Brawlout | Test

Wer nicht mehr länger auf einen neuen Teil des Nintendo Klassikers Super Smash Bros. warten möchte, aber Lust auf ein heißes Prügelspiel mit Freunden hat, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf den Indie Titel Brawlout riskieren!

Man sieht es sofort auf den ersten Blick: Sowohl die Optik, als auch das individuelle Kampfsystem kommen einem ziemlich bekannt vor. Richtig, wir haben hier ein neues Super Smash Bros. – naja, zumindest nicht ganz, denn dazu fehlen zumindest mal die Nintendo Lizenzen. Dennoch basiert dieses Spiel auf dem gleichen Spielprinzip. Doch woran unterscheidet sich das Spiel zum Original? Ist es nur ein Lückenbüßer bis ein neuer Teil der Super Smash Reihe erscheint oder kann es trotz fehlender Charaktere aus der Nintendowelt mithalten?

Brawlout: Test

Jeder Charakter in „Brawlout“ hat einen eigenen Spielstil, so dass die aus anderen Kampfspielen bekannten Spieltypen vertreten sind.

 

Es geht auch ohne Nintendo…

Wem das Spielprinzip noch nicht bekannt ist, gibt es hiermit eine kurze Einführung. Ziel des Spiels ist es in einem Kampf bis zu 4 Spieler die Gegner von einer Plattform bzw. einer Stage runter zu prügeln. Je mehr Schaden ein Gegner oder man selbst nimmt, desto leichter fliegt man aus dem Bildschirm. Der letzte Überlende, der auf der Stage bleibt, hat das Match gewonnen. Und wie wir es bereits bei den Super Smash Teilen gesehen haben, funktioniert dieses Prinzip mehr als gut. Klappt es auch beim Indie-Klon? Jein! Auch wenn die Spielmechanik so ziemlich dieselbe ist, spielt es sich doch anders. In den meisten Fällen ist ein „anders“ nicht immer schlecht, jedoch muss man hier einiges an Kritik liegen lassen.

…aber nun mal nicht so gut!

An sich ist Brawlout als einzelnes Spiel betrachtet ganz okay, vor allem da es noch in der Anfangsphase steckt und noch einiges rauszuholen gilt. Auch wenn es eine gute Idee ist, einen Super Smash Ableger sowohl für Nintendo, als auch für andere Plattformen zu veröffentlichen, so hat man dennoch immer den direkten Vergleich zum Original, der in vielen Hinsichten schon seit Beginn an hoch punkten konnte. Was also macht Super Smash anders als die anderen? Ein großer Punkt ist auf jeden Fall der Spaßfaktor, den Brawlout leider nicht bieten kann.

Keine Items, dafür eine Pinata

Grund für den fehlenden Spielspaß ist definitiv das Ausbleiben der Items. Wenn es in einer Partie Super Smash mit Freunden ernst wurde, hat man das Match auf 3 Versuche – ohne Items eingestellt, wo es richtig um die Wurst ging. Dieses Death Match Feeling ist bei Brawlout Standard. Hinzu kommt, dass dieses Spiel sehr schnell ist. Die Angriffe und Bewegungen wirken flinker und selbst die Regenationszeit vergeht viel schneller, so dass man kaum zu einer Verschnaufpause kommt. Es wirkt fast so, als würde Brawlout gezielt für competitive Spieler entwickelt worden sein. Also jeder, der gerne ohne Items eine schnelle, aber intensive Runde zocken möchte, der hat hier definitiv etwas davon. Wenn man jedoch gerne unter Freunden ein lustiges Match austragen möchte, der sollte sich lieber die Wii U rausholen und gemeinsam eine Partie Super Smash spielen. Denn nicht nur die fehlenden Items, auch die einfallslosen Stages spiegeln das Flair des Originals nicht wider. Stages, wo man Teile mit Attacken zerstören kann, sind bei Brawlout schon was Besonderes.

Um neue Charaktere freizuspielen braucht man Ingame-Währung. Die bekommt man indem man Online-Matches absolviert oder durch tägliches Einloggen ins Spiel. Statt Lootboxen gibt es in Brawlout die sogenannten Pinatas, die einige Skins, Spottgesten oder diverse Combo-Effekte beinhalten. Wer also gerne Zusätzliches freischalten möchte, der muss sehr viel Zeit in das Spiel investieren, das aber dank der niedrigen Langzeitmotivation nur sehr mühselig ist.

 

Fehlendes Charakterdesign

Natürlich ist es schwer sich mit den Charakteren aus dem Nintendouniversum zu messen und dass man hier auf Samus, Kirby oder Mario selbst verzichten muss ist nur schwer zu kompensieren. Dennoch hätte man sich bei dem Design der Charaktere ein bisschen mehr Mühe geben können. Man startet mit 8 Charakteren, jedoch ist die Auswahl nicht wirklich groß genug bzw. auch das Design der jeweiligen Kämpfer leicht unter dem Durchschnitt. Angefangen von Fröschen im Wrestling-Outfit bis hin über Affen und Vögel – zwar ist die Idee an sich sehr gut, jedoch fehlt einem das gewisse Extra. Hier gibt es keinen Charakter, wo man sich denken könnte: „Hey, der sieht cool aus, mit dem möchte ich gerne spielen.“

Online-Kämpfe und zukünftige Patches

Wir wissen, dass Brawlout noch in Kinderschuhen steckt, darum verzeihen wir ihnen die langsame Reaktionszeit im Onlinemodus. Eine Auswahl zwischen Regional und Global steht uns leider (noch) nicht zur Verfügung, darum sind unsere Gegner meist Japaner oder Amerikaner – und das merkt man auch beim Kämpfen. Es scheint, je weiter der Gegner entfernt ist, desto schlechter ist die Verbindung und das Spiel fängt an wie wild zu ruckeln. Man muss aber auch fairerweise sagen, dass es Tag zu Tag Verbesserungen gibt und die Server immer stabiler werden. Neben dem Onlinemodus, den man entweder mit fremden Gegnern 1 vs. 1 oder aber auch mit Freunden bis zu 4 Spielern zocken kann, gibt es auch den lokalen Multiplayer Modus, wo man gemeinsam mit Freunden in der Nähe ebenfalls zu viert spielen darf. Dies funktioniert reibungslos. Brawlout hat den Spielern versprochen, immer wieder neue Updates, Inhalte und Patches nachzuliefern. Wir können also gespannt sein, was dieses Spiel in Zukunft noch mit sich bringen wird.

 

Ich persönlich bin ein riesen Fan von den Super Smash Teilen und darum liegt mir der Vergleich sehr nahe. Verglichen hat es leider weder ein Suchtpotenzial noch macht Brawlout halb so viel Spaß. Das Spiel an sich ist zwar ganz okay, jedoch wird es vermutlich keiner mehr spielen, wenn Nintendo ein neues Super Smash für die Switch veröffentlicht. Die Charaktere sind einfallslos, die Stages zu simple und der Fakt, dass es keine Items gibt, macht das Spiel zu einem unterdurchschnittlichen Klon. Die Idee ein ähnliches Spiel auf den Markt zu bringen ist zwar ein guter Ansatz, jedoch fehlen einige Aspekte um den Titel Gerecht zu werden. Wer jedoch keine Nintendo Konsole besitzt hat durchaus die Chance dieses Spiel auf Playstation oder PC zu spielen, was wiederum ein großer Pluspunkt ist. Eine günstige Notlösung ist es gerade mal so und wir alle wünschen uns dennoch, dass bald ein neuer Teil der Super Smash Reihe für die Nintendo Switch erscheint, denn Brawlout kann leider nicht mal ansatzweise dieses Gefühl übermitteln, das Nintendo schafft.

PRO

  • Konsequente Verbesserungen
  • Grundlegend nettes Spielprinzip
  • Versprochene Updates

KONTRA

  • Wenig Charaktere
  • Performance Probleme
  • Zu wenig neues
5.3

Grenzwertig

Gameplay - 5.6
Grafik - 5.2
Sound - 6.3
Inhalt - 5.2
Atmosphäre - 4.2
Seit Kindestagen bin ich ein riesen Nintendo-Fan und bin mit Spielen wie Super Mario und Pokemon aufgewachsen. Dann kam die erste Playstation, kurz darauf folgte der eigene PC und somit gab es für mich keinen Halt mehr und meine Leidenschaft für Videospiele wurde immer größer. So groß, dass ich mittlerweile 16 Konsolen im Wohnzimmer stehen hab. Ich kann mit Shooter nicht wirklich etwas anfangen, jedoch habe ich mit RPGs und JRPGs umso mehr Freude, Jump and Runs dürfen natürlich hier nicht fehlen. Mein Herz gilt Spielen mit einer bewegenden Story, da kann Grafik schon mal als Nebensache betrachtet werden.

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