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Final Fantasy 7 Remake | Test

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Das warten hat nicht nur ein Ende, es hat sich verdammt nochmal gelohnt. Final Fantasy 7 Remake ist da und es hält so ziemlich alles was es verspricht und stellt mühelos alle offiziellen Vorgänger der letzten Jahre in den Schatten, wenn auch leider nur vorerst als einer von mehreren Teilen.

Es ist vollbracht – Square Enix hat endlich Final Fantasy VII, das mit Abstand legendärste und beste (gut manch wenige finden den Vorgänger storytechnisch noch besser) Final Fantasy, oder vielleicht sogar Japano-Rollenspiel aller Zeiten nach 23 Jahren neu aufgelegt. Schon lange geisterten Gerüchte darum herum und eine Portierung mit leichter Aufwertung hat es sogar auf die PS4 geschafft, doch vor gut fünf Jahren war es dann offiziell und heute können wir es in Händen halten, wenn auch nur zum Teil. Final Fantasy 7 Remake deckt nämlich nur gut ein Fünftel der Gesamtstory ab, nämlich den Part in Midgar, der im Original nur acht bis zehn Stunden des epischen Spiels einnahm. Dennoch ist das Remake ein Vollpreis-Spiel und soll 30 bis 45 Stunden (je nachdem wie intensiv man Nebenaufgaben macht und die Welt erkundet) unterhalten. Ob man damit dem Original ein würdiges Denkmal gesetzt hat oder nicht, das versuche ich nun zu klären.

Final Fantasy 7 Remake ist eine Neuinszenierung des Kultspiels, welches das RPG-Genre neu definierte, und taucht tiefer in dessen Welt und Charaktere ein denn je zuvor.

 

Cloud Strife, Ex-SOLDAT, Söldner und Held wider Willen

Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Cloud Strife, der seiner Jugendfreundin Tifa und dessen Widerstandsgruppe Avalanche gegen Gil (Geld) unter die Arme greift um Shinra, die den Planet ausbeuten zu Fall zu bringen. Der Schauplatz Midgar ist eine Stadt, die sogenannte Mako-Energie aus dem Planeten saugt um damit Strom zu erzeugen. Das killt aber den Planeten, weshalb Tifa, Barret und weitere Mitglieder die Reaktoren sprengen wollen. Cloud macht das Ganze eben nur für Geld und sonst ist ihm eigentlich (fast) alles zunächst egal. Doch, wie Spieler des Originals wissen, ändert sich seine Meinung im Laufe des Abenteuers, vor allem durch Tifa und auch die zweite Heldin Aertih, auf die er später trifft tragen dazu bei.

Und genau da setzt das Remake auch verstärkt an, denn alle Charaktere, auch Jesse, Biggs und Wedge, die im Original nur untergeordnete Rollen spielen, bekommen hier viel mehr Zeit und Raum um sich zu entfalten. Dazu kommt natürlich auch, dass die Charaktere heute Mimik und eine gelungene Sprachausgabe verpasst bekommen haben, wodurch noch viel mehr Möglichkeiten geboten werden. Schon das sind Argumente genug, dass das Remake besser als das Original sein könnte. Doch zur Technik später mehr. Dass diese Einleitung nur ein Bruchteil der komplexen, dramatischen, sozialkritischen und grandiosen Story ist, muss ich hier aber nochmal unterstreichen.

Auf in den Kampf!

Ein wichtiger Knackpunkt von Final Fantasy ist natürlich immer das Kampfsystem, das vor allem in Final Fantasy 13 gewaltig versagte, während der 15te Ableger hier besser abschnitt, aber auch irgendwie einen faden Beigeschmack hinterließ. Die rundenbasierten Kämpfe sind heute nicht mehr zeitgemäß, doch die Entwickler wollten natürlich alte Tugenden nicht über Bord werfen, weshalb es Magie in Form von Materia (oder Substanzen) in Waffen platziert wird und auch der ATB-Balken sowie die meisten der bekannten Fähigkeiten und Angriff-Moves nach wie vor existent sind. Anders als im Original, kann man im Kampf ständig Angreifen und muss nicht warten, bis der ATB Balken voll ist. Will man aber andere Fähigkeiten, Zauber oder auch Items nutzen, muss man eben warten bis einer der beiden Balken gefüllt ist, starke Fähigkeiten brauchen sogar beide.

Diese füllt man durch Angriffe sowie die neuen Funktionen wie Blocken und Ausweichen, was den Kampf verdammt dynamisch und noch taktischer macht, als er damals schon war. Magie funktioniert wie immer im Papier-Schere-Stein System, Limit-Fähigkeiten sowie mächtige Beschwörungen laden sich ebenfalls in längeren Kämpfen auf. Die Esper haben hier aber nicht mehr nur einen fetten Angriff, sondern kämpfen einige Zeit mit, können aber befehligt bzw. jederzeit übernommen werden. Man hat stets einen Charakter im Fokus, die anderen agieren selbständig, tun aber eigentlich nur das nötigste (angreifen, blocken, ausweichen, hier und da auch heilen). So ist es klug zwischen den Charakteren hin und her zu wechseln oder diese über die Schulter-Tasten zu befehligen. Das macht die Kämpfe am Anfang etwas hektisch, ist man da aber drinnen, funktioniert das wunderbar und macht richtig Spaß. Also auch hier, Respekt an die Entwickler. Vor allem, da der Schwierigkeitsgrad wieder um eine Ecke fordernder als beim 15. Teil ausgefallen ist.

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Neu ist auch, dass man Waffen aufrüsten kann. Das funktioniert ähnlich wie das Final Fanatasy X Sphärobrett über Waffenpunkte, die in verschiedene Boni und weitere Materia-Slots investiert werden können. Als Ausrüstung gibt es nach wie vor nur drei Slots, nämlich Waffen, Armringe und Halsketten. Die sind aber so vielfältig, dass das absolut reicht.

Auf Besuch in Midgar

Midgar ist in seiner dreidimensionalen Form atemberaubend. Auch wenn so manche Textur oder Hintergrund in der Ferne etwas schwammig aussieht, so sind die Slums und auch die Reaktoren wahre Augenschmeichler an denen man sich kaum satt sehen kann. Viele bekannte Gebiete erstrahlen natürlich in neuem Licht und lassen Nostalgie aufkommen. Doch wie kommt man nun auf so eine lange Spielzeit? In Midgar gibt es zum einen nun einige mehr Hauptstory-Missionen, in denen man die Haupt- und Nebencharaktere besser kennenlernt, aber auch einige optionale Side-Quests, denn die Slum-Bewohnen haben immer mal wieder lohnende Aufgaben für euch. So gibt es oft Monster zu killen, aber auch verlorenen Katzen oder Kinder einzusammeln.

Das mag nicht sonderlich kreativ sein, geht aber meist flott und offenbart oft nette Geschichten, die diese Welt besser erklären. Leider betreibt man hier in den sowieso schon relativ schlauchigen Arealen grobes Backtracking. Gelungen ist auch die Motorrad-Passage sowie verschiedene Minispiele, die immer wieder mal auflockern und für Abwechslung sorgen. Dazu gibt es viele versteckte Items, Kisten und versteckte Areale, die es zu entdecken und erkunden gibt. Außerdem bekommt man noch weiter Einblicke in die Welt sowie schon vorgezogene Storyparts über SOLDAT, Shinra oder Antagonist Sephiroth, der eigentlich erst viel Später in Erscheinung tritt.

Classic Vs. Remake

Alles in allem sind die Entwickler mit sehr viel Respekt an dieses Remake gegangen, haben sich aber auch was getraut. Das Kampfsystem ist mit dem alten kaum zu vergleichen, schafft es aber alte Elemente passend einzubinden und vor allem machen die Kämpfe absolut Spaß. Hier und da pfuscht die Kamera rein, aber das passiert zum Glück vor allem nur in engeren Bereichen. Die Story ist adäquat umgesetzt und fühlt sich trotz der enormen Überarbeitung eigentlich nie gestreckt an. Natürlich hadere ich oft mit mir, denn zum einen würde ich gerne die Original-Story in dieser neuen Pracht weiter erleben, aber andererseits freue mich auch darüber, dass ich insgesamt dann vielleicht doppelt oder gar drei Mal so viel Zeit mit den lieb gewonnen Charakteren und dieser interessanten Welt verbringen kann.

 

Weh tut aber dennoch, dass noch niemand weiß, wann die weiteren Teile erscheinen werden, wie lange die werden oder gar wie viele es denn sein sollen. Was vielleicht einen stören mag, sind die hin und wieder zu japanischen Elemente und der etwas deplatzierte Humor, der aber zum Glück in einem kleinen Rahmen bleibt.

Die Technik

Wie schon erwähnt, ist grafisch hier alles auf aktuellem Stand, es gibt viel Liebe zum Detail und Midgar schaut halt einfach wirklich grandios aus. Die Charaktere, die ja damals einfach nur Polygon-Zombies waren, sehen nun genau so aus, wie man es sich damals vorgestellt hat, oder man eben im Animations-Film „Advent Children“ so ähnlich schon gesehen hat. Dazu kommt ein Soundtrack, der natürlich auch dem Original entliehen ist, sowie eine wirklich gute Sprachausgabe in Englisch, Japanisch und Deutsch, wobei die deutsche Fassung manchmal etwas zusammengestückelt wirkt und manch NPC in jeder Version etwas schwächelt. Die Kampf-Effekte sind ebenso stark und durchschlagskräftig, weshalb man sich über den Sound definitiv auch nicht beschweren braucht.

F A Z I T

Final Fantasy 7 ist nicht umsonst eines der legendärsten Japano-RPG Spiele. Die Story des Originals ist heute noch eine der besten und intensivsten die es je gab und bezieht sich auch auf unsere eigene Gesellschaft (Thema Ausbeutung des Planeten). Bahnbrechend waren auch die Kämpfe, Charaktere und generell die Welt. Das Ganze in das hier und jetzt zu bringen war schon eine mutige Idee sowie große Herausforderung, die Square Enix hier mit Bravour gemeistert haben.

Kurz gesagt: Ich bin überglücklich, dass dieses Remake passiert ist und sich so grandios spielt. Nostalgie pur, aber auch Neueinsteiger werden hier bestens bedient und bekommen das beste Final Fantasy mindestens seit Teil 10 geliefert. Nörgler und Hater wird es immer geben, doch die können ja eh das Original nach wie vor auf aktuellen Konsolen bekommen. Einziger Wermutstropfen ist eben, dass man sich nun auf weitere Parts und Charaktere der Geschichte noch gedulden muss. Hoffen wir mal, dass Square da eine gute Balance findet und die Geschichte nicht erst in fünf bis zehn Jahren zu Ende erzählt. Final Fantasy 7 Remake ist für mich nichts anderes als ein Meisterwerk (auch für Nicht-Kenner des Originals, die ev. um die 5% der Wertung abziehen können), dass seine offiziellen Vorgänger schon hätten sein sollen, es aber nie geschafft haben. Weiter so Square! So kann man auch für den bereits inoffiziell angekündigten 16. Teil hoffen.

PRO

  • Wunderschöne Optik mit vielen Details
  • Verbessertes und motivierendes Kampfsystem
  • Geniale Story noch detaillierter erzählt
  • Lebendige, glaubwürdige (Steampunk)Welt
  • Gelungen adaptierter Original-Soundtrack
  • Sinnvolle Story- und Charaktererweiterungen

KONTRA

  • Leider bisher nur ein kleiner Teil des Gesamtspiels
  • Nebenaufgaben recht simpel
  • Manchmal verwaschene Texturen
  • Unklar wann es weiter geht
  • Kamera in Kämpfen manchmal hekalig
9.6

Must Have

Gameplay - 9.5
Grafik - 9.3
Sound - 9.5
Inhalt - 10
Atmosphäre - 9.7
Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.

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