Dragon Ball FighterZ | Test

Ein längst überfälliges Highlight zum Kult-Anime in authentischer Optik und opulenter Inszenierung.

2016 feierte das Debüt von Dragonball (zumindest der Anima) Sage und Schreibe 30 Jahre Existenz. Ein Jahr zuvor ließ man mit Dragon Ball Super die beliebte Serie rund um Kampfmeister Son-Goku wieder aufleben. Passend dazu erscheint nun mit Dragon Ball FighterZ ein passendes Beat-Em Up. Die Geschichte der Spiele zu Dragonball ist umfangreich und abwechslungsreich, richtige Highlights waren trotz vielen guten Ansätzen, selten dabei. Ob Arc System Works die nun ändern kann, wollen wir euch anhand dieses Testes näher bringen.

Dragon Ball FighterZ: Review

Der Look des Spiels weiß zu begeistern

 

Ein spielbarer Anime

Das geniale an Dragonball FighterZ ist gleich mal der Look. Wo die Xenoverse Games noch in Polygon-3D auf offenen Arealen nicht besonders toll aussahen und noch dazu sehr unübersichtlich waren, geht das neueste Spiel um Son-Goku andere Wege. Im Stile vom alten Street-Fighter, gibt es einen gelungenen 2D-Anime Look, der kaum von der aktuellen Serie zu unterscheiden ist und dementsprechend auch die ganzen Special-Moves der Charaktere perfekt in Szene setzt und das Game zu einem wahren Action-Feuerwerk macht.

Willkommen in der Arena

Das Spiel startet in einer Lobby (die zu unserem Test noch leer war, da die Online-Funktionen noch deaktiviert waren), in der man mit anderen Spielern interagieren kann und die verschiedenen Bereiche ansteuern darf. Im Mittelpunkt steht natürlich die Story, die in drei verschiedene Geschichten unterteilt ist, die nach und nach abgearbeitet werden, aber dazu später mehr. Eine Online-Arena, um sich mit anderen Spielern zu messen und Tourniere auszutragen, eine Offline-Arena, um mit Freunden vor der Konsole zu daddeln und einen Arcade-Mode. Dazu gibt es einen umfangreichen Trainings-Modus, in dem man frei seine Skills verbessern kann oder diverse Combo-Herausforderungen meistert. Da man Ingame-Kohle verdient, kann man diese bei einem Händler gegen die berühmten Kapseln eintauschen. Darin befinden sich aber nur kosmetische Späße, wie andere Charaktere für die Lobby.

Auf in die Schlacht

Nun zum Kampfsystem. In der 2D-Arena treffen stets Teams mit bis zu 3 Charakteren aufeinander. Aktuell gibt es knapp über 20, wovon einer extra für das Spiel neu erschaffen wurde. Ansonsten hat man die Auswahl aus berühmten Kämpfern, die vor allem aus der Ära Dragonball Z stammen, worunter sich neben Son-Goku, Vegeta und Teen-Son-Gohan, die allesamt als Super-Saiyajin auftreten, auch Widersacher wie Cell, Freezer, oder Piccolo befinden. Die erwachsene Form von Son-Gohan kommt in seiner Standard-Form daher, Trunks und Son-Goten wiederrum nur als fusionierte Version. Mit dem Gott Bills oder Hit, der aus Dragonball Super stammt, gibt es auch Charaktere, die vielleicht nicht jeden ganz geläufig sind.

 

Dragonball FighterZ ist eine „easy to learn – hard to master“ Spiel. Das heißt, man kann von Anfang an ordentlich austeilen und Kombos, die nur das repetitive Betätigen einer Taste voraussetzen, mühelos ausführen. Das sieht auch schon gewaltig gut aus. Wirft man einen Blick in die Move-Liste jedes Charakters, merkt man, dass Super-Angriffe, die einen aufgeladenen „Ki-Balken“ benötigen, recht easy auszuführen sind. In den Combo-Herausforderung bekommt man spätestens bei der 7. des jeweiligen Charakters wirklich etwas zu tun. Hier müssen Timing und Präzision absolut stimmen, und da heißt es dann üben, üben üben. Ein Kamehame-Ha oder diverse andere berühmte Techniken aus der Serie, sind aber mit einer ganz einfachen Tastenkombination auszulösen. Außerdem kann man auch die 7 Dragonballs sammeln um Shen-Long für einen Wunsch zu rufen.

Ein weiterer Kniff, sind die Tag-Team Moves. Man kann mit einem kurzen Druck auf die Schultertaste, einen der zwei Kameraden, die in Reserve warten für einen gemeinsamen Angriff rufen, oder diesen gleich komplett auswechseln. Segnet einer der drei das zeitliche, springt der nächste ein, bis alle Gegner oder man selbst besiegt ist. Ähnlich wie in Injustice, kann man mit bestimmten Moves, den Gegner nicht nur ins K.O. schicken, sondern auch gleich in eine andere Arena ballern. Die Kampftechniken unterscheiden sich optisch gewaltig, spielerisch gesehen, führt man aber alles fast immer mit denselben Tastenkombinationen aus. Auswendig lernen eines einzelnen Charakters fällt dabei flach und so muss man auch nicht zu sehr umdenken, wenn man seinen aktiven Kämpfer wechselt. Das hat sein Positives, aber auch Negatives für Hardcore-Player.

Son-Goku als schizophrener Krieger

Die Story ist reichlich schräg und flach, dafür aber mit Liebe inszeniert. Kurze Cut-Scenes erklären, dass Son-Goku seine Kräfte verloren hat, diese aber durch einen, in ihm befindlichen Freund, der dich als Spieler symbolisieren soll, und deren Verbindung, trotzdem Kraft schöpfen kann. Eine neue Bedrohung ist da und Son-Goku macht sich sofort mit NPC-Bulma auf den Weg um seine Freunde zu retten. Erst den glatzköpfigen Krillin, später auch Vegeta, Son-Gohan, Yamchu und sogar Boo und Piccolo schließen sich der Heldentruppe an um das neue Böse, das Krieger frisst um stärker zu werden, zu besiegen. Das wars dann auch schon mit der grundlegenden Story. Unterhaltsame Cut-Scenes lockern das Ganze aber auf und sind auch ziemlich gut gemacht. Kombiniert man gewisse Charaktere für einen Kampf, der hauptsächlich gegen böse Klone stattfindet, so kommen oft obscure Dialoge vor dem eigentlich Fight zustande.

 

Die Story wird über mehrere Kapitel erzählt. In jedem gibt es sogenannte Bretter, auf denen man frei ziehen kann, aber nur eine maximale Anzahl an Zügen bekommt. Sind die auf 0 und der Endgegener noch nicht erreicht, startet man von vorne. Dazwischen kann man allerlei Trash-Gegner wegkloppen um Erfahrung zu sammeln, Booster fürs Teams einzusammeln oder neue Gefährten freizuschalten.

Hat man die Story durch, kann man weiter Zeni sammeln, sich online austoben, verschiedene Combos meistern und natürlich einen der beiden freischaltbaren Kämpfer erarbeiten. Schade eigentlich, genau das Freispielen von weiteren Kämpfern, Arenen und anderen Boni, haben für mich Beat Em Ups immer am spannendesten gemacht. Ich gehe aber stark davon aus, dass weitere als DLC folgen werden, da viele der unzähligen Krieger, Roboter und Aliens aus der Serie zumindest in Cut-Scenes schon zu sehen sind und auch als Avatar in der Lobby dienen.

Sound und Optik

Die verschiedenen Hintergründe sind ebenso liebevoll, wie die Charaktere und Animationen kreiert und führen euch an bekannte Schauplätze von Dragonball, was den Nostalgie-Faktor schnell hebt. Außerdem sind die flotten, meist Metal-lastigen Soundtracks passend zur Geschwindigkeit und Opulenz der Kämpfe ausgelegt. Es fühlt sich wirklich an, als würde man den Anime spielen, womit die Entwickler hier wirklich alles richtig gemacht haben. Leider fehlt die deutsche Sprachausgabe, kann aber dafür zwischen Japanisch und Englisch wechseln. Ob da die Original-Sprecher am Werke sind, kann ich aber nicht sagen.

Dragonball FighterZ hat in Sachen Gameplay alles richtig gemacht. Hier können sich Anfänger schnell austoben, aber auch die Freaks dürfen stundenlang an ihren Combos feilen und zu wahren Kampfmaschinen heranreifen. Das Spiel ist außerdem sehr umfangreich, lässt aber etwas an Kreativität missen, denn Mini-Spiele oder dergleichen sucht man vergebens. Die zahlreichen Kämpfe in der Story, die sehr lange, sehr einfach bleiben, können auf Dauer vielleicht etwas langweilen, aber gerade im Multiplayer kann das Beat-Em Up sein volles Potential entfalten und schwingt sich zu einem der besten Spiele des Franchises auf.

PRO

  • Geniale Anime-Grafik
  • Starker Soundtrack
  • Bekannte Charaktere/Moves/Schauplätze
  • Flüssige, atemberaubende Kämpfe
  • Unterhaltsame Cut-Scenes
  • Umfangreiche Möglichkeiten und Spielmodi

KONTRA

  • Recht repetetive Storykämpfe
  • Dünne Story
  • Wenig freischaltbares
8.5

Grandios

Gameplay - 9
Grafik - 8.8
Sound - 8.5
Inhalt - 7.5
Atmosphäre - 8.9
Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.

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