Battlefield V | Test

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Battlefield V bringt uns dank der bombastischen Atmosphäre den 2. Weltkrieg direkt ins Wohnzimmer und kämpft sich dadurch trotz kleiner Schwächen an die Spitze der Serie!

Am 1. September 1939 begann in Europa mit dem deutschen Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg. Hitler gab den Angriff als Verteidigungsaktion aus und verwies auf den angeblich polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz am Vorabend, den aber die SS inszeniert hatte. Danach ging es Schlag auf Schlag und der 2. Weltkrieg entwickelte sich zum größten militärischen Konflikt in der Geschichte der Menschheit, bei dem direkt oder indirekt mehr als 60 Staaten beteiligt waren. 79 Jahre später kommt der Konflikt zurück, diesmal aber auf unseren heimischen Bildschirmen, denn DICE transportiert uns mit dem neuesten Battlefield Ableger zurück auf die blutigen Schlachtfelder des 2. Weltkrieges. Wer jetzt an Schlachten wie Stalingrad oder den D-Day in der Normandie denkt, wird wohl etwas enttäuscht sein, denn Battlefield V bedient sich eher an unbekannten Geschichten und entführt uns auf eine bombastische Reise unter anderem nach Norwegen, Griechenland und Südfrankreich. Die Entwickler versprechen mit Battlefield V mehr Teamplay, besseres Gameplay und gewaltige Schauplätze und möchten somit zu den Ursprüngen der Serie zurückkehren. Ob diese Rechnung aufgeht, klären wir jetzt.

Battlefield V: Test

In Battlefield V besuchen wir die schönsten aber auch die gefährlichsten Schauplätze des 2. Weltkrieges!

 

Bekanntes Gameplay trifft auf sinnvolle Neuerungen

Eines Vorweg, Battlefield V ist keine Revolution und schon gar kein neues Spiel, denn die bekannten und vor allem bewährten Gameplay-Mechaniken kommen auch im neuesten Ableger wieder zum Einsatz. Wer den Vorgänger – Battlefield 1 gezockt hat, der findet speziell beim generellen Gameplay (Bewegungen, Animationen) sehr schnell zahlreiche Parallelen. Das ist auch gut so, denn das Ganze hat in Battlefield 1 schon sehr ordentlich und flüssig funktioniert. Dennoch gibt es bei Battlefield V eine großartige Neuerung. Es ist nun endlich möglich auch auf den Rücken zu liegen um rückwärts kriechend der Gefahrenzone zu entkommen. Das Beste daran ist, dass sich auch in dieser Stellung die Waffe abfeuern lässt! Für mich ein totaler Gamechanger, da sich dadurch grandiose neue Möglichkeiten im Kampf ergeben.

Doch das war bei weitem noch nicht alles. Die wichtigste und grundlegendste Änderung bekam das wohl bekannteste Battlefield Feature überhaupt. Die Rede ist von dem Spotting-System! Bei den Vorgängern konnte man per simples Spammen der Q-Taste sämtliche Feinde mit einem roten Symbol markieren. Grundsätzlich ein nettes Feature aber meiner Meinung nach viel zu Overpowered, denn die Gegner werden auch markiert, wenn man willkürlich in eine Region reinspottet und diese Markierung verfolgt danach den Gegner und dieser wird dann für sämtliche Teammitglieder sichtbar. Wurde man einmal gespottet, gab es so gut wie kein Entkommen mehr. Doch die Entwickler haben wohl meine Gebete erhört und haben dieses lästige Spotting-System nun endlich geändert. Auslöser für das Spotting bleibt wie gewohnt die Q-Taste, doch nun markiert man nicht mehr direkt den Gegner sondern die Stelle an den wir Ihn gesehen haben. Dies funktioniert aber wirklich nur dann, wenn wir den Gegner auch direkt anvisieren, ansonsten setzen wir nur einen Marker der die Teammates auf irgendetwas aufmerksam machen soll. Doch leider kommt diese Änderung nicht bei allen Fans etc. gut an, denn dies macht das sogenannte Campen wieder möglich. Hat man sich zb. in den Felsen verschanzt wird es für die Widersacher extrem schwierig unsere Position zu entlarven.

 

Doch seien wir uns mal ehrlich, ist Battlefield mal mehr Arcadelastig beschweren sich die Spieler das es zu leicht sei, ist es mal mehr an der Realität wollen es die Spieler wieder Arcadelastig. Grundsätzlich bin ich der Meinung, wer ein Verschanzen als Campen sieht, der sollte wohl besser die Finger von Shootern lassen. Jedem kann man es einfach nicht recht machen. Für mich ist diese Änderung das Highlight von Battlefield V, denn es macht das Spiel nicht nur schwieriger sondern auch weit herausfordernder und ein Überleben über 60 Sekunden ist nun wieder möglich 🙂 Des Weiteren ist man gezwungen sich mit dem Terrain vertraut zu machen und die Richtung der auf uns zischenden Kugeln herauszufinden. Gänzlich ist das Markieren von Gegnern aber nicht gestrichen worden, denn der Sniper kann das weiterhin mit einem Gadget machen. Mit dem überarbeiteten Spotting-System rückt also wieder das direkte Geschehen in den Fokus und nicht die kleine Minimap, welche uns sämtliche Gegner anzeigt. Absolut Grandios!

Eine Klasse, viele Möglichkeiten

Die Battlefield-Reihe bietet seit Jahren unterschiedliche Klassen mit unterschiedlichen Gadgets, Waffen und Aufgaben. Auch Battlefield V macht hier keine Ausnahme und so stehen uns auch im neuesten Teil die bekannten Klassen wie Sturmsoldat, Sanitäter, Versorgungssoldat und Sniper zur Verfügung. Der Sturmsoldat sorgt mit seiner Panzerfaust und C4 für ordentlich Wumms, während sich die Sanis um das Wohlergehen der Mitstreiter kümmern. Alles wie gehabt, doch auch hier findet man eine grundlegende Änderung. Während das Wiederbeleben in den Vorgängern ausschließlich den Medis vorenthalten war, können in BFV nun sämtliche Klassen den Mitstreitern wieder auf die Beine helfen. Der Unterschied liegt aber an der Dauer, welche der Spieler dafür benötigt. Medis machen das relativ flink, alle anderen Klassen brauchen dazu schon etwas Zeit und sind somit ein leichtes Ziel. Neu ist auch, dass jeder einen Verbandskasten oder besser gesagt eine Mullbinde im Inventar hat. Hat man einen Treffer kassiert, verwenden wir diese per Tastendruck bei uns selbst und heilen uns. Doch die Heilwirkung ist eher Bescheiden, wir sind also auf die Medics angewiesen. Ohne erste Hilfe Set können wir uns also nicht mehr hochheilen, auch nicht per Autoheal wenn wir uns stundenlang verstecken, wie das bei den anderen Teilen üblich war. Klasse!

 

Das kann es aber noch nicht gewesen sein, oder? Nein! Denn Battlefield V bietet noch ein weiteres Highlight, nämlich das Bauen von Befestigungen. Per Schraubenschlüssel (welchen jeder im Inventar hat) können wir an bestimmten Punkten, Sandsäcke, Stacheldrahtzäune etc. bauen und uns somit auf den bevorstehenden Angriff vorbereiten. Leider sind die Punkte vordefiniert, mir hätte das freie Platzieren weit besser gefallen, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

Der zusätzliche Fokus auf ein noch engeres Zusammenspiel ist das verbesserte Squad-System. Spielt man in einem Squad kann man durch sämtliche Aktionen, Punkte auf ein Punktekonto sammeln. Dieses Punktekonto gewährt dem Squadleader zugriff auf das Support Menu, mit dem er sich gegen Bezahlung nicht nur Munition abwerfen lassen, sondern auch die V1 – Langstreckenrakete als Luftschlag herbeirufen kann!

Darfs ein Anstrich sein?

Battlefield V bietet bereits zum Start einige Waffen und zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Neben verschiedenen rein optischen Effekten bieten die Waffen auch einige Anpassungen, welche direkt Einfluss auf das Gameplay haben. Per Waffen-Level-System schalten wir diese sukzessive frei. Diese Anpassungen enthalten unter anderem einen reduzierten Rückstoß oder schneller Kugeln, die das Treffen von beweglichen Zielen deutlich erleichtern. Erfrischend hingegen ist aber der Verzicht auf die in Kritik gekommenen Lootboxen. Sämtliche Waffen und Ausrüstungsteile können wir mit der verdienten InGame-Währung kaufen und danach Ausrüsten. Was ist denn aber nun mit den Frauen in Battlefield V? Gute Frage,… Battlefield V lässt uns im Hauptmenü unter Kompanie für jede Klasse den Charakter wählen, hierbei stehen neben zahlreichen männlichen Charakteren auch einige Frauen zur Auswahl. Selbst die Fahrzeuge dürfen wir per Lust und Laune anpassen, diese Funktion kommt aber erst im Dezember mit dem kostenlosen Update “Tides of War”

Apropos Update, Battlefield V soll laufend mit kostenlosen Inhalten erweitert und mit monatlichen Patches weiter optimiert werden. Zwar gibt es in BFV noch weitere Neuerungen, auf diese möchten wir aber an dieser Stelle nicht eingehen, da es sonst den Umfang unseres Tests sprengen würde.

 

Atmosphäre pur!

Habe ich schon erwähnt, dass Battlefield V absolut Weltklasse aussieht, NEIN? Na dann wird’s Zeit! BFV bietet neben einer absolut grandiosen Soundkulisse und einer astreinen Optik auch noch großartige Partikel-Effekte – Laub weht glaubwürdig über den Waldboden, Schnee- und Sandstürme sorgen für eine eingeschränkte Sicht und Funken sprühen von den zerstörten Strommasten. Abgerundet wird diese bombastische Atmosphäre mit einem neuen, absolut motivierenden Spielmodus – die großen Operationen. Das modulare Erlebnis führt Spieler im Rahmen der Operation durch fiktionale “Tage”, die jeweils durch eine Runde auf einer bestimmten Karte und in einem bestimmten Modus repräsentiert werden und so die Geschichte zum Leben erwecken. Wie du, dein Trupp und dein Team an Tag 1 handeln, hat direkten Einfluss auf die Geschichte und den Einstieg in das Gameplay von Tag 2, der dann wiederum Tag 3 beeinflusst und so weiter. Wenn du am ersten Tag gut spielst, hast du beim Kartenwechsel vielleicht ausreichend Munition oder Fahrzeuge. Spielst du schlecht, hast du am nächsten Tag möglicherweise weniger Respawns, Fahrzeuge oder andere Ressourcen.

Keine Frage die Multiplayer-Modis sind schon echt klasse, aber wie sieht es mit dem Singleplayer Modus aus? Hm, das ist definitiv Geschmackssache! Das Storytelling ist zwar sehr emotional aber insgesamt reicht der Modus nicht an dem von BF1 heran. Insgesamt wirkt der Singleplayer Modus mit der verdammt kurzen Spielzeit nicht nur lieblos sondern nur als Mittel zum Zweck! Schade, denn die Jungs können es definitiv besser!

Leider bekommen wir es auch in der Release Version immer wieder mit einigen Grafikbugs zu tun. Clippingfehler, aufploppende Texturen und teils zuckende Leichen gehören zur Tagesordnung und trüben die sonst so gelungene Immersion. Dies stört aber bei dem rasanten Gameplay nur wenig, das größte Manko ist aber die teils sehr schwankende Performance. Egal welches System man hat, das Spiel läuft von Rechner zu Rechner extrem unterschiedlich und ist teilweise nur durch eine User.cfg ordentlich spielbar. Wer unsere User.cfg gerne verwenden möchte, kann diese hier downloaden.

Der 2. Weltkrieg ist zurück, und das so intensiv wie niemals zuvor! DICE verbessert das bereits bewährte Gameplay des Vorgängers und rundet das Gesamtpaket mit sinnvollen Neuerungen ab. Das überarbeitete Spotting und Klassensystem wirkt zwar zu Beginn etwas ungewohnt, bietet aber speziell guten und taktisch geprägten Spielern eine bessere Überlebenschance und den teils entscheidenden Vorteil. Dadurch gewinnt das Spiel nicht nur an Teamplay und taktischem Tiefgang, sondern das Ganze motiviert auch noch im ungewohnten Ausmaß! Oh man, was liege ich gerne versteckt in den Felsen nur um das bombastische Feuerwerk aus sicherer Entfernung zu beobachten und das Beste daran ist, dass mich höchstwahrscheinlich kein Q-Spammer dabei entdeckt 🙂 Für mich ganz klar der beste Teil der Serie!

PRO

  • Grandiose Optik
  • Bombastische Atmosphäre
  • Motivierende Multiplayermodis
  • Zahlreiche Anpassungen
  • Sound, Sound und nochmals Sound
  • Detaillierte Animationen
  • Neues Spotting-System
  • Tolle Partikel-Effekte

KONTRA

  • Viele Grafikfehler
  • Schlechte Performance
  • Derzeit noch wenig Waffen
  • Nur 2 Fraktionen
  • Singleplayer kurz und enttäuschend
8.5

Grandios

Gameplay - 8.1
Grafik - 8.6
Sound - 9.2
Inhalt - 7.7
Atmosphäre - 9
Das Thema Gaming begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Als Gründer von AustriaGaming habe ich die Möglichkeit mein Hobby zu vertiefen und eine Gaming-Community in Österreich aufzubauen. Neben Steak und Pommes habe ich auch gerne knackige Games auf dem Tablett serviert, die mich bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm fesseln.

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