Hand of Fate 2 | Test

An der Grundidee ändert sich zwar nichts, aber dennoch präsentiert sich Hand of Fate 2 fairer, besser und größer als sein Vorgänger.

Vor einigen Jahren als noch die Brett und Kartenspiele die Wohnzimmer beherrschten, hätte sich wohl niemand gedacht, dass diese Spiele durch Shooter – MMO´s oder sonstiges auf PC oder Konsole so gut wie abgelöst werden. Doch schaut man etwas genauer hin erkennt man, dass diese nicht wirklich abgelöst wurden sondern in digitaler Form mehr oder weniger stark zurückkommen. Blizzards “Hearthstone” hat es vorgemacht und die zuvor oft unzugängliche Welt der strategischen Sammelkartenspiele auf Millionen Bildschirme gebracht. Auch das australische Entwicklerstudio Defiant Development erkannte diesen Trend und mixte Karten- und Brettspiele mit Action- und RPG-Elementen zu einem interessanten Medium namens Hand of Fate. Eine erfolgreiche Kickstarterkampagne, Alphaversionen für Unterstützer und eine Early Access-Phase auf Steam führten letztendlich zum Erfolg, an dem die Entwickler mit dem Nachfolger Hand of Fate 2 nun anknüpfen wollen. An der Grundidee ändert sich zwar nichts, aber die Entwickler versprechen mehr Abwechslung. Ob dies gelingt, lest Ihr in unserem Test.

Hand of Fate 2: Test

Der berüchtigte Kartenleger ist zurück…

 

Ein Wiedersehen mit dem “Geber”

Jenseits der dreizehn Tore am Ende der Welt wird das Spiel um Leben und Tod gespielt. Ziehe deine Karten, spiele deine Hand aus und entdecke dein Schicksal. “Hand of Fate 2” ist Rogue-like und eine Mischung aus Action-Rollenspiel und Sammelkartenspiel, bei dem der Spieler aus einer Reihe von Karten ein Deck zusammen stellt um ein lebendes Brettspiel zu meistern.

Jede Phase dieses Abenteuers wird von Karten bestimmt, die aus einem Deck von legendären, vom Spieler gewählten Begegnungen gezogen werden. Unser Gegner? Der rätselhafte Kartengeber, der nicht nur fantastisch vertont ist sondern auch vor nichts zurückschreckt und uns stets das Spiel zur Hölle macht. Doch der Kartengeber ist nicht nur unser Gegner sondern auch Spielleiter, Erzähler und oft spöttischer Kommentator in einem.

Mit etwas Glück zum Erfolg

Ziel des Spiels ist es in 22 verschiedenen Herausforderungen sämtliche geforderten Aufträge zu erfüllen. Dabei müssen wir in jeder Runde die jeweils in anderen Mustern aufgelegten Karten und deren Ereignissen nach und nach mit der kleinen Spielfigur aufdecken. Hat man eine Karte umgedreht, liest uns der Kartengeber das jeweilige Ereignis vor und wir dürfen darauf mit vordefinierten Aktionen reagieren. Erfolg oder Misserfolg unserer gewählten Aktion hängt von unserem Geschick mit Schwert und Co., Würfelglück oder Kartenglück ab.

Bei den Kämpfen verwandelt sich das Spielbrett kurzerhand in einen Fantasy-Schauplatz, auf dem wir unseren Widersachern gegenüber stehen. Diese Kämpfe sehen zwar ganz nett aus, spielen sich aber leider sehr eintönig. Dies liegt wahrscheinlich am zu geringen Schwierigkeitsgrad und der sich immer und immer wiederholenden Gegnertypen. Dennoch bringen diese Action-Einlagen eine willkommene Abwechslung ins Spielgeschehen.

 

Haben wir in einem Abschnitt alle Aufträge erfüllt, stellen wir uns dem “Endgegner”, vermöbeln Ihn und bekommen als Belohnung neue Karten, die wir vor jedem Abenteuer den aufzudeckenden Karten beifügen können. Nimmt man mehrmals hintereinander die selbe Karte mit ins Spiel, verspottet uns der Kartengeber mit “Du magst diese Karte, nicht wahr?” oder ähnlichen Sprüchen. Diese kleinen aber feinen Details ziehen sich wie ein roter Faden quer durch das Spiel und zaubern einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Mehr Abwechslung = Langzeitmotivation?

Eigentlich eine gute Frage. Zwar sorgen die zahlreichen verschiedenen Aufgaben und die kontinuierliche Erweiterung des Kartenstapel speziell am Anfang für Motivation und das Spielprinzip an sich selbst ist relative kurzweilig. Leider sorgen die ständigen Kampfeinlagen für mehr Frust als Freude. Diese müssen nicht nur jedesmal eigens geladen werden, nein sie wiederholen sich auch immer und immer wieder und werden schon nach kurzer Zeit zur lästigen Pflicht. Auch den Texten hätte ein Geschichtenerzähler definitiv gut getan.

 

Hand of Fate 2 ist zwar keine großartige Neuerung, verbessert aber den bereits soliden Vorgänger an allen Ecken und Kanten und bietet dank zahlreicher neuer Karten mehr Abwechslung. Wer den Vorgänger bereits mochte, wird Hand of Fate 2 wahrscheinlich lieben und Neulinge dürfen sich ruhig auf den Stuhl gegenüber des Kartengebers trauen.

PRO

  • Kartengeber
  • Mehr Inhalt
  • Stimmungsvolle Präsentation
  • Tolle Erzählstimme

KONTRA

  • Kämpfe zu leicht
  • Zu viel Lotteriespiel
  • Sehr eintönig
7.8

Spielenswert

Gameplay - 7.1
Grafik - 8
Sound - 7.9
Inhalt - 8.2
Atmosphäre - 8
Das Thema Gaming begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Als Gründer von AustriaGaming habe ich die Möglichkeit mein Hobby zu vertiefen und eine Gaming-Community in Österreich aufzubauen. Neben Steak und Pommes habe ich auch gerne knackige Games auf dem Tablett serviert, die mich bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm fesseln.

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