquests. Diese bieten bereits nach wenigen Stunden absolut keine Abwechslung mehr und entwickeln sich relativ schnell zur mühevollen Arbeit, nur um an das nötige Level ranzukommen, welches für die Fortführung der Hauptstory benötigt wird.

Doch ein Spielelement von Odyssey entwickelt sich teilweise zur Geduldsprobe, die Rede ist von den Schlachten um das jeweilige Gebiet. Jedes Gebiet in Odyssey hat einen Herrscher der zunächst einmal von Söldner stark bewacht wird. Durch die Übernahmen von Außenposten, das zerstören von Versorgungsgütern und anderen Tätigkeiten, schwächen wir die Verteidigung des Herrschers und können somit einen Machtkampf anzetteln, welcher auf einem Schlachtfeld ausgetragen wird. Hört sich jetzt nach Mittelerde an, funktioniert zwar ähnlich, aber weit weniger aufregend. Denn die Kämpfe sind monoton, teilweise frustrierend und absolut zeitraubend. Unsere Aufgabe besteht darin, eine gewisse Anzahl an Gegnern zu töten, bis der Herrscher erscheint und gegen uns antritt. Das Problem darin liegt, dass dieser Kampf nicht 1 vs. 1 stattfindet, sondern der gegnerische Feldherr wird immer wieder von seinen Söldnern unterstützt. So weit so gut, durch eine gewisse Übung sollte dies ja kein Problem sein und wir mögen ja grundsätzlich fordernde Spiele, aber bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad macht ein Angriff von Hinten oder von der Seite schon richtig AUA und diese kommen leider immer wieder vor, da die Söldner durch die Kameraführung nicht immer im Bild sind. Von dem abgesehen entwickeln sich diese Schlachten in ein stupides Button-Smashing und ziehen das Spiel nur unnötig in die Länge. Schade…

 

Spaßiges Kampf -und Parkoursystem

… denn ansonsten macht uns das erweiterte Kampfsystem richtig spaß. Die Entwickler spendieren unseren Protagonisten ausrüstbare Fähigkeiten, die wir per Tastenkombi ausführen und per Erfahrungspunkte verbessern können. So machen wir per Tastendruck gleichzeitig mehreren Zielen den Gar aus oder reißen unserem Gegner das Schild aus der Hand um Ihm dann ordentlich eine aufs Maul zu hauen. Klasse, wäre da nicht die KI. Diese wurde zwar im Vergleich zum Vorgänger spürbar verbessert, ist aber leider immer noch eine gewaltige Baustelle. Ein simpler Grasbüschel genügt um wie von Geisterhand für unsere Widersacher als unsichtbar zu erscheinen und das Meucheln ist dadurch immer noch viel zu stark – und warum sind die Wachen immer noch schwerhörig?! Dies macht sich am deutlichsten bemerkbar, wenn man einen Turm rauf klettert, auf dem sich eine Wache befindet. Wir machen beim Klettern Geräusche ohne Ende und können aber trotzdem gefahrlos die Spitze erreichen und den Gegner von hinten töten… hm…

Als Wiedergutmachung sieht das alles aber sehr elegant aus, denn die Animationen der einzelnen Aktionen wirken dynamisch und gehen teilweise auch weit leichter von der Hand als im Vorgänger. Coole Sache!

Neben dem Kampfsystem punktet auch das überarbeitete Parkoursystem. Per simples Halten einer Taste, befehlen wir unserem Protagonisten ob er den Weg nach Oben oder Unten, sprich Häuser oder Felsen rauf- bzw. Runterklettern soll. Das ist zwar nicht neu, funktioniert aber im Vergleich zum Vorgänger besser, da wir nun so gut wie überall Rumklettern dürfen. Apropos Rumklettern, natürlich kommt auch das weltbekannte Erklimmen der höchsten Stellen und das darauf folgende Synchronisieren der Karte auch in Odyssey zum Einsatz. Selbst der Kopfsprung aus gefühlten 100 Metern in ein kleines Häufchen Gras etc. bleibt weiterhin fester Bestandteil der Serie. Für mich verwunderlich, denn auf der einen Seite spendiert man dem Spiel zahlreiche Rollenspiel-Elemente und ein überarbeitetes Parkoursystem und auf der anderen Seite bleibt alles beim Alten. Klar ist das ein bekanntes Markenzeichen, dennoch trübt es für mich die Atmosphäre.Warum nicht mal was neues probieren?

Ein berüchtigter Kapitän

Abseits der “gewohnten” Aufgaben wie Quest oder der Schatzsuche, bietet das virtuelle Griechenland noch weitere Feinheiten. Ein besonderes Schmankerl ist das erweiterte Schiffssystem. Wir steuern Geschwindigkeit und Richtung, befehligen Bogenschützen und Speerwerfer, rammen gegnerische Schiffe und rekrutieren zusätzliche Matrosen in der Spielwelt. Doch sämtliche Aktionen hinterlassen Spuren, genauer gesagt steigt aufgrund unserer “bösen” Taten das auf uns ausgesetzte Kopfgeld.

Ubisoft erweitert das Spiel um ein weiteres Feature, welches teilweise stark auf die Geldbörse drückt oder uns das Leben extrem schwer macht. Denn hat man ein gewisses Kopfgeldlevel erreicht, werden wir von Kopfgeldjägern gejagt. Nun liegt es am Spieler, entweder kauft man sich seinen Kopf frei, oder man killt den Kopfgeldjäger wenn möglich ohne Zeugen. Grundsätzlich ist das eine witzige Idee die auch in den meisten Fällen ordentlich funktioniert, dennoch macht uns gerade dieses System immer wieder mal einen Strich durch die Rechnung. Speziell bei Quest wo wir uns ohne Rücksicht auf Verluste durch die “Trash-Mobs” schlagen, erwecken wir großes Interesse bei den Söldnern. Doch durch die Masse an hingerichteten Gegnern kommt es nicht selten vor, dass die Söldner zu zweit oder sogar zu dritt aufschlagen und wir dadurch genötigt werden unsere Beine in die Hand zu nehmen um das Weite aufzusuchen. Ein Kampf ist in den meisten Fällen zwecklos, da die Söldner stets das gleiche Level oder darüber haben. Keine Frage, die Idee ist gut, aber die Umsetzung ist wie bei den Nebenquests lieblos und nicht ausgereift.

 

Griechenland ist wunderschön

Kommen wir nun zu der größten Stärke von Assassin’s Creed: Odyssey – die Grafik. Speziell auf der Xbox One sieht das Spiel absolut grandios aus. 4K, HDR und das auf unseren OLED…… ohne Worte…. WOW! Seien es die zahlreichen Details, die unglaubliche Weitsicht, die atemberaubenden Licht und Schatteneffekte oder die knalligen Farben, Odyssey spielt sämtliche Stücke und das alles ohne störende Performanceeinbußen. Zwar rücken immer wieder mal kleine Clippingfehler und aufpoppende Texturen ins Bild, aber insgesamt haben die Entwickler in Puncto Technik einen ordentlichen Job abgeliefert, der mich immer noch leicht begeistert 🙂

Assassin’s Creed: Odyssey sorgt für gemischte Gefühle! Auf der einen Seite macht Odyssey scheinbar alles richtig – eine glaubwürdige Open World, eine tolle Hauptstory, erweiterte Rollenspielelementen, ein überarbeitetes Kampfsystem und eine absolut grandiose Optik und Soundkulisse. Auf der anderen Seite schwächelt das Spiel aber mit nervigen Nebenquests, einem nicht durchdachten Kopfgeldsystem und teils frustrierenden Schlachten. Ubisoft erfindet mit Assassin’s Creed: Odyssey das Rad zwar nicht neu, erweitert aber an allen Ecken und Kanten ein bereits solides Origins-Grundgerüst und schafft somit einen Höhepunkt der Reihe. Fans und diese die es werden wollen, kommen wohl an Assassin’s Creed: Odyssey nicht vorbei!

PRO

  • Tolle Hauptstory
  • Flüssige Animationen
  • Grandiose Optik
  • Riesige Open World
  • Zahlreiche Aufgaben
  • Kampfsystem
  • Rollenspiel-Elemente

KONTRA

  • Kopfgeldsystem
  • Gebietsschlachten
  • Teils dumme KI
  • Lieblose Nebenaufgaben
8.8

Grandios

Gameplay - 8.2
Grafik - 9.2
Sound - 9
Inhalt - 8.8
Atmosphäre - 8.9
Das Thema Gaming begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Als Gründer von AustriaGaming habe ich die Möglichkeit mein Hobby zu vertiefen und eine Gaming-Community in Österreich aufzubauen. Neben Steak und Pommes habe ich auch gerne knackige Games auf dem Tablett serviert, die mich bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm fesseln.

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