Huawei Mate 10 Lite | Test

Das Huawei Mate 10 Lite beweist in unserem Test, dass es trotz abgespeckter Hardware den fairen Preis definitiv Wert ist.

Das der chinesische Konzern Huawei in letzter Zeit verstärkt auf sich Aufmerksam macht ist spätestens mit der Verpflichtung des Profi-Fußballspielers Robert Lewandowski als Werbegesicht kein Geheimnis mehr. Doch die Chinesen wollen nicht nur in der Reklame-Welt punkten sondern auch mit deren Geräten! Während Huawei mit dem Mate 10 Pro die Smartphone Profiklasse aufmischen möchte, senden die Chinesen noch ein preiswerteres Modell ins Rennen – das Mate 10 Lite. Android 7.0, 18:9-Display, 5,9 Zoll Display (2160 x 1080 px), Dual-Kameras auf Vorder- und Rückseite und 64 GB interner Speicher – das ist eine Ansage. Wie sich das Mittelklasse-Handy im Alltag schlägt und ob es in der wichtigsten Kategorie “Preis/Leistung” punkten kann, lest Ihr wie immer hier bei uns.

Huawei: Mate 10 Lite - Test

Gutes Mittelklasse-Handy zu einem vernünftigen Preis!

 

Ein treuer Begleiter

Ein Leben ohne Smartphone? OMG, diese Vorstellung ist für die Mehrheit unserer Bevölkerung nicht nur schrecklich, sondern auch schier undenkbar. Seien es die wichtigen Termine, die Erinnerungen an bevorstehende Geburtstage, die zahlreichen mehr oder weniger sinnvollen Telefonate oder auch die etlichen Spiele die einem das Warten auf den Bus etc. versüßen. Mittlerweile gibt es fast keine Anwendung die wir nicht mit unserem Smartphone abbilden können und da die Anforderungen an unsere treuen Begleiter immer vielseitiger werden, sind die Entwickler mehr und mehr gezwungen die dafür nötige Hardware zu verbauen. Kein Wunder also, dass Jahr für Jahr zahlreiche, leistungsstärkere Handys auf den Markt kommen. So weit so gut, da wir nun die Anforderungen geklärt haben, widmen wir uns nun gänzlich dem Mate 10 Lite und klären ob es mit einem Preis von knapp 350€ unsere Bedürfnisse stillen kann.

Dual-Kamera-Setup, ein Garant für knackige Bilder?

Huawei spendiert dem Mate 10 Lite jeweils eine Dual-Kamera auf der Vorder-und Rückseite. Dabei lösen diese auf der Vorderseite mit 13 Megapixeln (f/2,0) + 2 Megapixeln und auf der Rückseite mit 16 Megapixeln (f/2,2) + 2 Megapixeln (f/2,0) auf. Das besondere an den verbauten Dual-Kameras ist, dass man Fotos mit den bekannten Bokeh-Effekt knipsen kann. Dabei wird bei bestimmten Motiven der Hintergrund gerne bewusst unscharf gehalten, um die Ablenkung des Betrachters vom Hauptmotiv zu mindern. Diese Anwendung findet häufig in der Produktfotografie oder auch bei Portraits ihren Einsatz.

Beim Mate 10 Lite gelingen dadurch zwar bessere Fotos mit “geringer” Tiefenschärfe wie bei vergleichbaren Handys ohne Dual-Kamera, aber wer einen gleichwertigen Effekt wie bei teuren Objektiven erwartet, wird eher enttäuscht sein. Des weiteren verzichtet Huawei auf einen integrierten Bildstabilisator und somit gelingen mit dem Mate 10 nur bei ausreichend ruhigen Händen und guten Lichtverhältnissen gute bis sehr gute Bilder. Im Indoorbereich unterstützt uns zwar der integrierte LED-Blitz, dennoch reicht die Leistung nicht aus, um den doch teilweise sehr starken Detailverlust der Bilder zu kompensieren.

Dafür punktet die Kamera-App selbst mit komfortabler Bedienung und einem Pro Modus, welcher uns nicht nur die Blende sondern auch die Verschlusszeit einstellen lässt. Wer also von der Grundthematik Fotografie etwas Ahnung hat, kann so das maximale aus den Dual-Kameras herausholen und in fast jeder Situation absolut brauchbare Bilder schiessen.

 

Tolles Display aber leichte Einbußen bei der Performance

Im Huawei Mate 10 Lite steckt zwar ein HiSilicon Kirin 659 mit acht Kernen, jedoch sind es in Wahrheit 4 x Cortex-A53 mit 2,36 GHz und 4 Cortex-A53 mit 1,7 GHz. Hört sich jetzt ausreichend an, ist es auch für die gängigsten Anwendungen, aber dennoch bemerkt man beim öffnen und speziell beim hin und her Switchen der geöffneten Apps kleine Verzögerungen. Diese Verzögerungen sind zwar auffällig, stören den Alltag aber in keinster Weise. Auch bei den aktuellen Handy-Games macht das Mate 10 Lite eine gute Figur. Kleine Ruckler sind zwar eher selten mit von der Partie, aber bei den Handy-Games kann man das nie so genau sagen, ob es nun wirklich an der Hardware liegt oder am Spiel selbst.

Für die Befeuerung des knackigen Displays sorgt eine Mali-T830-MP2-GPU, welche sich bereits bei zahlreichen anderen Geräten behaupten konnte. Die GPU ist aber definitiv nötig, denn das Display Mate 10 Lite misst satte 5,9 Zoll und besitzt ein 18:9-Format mit einer Full-HD-Auflösung von 2180×1080 Pixel. Hinzu kommt noch das aus dem Premiumsegment bekannte FullView Display, welches durch extrem schmale Ränder zum optischen Blickfang wird. Insgesamt weiß das Mate 10 Lite bei der Verarbeitung, dem gut platzierten Fingerabdruckscanner und im Design durchwegs zu gefallen.

In Sachen Speicher kann das Mate 10 wiederum gänzlich überzeugen. Mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte internem Speicher (erweiterbar) ist nicht nur genügend Platz für Bilder, Filme etc., sondern auch genügend Ressourcen für Multitasking vorhanden.

“Veraltete” Software mit ausreichendem Akku

Wer sich die Überschrift dieses Kapitels gelesen hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass ich das veraltete unter Anführungszeichen gesetzt habe. Das Huawei Mate 10 läuft nämlich noch auf der letzten Android Version, nämlich Nougat (7.1), welches mit dem hauseigenen EMUI angepasst wurde. Zwar ist seit geraumer Zeit die aktuelle Verison “Oreo (8.0)” verfügbar und für die Portierung der einzelnen Geräte der zahlreichen Hersteller freigegeben, dennoch enthält die neueste Android Version noch einige Kinderkrankheiten, welche ständig mit Patches beseitigt werden. Deshalb kann ich die Grundentscheidung für Android 7 nachvollziehen und eine Aktualisierung auf Oreo wurde bereits angekündigt.

Doch was bringen einem die tollsten Funktionen und ein stabiles System, wenn dem Handy innerhalb kürzester Zeit der Saft ausgeht? Richtig, nichts! Und darum kommen wir nun zu einem der wichtigsten Punkte eines Handys, der Akku. Der 3.340-mAh-Akku im Mate 10 Lite ist absolut nicht schlecht und hält bei mittelmäßiger Nutzung (WhatsApp, Anrufe, teilweise Internet, SMS und gelegentliche Fotos) den ganzen Tag durch. Ein besonderer Punkt ist jedoch, dass es beim EMUI keine exzessiven WakeLocks gibt. Sprich, lässt man das Gerät wirklich links liegen, kommt es sprichwörtlich zur Ruhe und verbraucht so gut wie keinen Akku. Das ist nicht selbstverständlich, denn zahlreiche angepasste Android Versionen haben mit diesem Punkt zu kämpfen. Bei WakeLocks gestaltet sich die Fehlersuche für den Otto-Normalverbraucher aber theoretisch schwierig, da in der Akkuverbrauch-Übersicht meist nur Android System als Hauptverbraucher angeführt ist und das könnte so ziemlich alles sein.

Technische Daten

 

 

Lite aber trotzdem ein Mate 10! Huawei schafft es mit einer abgespeckten Hardware die Kosten zu senken und liefert mit dem Mate 10 Lite ein schickes Handy mit guter Performance und ausdauernden Akku. Dennoch merkt man im täglichen Gebrauch, dass es sich “nur” um ein Mittelklasse Handy handelt. Leichte Denkpausen, speziell beim Multitasking, sind zwar vorhanden aber nicht zwingend störend. Auch die Kamera macht bei guten Lichtverhältnissen eine gute Figur, bei schwachem Licht kann man sich mit dem Pro Modus dennoch an absolut brauchbare Bilder herantasten. Android 7, Dual-Kamera, FullView Display mit einer Full-HD-Auflösung von 2180×1080 Pixel und das für unter 350 Euro – Weihnachten kann kommen!

PRO

  • Zeitloses Design
  • Dual Sim
  • Pro Kamera-Modus
  • Tolles Display
  • EMUI
  • Preis

KONTRA

  • Leichte Denkpausen
  • Akku nicht der Stärkste
  • LED Blitz zu schwach
  • Bokeh-Effekt etwas zu schwach
8

Grandios

Verarbeitung - 8.1
Design - 7.9
Handhabung - 7.4
Features - 8
Preis/Leistung - 8.8
Das Thema Gaming begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Als Gründer von AustriaGaming habe ich die Möglichkeit mein Hobby zu vertiefen und eine Gaming-Community in Österreich aufzubauen. Neben Steak und Pommes habe ich auch gerne knackige Games auf dem Tablett serviert, die mich bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm fesseln.

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