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GreedFall | Test

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GreedFall erzählt eine spannende Story mit interessanten Charakteren, steht sich aber aufgrund der teils lieblosen Umsetzung immer wieder selbst im Weg. Schade!

GreedFall ist ein Spiel, auf welches ich mich schon seit geraumer Zeit freue: Endlich wieder ein Rollenspiel mit Schwertern, Streitkolben, Magie und vielen Monstern, welche es gilt niederzustrecken. Das Open-World-Spiel, welches sehr stark an den Stil vom 17. Jahrhundert erinnert, wurde von Spiders entwickelt und von Focus Home Interactive herausgegeben. GreedFall erinnert, vor allem was die Story betrifft, sehr stark an den ersten Teil von Dragon Age und an einen Giganten aus 2001: Gothic. Aber keine Sorge, das Spiel bringt dennoch seinen ganz eigenen Charme mit sich und überzeugt mit verstrickten Skillbäumen, interessanter Story und einem netten Degen-Kampfsystem. Wo es Licht gibt, gibt es bekanntlich auch Schatten: GreedFall macht vieles richtig, hat aber auch mit einigen Problemen zu kämpfen. Das diese nicht so schwer ins Gewicht fallen, ist unteranderem darauf zurückzuführen, dass die Entwickler zurzeit kaum Konkurrenz am Spielemarkt haben. Wie mir das Spiel im Detail gefallen hat, erzähle ich dir jetzt!

GreedFall: Test

Entdecke unerforschte Gebiete und erkunde eine einsame Insel voller Magie, Reichtümer, Geheimnisse und übernatürlicher Kreaturen.

 

Wir übernehmen die Rolle von De Sardet, der ein sprachbegabter Diplomat und ein Mitglied der Herrscherfamilie der Händlerkongregation ist. Um genau zu sein, sind wir sogar der Cousin von Constantin d’Orsay, dem Kolonialgouverneur, der die Handelskongregation auf Teer Fradee vertritt.

Bevor es aber nach Teer Fradee, der geheimnisvollen Insel in GreedFall, geht, dürfen wir uns noch entscheiden, wie wir De Sardet spielen wollen. Dafür gibt es zum Beginn des Spiels die Möglichkeit zwischen einer weiblichen Protagonistin oder einem männlichen Protagonisten zu wählen, die Art und Weise des Gameplays auszusuchen und natürlich ein paar Anpassungen am Aussehen unseres Charakters durchzuführen.

Aber der Reihe nach: Zu Beginn solltest du dir die Frage stellen, ob du De Sardet eher als Nahkampf oder Fernkampf Charakter spielen willst. Sollte die Wahl auf Ersteres fallen, muss du dich noch entscheiden, ob du eher eine flinke und bewegliche Spielweise präferierst oder einfach mit richtig viel Kraft den Gegner verprügeln willst. Grundsätzlich unterteilt sich das Spiel in drei Skillbäume: Talente werden dazu verwendet, um alternative Lösungswege für Quests zu finden, die Fähigkeiten nutzen wir ausschließlich im Gefecht und die Attributswerte erlauben es uns bestimmte Ausrüstungsgegenstände anlegen zu dürfen. Des Weiteren können wir uns selbst und unseren Begleiter mit neuer Ausrüstung aufmotzen und natürlich die Schadenswerte nach oben drehen, indem wir eine neue Waffe anlegen. Die Anpassungen, welche Spiders uns zur Verfügung stellen, sind sehr überschaubar und haben mich nicht dazu verleitet, lange den „perfekten“ Charakter zu erstellen. Ich habe mich übrigens für einen männlichen Protagonisten entschieden.

Setzt die Segel nach Teer Fradee!

Oder noch nicht ganz: Bevor wir nämlich mit dem Schiff zur geheimnisvollen Insel aufbrechen, gilt es noch einiges in der alten Welt Gacane zu erledigen. Am Anfang wirkt das Spiel alles andere als Düster und man lernt die Bewegung und Kampfmechanik in einem kleinen Tutorial kennen. Sollte man den Tutorial-Boss, welcher unser persönlicher Ausbilder und späterer Begleiter ist, direkt besiegen, kann man den Ausbildungsteil überspringen. Wenn man sich jedoch etwas ungeschickt anstellt, bekommt man einiges zu hören und muss mit den Basics beginnen.

Spätestens nach diesem Tutorial erfahren wir als Spieler die düstere Wahrheit, rund um Gacane. Wir bekommen den Auftrag, zu unserer Mutter zu gehen, um uns bei ihr zu verabschieden, bevor wir unsere große Reise in das unbekannte Territorium antreten. Als wir in einer Cut-Scene den Raum unserer Mutter betreten, sehen wir als Spieler das erste Mal ihr entstelltes Gesicht und da sie nicht sofort sieht, wer wir sind, können wir annehmen, dass sie blind ist.

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In der alten Welt von Gacane wütet eine Seuche, welche die Menschen deformiert und gen Ende hin auch tötet. Darum wurden wir mit der Aufgabe betraut in Teer Fradee nach einer Heilung zu suchen. Das wir nicht die einzigen mit dieser Aufgabe sind und viele Fraktionen, sowie Einwohner, als unsere Antagonisten fungieren werden, erfahren wir erst etwas später.

Back to the story. Nachdem wir uns mit einem Kuss bei unserer sterbenden Mutter verabschiedet haben, tauchen wir direkt in das klassischen Rollenspiel-System ein: Hier ist die Hauptquest, da gibt es ein paar Nebenquests und du darfst entscheiden, was du machen willst. So weit, so gut. Wir schlagen uns also mit einem lästigen Händler herum, welcher unsere bereits bezahlte Ware nicht rausrücken will, entlarven einen Scharlatan, welcher scheinbar mit Nebenwirkungen nur so protzende Medizin verdreht und leben unsere kriminelle Seite aus, indem wir Ware auf das Schiff, welches uns nach Teer Fradee bringen soll, schmuggeln.

Als Kirsche auf der Torte gibt es vor der Abreise auch noch einen Kampf gegen ein haushohes Monster, welches uns noch einmal auf Herz und Niere prüft, ob wir tatsächlich kämpfen können. Nachdem dieser Gegner erlegt wurde, geht es auf die Insel und das Abenteuer kann beginnen!

Ein nie endendes Erkunden der Spielwelt – oder doch nicht?

GreedFall macht vor allem in den ersten paar Stunden irrsinnig Lust auf mehr. Die Spielwelt wirkt endlose riesig und man hat als Spieler das Gefühl, das Erkunden könnte stets so weiter gehen. Vor allem auch der verstrickte Skillbaum, die vielen Talente, die Ausrüstungsgegenstände und deren Aufbesserungsslots, machen tierische Laune. Dieses Gefühl hält jedoch, wie bereits erwähnt, nur ein paar Stunden an und auch nur dann, wenn man keine Gebäude betritt. Spiders betreibt hier nämlich sehr starkes Recycling, wenn man also einmal ein Haus von innen gesehen hat, kennt man sie alle. Die Grundrisse und der Aufbau wiederholen sich und wirken äußerst lieblos. Auch das Betreten und Verlassen von Gebäuden wurde alles andere als elegant gelöst. Wenn man die Taste zum Betreten drückt, führt unser Charakter immer dieselbe Animation durch, schreitet durch die Tür und steht dann für eine Sekunde blöd am Platz herum. Die Begleiter, welche mit uns unterwegs sind, spawnen ganz offensichtlich auf einen vorgesehen Platz und gucken ebenfalls so blöd wie wir aus der Wäsche. Wir haben also keinerlei Möglichkeit, leise und ungesehen durch eine Türe zu gehen. Wer nun denkt, dass man dann ja immer sofort von den Gegner gesehen wird, täuscht sich, aber dazu gleich mehr.

Ein weiterer Punkt bei welchem sich GreedFall im Kreis dreht, ist die Varianz bei den Gegnergruppen. Grundsätzlich gibt es sechs Gegnertypen im Spiel, welche jedoch nie vermischt, sondern immer in gleichen Gruppen auftauchen. Natürlich haben diese unterschiedliche Fähigkeiten und Waffen, dennoch ermüdet das sich immer wiederholende Geplänkel, mit den immer gleichbleibenden Gegnern. Vor allem da die Entwickler versuchen mit sogenannten „Zufallsbegegnungen“ dem Spiel eine gewisse Würze zu verleihen.

Hier möchte ich auch noch einmal auf das durch die Türe gehen eingehen. Die KI ist nämlich alles andere als wachsam oder schlau. Wenn wir durch die Türe gegangen sind und Auge in Auge einem Gegner gegenüberstehen, reicht eine schnelle Wendung nach hinten und wir verlassen das Gebäude einfach ungesehen wieder. Das könnte man noch als Bug abstempeln, aber auch beim herumschleichen benötigen die Gegner sehr sehr lange bis sie merken, dass wir in ihrem Territorium unterwegs sind. Sehr schade!

 

Wirklich geniale Story, mit einem kleinen bis mittelgroßen Aber

Die Story macht viel Spaß und das Erkunden und Entdecken erzeugt fast durchgehend Spannung. Ein kleines bis mittelgroßes Problem verursacht jedoch im mittleren Teil des Spiels eine Ernüchterung der Spielgeschwindigkeit. Es gibt sehr viele Quests bei der wir unnötig viele Meter zurücklegen müssen, ohne dass etwas Spannendes passiert. Diese Mechanik zieht zwar die Spieldauer, welche übrigens in etwa 25 – 30 Stunden umfasst, um einiges in die Länge, erzeugte bei mir aber eher ein negatives und gelangweiltes Gefühl.

Das Lootsystem lässt auch nicht sonderlich Freude aufkommen, die normalen Gegner lassen grundsätzlich unbrauchbares fallen und die wirklich interessanten Items gibt es bei sehr seltenen Mobs. Ich habe relativ früh ein Schwert gefunden, welches ich fast das gesamte Spiel über verwenden konnte.

Schönheiten an jeder Ecke

Die visuellen Eindrücke können aber dem sich knapp über dem Durchschnitt befindlichen Game, noch einiges an Power verleihen. Die Welt sieht sehr schön aus, man kann sich an den Gegenden kaum sattsehen und die Charaktere machen mit ihren Gewändern einen genialen 17. Jahrhundert-Eindruck. Eines stört mich jedoch gewaltig, Waffen werden am Charakter nicht angezeigt. Sollte man den Degen, das Schwert oder den Streitkolben ziehen, erscheint dieser plötzlich in der Hand unseres Protagonisten. Dies macht nicht nur den Flair der Welt kaputt, sondern sieht für ein 2019 Spiel einfach nur furchtbar aus.

Die akustischen Untermalungen, also Musik, Soundeffekt und sonstige Geräusche, sind gut umgesetzt und machen einen soliden Eindruck. Wie bereits zu Beginn erwähnt, haben die Charaktere ein wunderschönes, gehobenes Englisch, an welchen ich mich die gesamte Spieldauer lang nicht satthören konnte!

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GreedFall macht in den ersten paar Stunden irrsinnig Spaß! Die düstere und verzwickte Story macht Lust auf mehr, die Skillbäume erlauben es dir deinen Charakter sehr individuell und auf dich selbst angepasst zu spielen und man hat für jede Quest mehrere Lösungswege zur Verfügung. Auch der Stil mit Degen und prunkvollen Hüten sieht supergenial aus und wird durch eine wunderschön gestaltete Umgebung abgerundet. Als Kirsche auf der Torte bekamen alle Charaktere ein wunderschön gesprochenes Englisch verpasst, von welchem man nicht genug bekommen kann.

Leider reicht es aber nicht, dass der Mix aus Dragon Age und Gothic ein Meisterwerk wurde. Spiders haben mit einigen Problemen zu kämpfen, unter anderem das ernüchternde Gebäude-Recycling. Wenn man einmal ein Gebäude gesehen hat, kennt man sie alle. Ebenfalls wird das künstlich in die Länge ziehen der Spieldauer den Entwicklern zum Verhängnis, so muss man unzählige Kilometer zurücklegen, ohne das etwas Spannendes passiert. Die sechs Gegnerarten werden in gleicher Manier immer wieder verwendet und stumpfen so das Gameplay etwas ab. Eine wirkliche Bindung zur Story oder zu den Charakteren konnte ich nicht aufbauen und erst gen Ende hin, nimmt die Story so richtig Fahrt auf.

Da GreedFall zurzeit aber ein Einzelgänger seiner Art ist, lohnt sich ein Blick definitiv. Spiders haben ein solides und gutes Spiel auf den Markt gebracht, welches mit einigen kleinen „Problemchen“ zu kämpfen hat. Freunde von RPGs und Open-World Games können aber ruhig einen Blick wagen und sich mit Degen und Hut durch die Gegnermassen schneiden und ein unverbrauchtes World-Setting erleben.

PRO

  • Setting im 17. Jahrhundert
  • Schöne Grafik
  • Wahnsinnig schön gesprochenes Englisch
  • Hübsche Hüte
  • Vier Schwierigkeitsstufen
  • Gute Performance
  • Interessantes Kampfsystem

KONTRA

  • Durch Türen gehen wurde schlecht programmiert
  • Klassische Grind-Elemente
  • Viele mini-Bugs
  • Redeanimation mangelhaft
  • Viele Spielelemente wiederholen sich
8

Grandios

Gameplay - 7
Grafik - 8.3
Sound - 8.5
Inhalt - 7.7
Atmosphäre - 8.5
Ich bin ein Nerd aus Leidenschaft, spiele von Shooter bis hin zu Jump & Run Games und habe ein Herz für schönes Story-Telling. Kann den Hype um Spiele wie Battlefield und Co. nicht verstehen, konnte über ein ganzes Jahr Spielzeit in World of Warcraft erreichen bevor es seinen Reiz verlor. Momentan bin ich auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Spielen welche es zu bezwingen gilt!

3
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Manuel SchmidtGrassithorDemonBox Aktuelle Kommentatoren
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DemonBox
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DemonBox
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Guter Test, mit den Animationen kann ich echt nachvollziehen, nervt mich auch! Aber sonst echt fein das Game.

Grassithor
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Grassithor
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Manuel Schmidt
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