Life is Feudal: MMO | Test

Eine glaubwürdige mittelalterliche Welt, bis zu 10.000 Spieler, gefordertes Teamplay und motivierende Berufsgruppen, diese MMORPG lässt wohl keine Wünsche offen? Richtig, denn Life is Feudal!

Heutzutage kommt fast jedes Spiel mit einem integrierten Multiplayer Modus auf den Markt. Doch wieviele von den Spielen bieten auch das immer mehr gewünschte Teamplay und den zusammenhalt in einer Gruppe? Sucht man nach diesen Faktoren, wird die Auswahl eher dünn, bis sehr dünn. Selbst Klassiker wie Battlefield werden immer mehr zum Casual Shooter und Star Wars: Battlefront 2 fordert so gut wie kein Teamplay mehr. Doch es gibt auch Alternativen! Egal ob Ark: Survival Evolved, The Forest oder EVE Online, bei den angeführten Beispielen ist Teamplay nicht nur gewünscht, nein, es ist auch der einzige Baustein für den Erfolg. Genau an diesem Spielprinzip bedienten sich auch die Entwickler von Bitbox Ltd., welche im November 2015 das Hardcore-Survivalspiel Life is Feudal: Your Own in den Handel brachten. Ein realistisches Sandbox RPG im Mittelalter mit bis zu 64 Spieler in einer 3 km x 3 km großen Open World, klingt doch spannend oder? Doch leider hat das Spiel aufgrund des eingesetzten Gameplays und kleinerer bis größere Bugs mit durchwachsenen Bewertung zu kämpfen. 3 Jahre später erscheint nun mit Life is Feudal: MMO der “Nachfolger” und möchte mit einer 441 km² großen Open World mit bis zu 10000 Spieler neue Pöbel gewinnen. Großartig, doch wer mit dem Spiel Spaß haben möchte, muss sehr genau wissen, auf was er sich einlässt. Denn eines ist sicher, Life is Feudal.

Life is Feudal: MMO - Test

Schwer und realistisch, LiF:MMO stellt mittelalterliches Leben in großem Stil dar.

 

Willkommen im Mittelalter

In Life is Feudal schlüpfen wir in die Rolle eines ehemaligen edlen Ritters, der sich durch das töten von Monstern und Drachen nicht nur einen Namen machte, sondern dadurch auch zur Legende wurde. Bei einem Feldzug gegen die Aufsässigen des Königs, begab sich unser Protagonist auf eine gefährliche Reise über die Weltmeere. Doch diese Reise endet mit einem Angriff eines Seeungeheuers und sämtliche Besatzungsmitglieder wurden aus dem Schiff geschleudert. Mit Müh und Not konnte unser Held den Angriff überleben und erwacht kurz darauf als Gestrandeter an einer Küste. Nur mit Lumpen bekleidet sehen wir den Tatsachen ins Auge und verschaffen uns einmal einen Überblick über die aktuelle Lage. Wer Life is Feudal: MMO bereits kennt, der hat sehr schnell erkannt, dass diese Geschichte frei erfunden ist. Zwar basiert LIF: MMO auf einer kurzen Story die im Intro gezeigt wird (Das schöne Königreich ist nicht mehr und zahlreiche Wikinger brechen auf um nach einer neuen Bleibe zu suchen) und man strandet wirklich auf einer Insel (Startgebiet), aber woher man kommt, wer man ist und was wir in unserer Vergangenheit erlebt haben, diese Geschichte legen wir mit RolePlay Elementen selbst fest, denn in LIF: MMO schreibst “DU” als Spieler deine eigene Geschichte.

Ein neuer Held wird geboren

Genre üblich beginnt auch LIF: MMO mit dem Charakter-Editor wo wir unser Geschlecht, unser Aussehen, unsere Abstammung, Stimme, Namen etc. festlegen. Wie auch von World of Warcraft bekannt, sind unsere Namen einzigartig, denn diese dienen als eindeutige Identifikation unserer Charaktere. Leider sind die Namen wirklich die einzig wahre Möglichkeit andere Spieler voneinander zu unterscheiden, denn der Charakter Editor bietet nur sehr wenige Anpassungsmöglichkeiten um seinen Charakter zu individualisieren. So kommt es relativ schnell vor, dass in der riesigen Spielwelt lauter Klone herumlaufen – wirklich Schade, denn jeder MMO – Freak verbringt gerne mehrere Stunden mit dem Editor um sein virtuelles Ich zu erstellen. Hat man sich nun für das Äußere entschieden, können wir eine vordefinierte Anzahl an Skillpunkten verteilen. Wer sich im Vorfeld mit dem Spiel nicht vertraut gemacht hat, wird bei der Verteilung erstmals nach dem Bauchgefühl gehen, doch genau das ist ein grundlegender Fehler. Leider fehlt im Spiel ein eindeutiger Hinweis oder eine Art Tutorial für die Vergabe der Punkte, doch diese sind entscheidend für den späteren Spielverlauf. Eines Vorweg, in LIF: MMO kann man zwar sehr vieles machen, aber eben nicht alles. Das Spiel wurde so aufgebaut, dass wir uns mit anderen Spielern zusammentun um Fortschritte zu erzielen. Als Beispiel: Wir können zwar der beste Bogenschütze und Jäger sein, aber wenn man den Beruf Bogenbauer nicht gelernt hat, hat man eben keinen Bogen um damit herumzualbern.

Zwar kann man Bogenschütze und Bogenbau kombinieren, dafür fallen dann andere Berufszweige weg, denn LIF hat eine Begrenzung der max. erreichbaren Skillpunkte. So kann kein Spieler, egal wieviel Zeit er investiert, wirklich alles machen und das finden wir GUT so! Denn dies fördert das Teamplay und den Zusammenhalt in einer Gruppe. Doch zurück zum Thema! Bevor man also die Skillpunkte vergibt, sollte man sich im offiziellen LIF Wiki über die einzelnen Berufsgruppen informieren und danach entscheiden auf was man Bock hat. Hat man seinen “Traumberuf” gefunden, vergibt man die Skillpunkte passend um beim Start des Spiels einen kleinen Boost zu haben. Als Beispiel: Mich persönlich hat der Jäger am meisten angesprochen, so habe ich bei meinem Charakter die Skillpunkte bei Jagen, Schleuderschütze, Stärke und Beweglichkeit verteilt. Jagen und Schleuderschütze ist klar, doch warum Stärke und Beweglichkeit? Ganz einfach, diese Attribute lassen uns nicht nur mit Pfeil und Bogen mehr Schaden austeilen, sondern verbessern auch unsere Wendigkeit im Kampf gegen gefährliche Tierchen.

 

Keine Sorge, die verteilten Punkte sind nicht fix, denn diese kann man auch vom Spiel wieder reduzieren lassen. Dies ist definitiv nötig, denn wenn einem der gewählte Beruf nicht zusagt, was immer wieder vorkommt, kann man umlernen. Doch Vorsicht, je nach gewählten Server passiert das umlernen nicht auf Knopfdruck, sondern mühevoll mit tausenden von tausenden Aktionen. Um sich das etwas besser vorstellen zu können möchte ich auch an dieser Stelle ein kleines Beispiel anführen. Als Jäger-Frischling kann man zwar mit der Steinschleuder bewaffnet diverse Tiere jagen, Ausnehmen und Häuten, aber mit den erhaltenen Fellen können wir absolut nichts anfangen. Denn um ein Fell zu Leder zu verarbeiten, muss es erst getrocknet werden und danach gegerbt werden. Dafür benötigt es aber die erforderlichen Skillpunkte um einen Trockenrahmen bedienen zu können. Doch diesen Trockenrahmen können wir uns nicht selber aufstellen, denn dieser ist aus Holz und da muss uns der Schreiner unter die Arme greifen. Klingt logisch, doch nun kommen wir zum großen ABER! In LIF: MMO erhöhen sich die Skillpunkte extrem langsam, genauer gesagt sehen wir den Fortschritt als Textmeldung im Chatfenster. So verkündet das Spiel stolz, dass zb. unser Viehzucht-Wert gerade um 0,00132 auf 30,01 gestiegen ist. Definitiv nicht viel! Genau dieser Punkt lässt mit Sicherheit viele Spieler frustrieren und die meisten geben auf bevor sie die wirklich coolen Sachen machen können. Denn das Zähmen, Züchten und Schlachten von Tieren oder das Herstellen von Ausrüstungen macht wirklich Spaß. Doch der Weg dorthin ist steinig und das Spiel entwickelt sich zum “unbezahlten” Nebenjob.

Wir schreiben unsere Geschichte

Wie bereits erwähnt, starten wir in LIF: MMO als Gestrandeter an einer Küste. Dies ist das Startgebiet und soll als eine Art Tutorial dienen. Hier bekommt man von NPC´s einige Aufträge um sich mit der Steuerung und dem Spielprinzip vertraut zu machen. Wer jetzt auf detaillierte Beschreibungen hofft, der wird schnell enttäuscht sein, denn LIF: MMO ist eher “learning by doing”. Zur Not stehen jedem das WIKI oder zahlreiche Foren zur Verfügung. Kennt man Your Own bereits, kann man grundsätzlich das Startgebiet über den Fährmann direkt verlassen. Um auf die Live-Server zu kommen, benötigt man aber ein Ticket, welches man beim Kauf des Spiels bekommt. Dieses Ticket zählt aber nicht für den Account, sondern für den jeweiligen ausgewählten Charakter. Habt ihr das Ticket eingelöst und kommt später drauf, dass euch das gewählte Aussehen oder die vergebenen Skillpunkte doch nicht zusagen und Ihr erstellt euch einen neuen Helden, benötigt Ihr ein neues Ticket, welches Ihr euch kostenpflichtig kaufen müsst. Klingt nach Abzocke, ist es aber meiner Meinung nach nicht, denn so wird unterbunden, dass Spieler durch hin und her switchen der Charakter zu Einzelkämpfer werden.

Hat man sich nun für einen Live-Server entschieden und das Ticket beim Fährmann eingelöst spawnt man per Zufallsprinzip irgendwo auf der “RIESIGEN” Open World. Richtig gelesen, per Zufallsprinzip. Hier macht sich das Spiel einen kleinen Strich durch die Rechnung, denn wenn man gemeinsam als bestehende Gruppe etwas aufbauen möchte, kommt es fast 100%ig vor, das alle an einem anderen Ort spawnen. Bei einer 440 km² großen Map, kann es Stunden dauern, bis man sich dann endlich getroffen hat. Hat man sich dann doch endlich gefunden, kann die mühevolle Aufgabe “Stadtbau” gestartet werden und genau das ist auch wichtig. Denn die Spieler brauchen ein Zuhause, damit man im Fall eines Todes nicht wieder zufällig irgendwo am A**** der Welt spawnt, sondern in seinem Haus. Apropos Tod, segnet man in LIF mal das Zeitliche, verliert man Skillpunkte die man sich mit harter Arbeit und Ausdauer angeeignet hat. Dabei macht das Spiel einen grundlegenden Unterschied wieviele Punkte man verliert. Hat man sich im Spiel nichts zu Schulden kommen lassen, sprich man hat keinen Mord begangen, verliert man weniger, hat man mal wen gekillt wird man als Verbrecher gekennzeichnet und wird man dann getötet, können je nach schwere des Vergehens fast alle Punkte davon betroffen sein. Oh ja, das schmerzt und das ist auch gut so, denn mit diesem Vorgehen vertreibt man relativ schnell sämtliche Trolls aus der Spielwelt.

 

Aber das Spiel besteht nicht nur aus Bauen, Sammeln und Jagen, sondern auch aus Angriff und Verteidigung. Denn bis die Stadtmauern samt Tor fertiggestellt wurden, vergeht nicht nur einiges an Zeit, nein, man ist auch ungeschützt vor Feinden – und diese werden kommen! Auch der stärkste Mann hat gegen mehrer Angreifer keine Chance, deshalb ist es in LIF so extrem wichtig, Anschluss zu finden bzw. zu suchen. Denn nur eine große Gruppe/Gilde hat im Verlauf des Spiels das nötige Equipment und Know How um in der Open World bestehen zu können. Zum Glück ist dies 80% der LIF Spieler bewusst und somit braucht man nur im Internet nach bestehende Gilden suchen und per Bewerbung um eine Aufnahme bitten. Auch in unserem Fall haben wir uns an eine bestehende Gilde angeschlossen und erlebten innerhalb kürzester Zeit einen Zusammenhalt und eine Hilfsbereitschaft, die wir in sämtlichen anderen Spielen vermissen. Alles wird geregelt, Hierarchien werden festgelegt und jeder, wirklich jeder hat seine Aufgabe die er im Laufe des Tages so gut es geht erfüllen möchte. Genau dieses Spielprinzip ist motivierend und fesselt einem trotz mühsamer Arbeitsschritte vor dem Bildschirm.  Wer an dieser Stelle bereits Lust bekommen hat und auch einen Anschluss sucht, kann sich gerne unter diesen Link: https://discord.gg/mcS8MhG bei uns melden.

Glaubwürdige Spielwelt, angestaubte Technik

Bitbox setzt auch beim MMO wie bereits bei Your Own auf die Torque 3D Grafik-Engine. Diese Engine ist zwar nicht mehr Stand der Technik, dennoch zweckmäßig und stellt die mittelalterliche Welt und dessen Charaktere überzeugend dar. Leider trüben jedoch zahlreiche Bugs das sonst so glaubwürdige Gesamtbild. Mal kann man an bestimmten Stellen durch den Boden sehen, mal bleibt das Pferd aus unerklärlichen Gründen irgendwo hängen oder man wird beim Wechsel eines Servers aus dem Spiel geworfen. Anhaltende Bugs bei den Detaillevel-Darstellungen machen das Ganze nicht besser, so ploppen viele Gewächse teils spät ins Bild, andere haben falsche LoD-Einstellungen und erscheinen nur dreidimensional, wenn man schon mitten im Busch steht. Auch die teils starken Lags beim nachladen der Scenery-Objekte und die teils lieblosen Animationen der Charakter stören die Immersion teilweise erheblich. Auch die Soundeffekte erfordern die Aufmerksamkeit der Entwickler, diese hören sich zwar im Grunde ganz passabel an, aber ertönen gerade beim Kampfsystem etwas nach der eigentlichen Animation. Aber das Spiel befindet sich noch in der Beta und wir wollen den Entwicklern die Chance geben, das Spiel im Laufe der Zeit zu verbessern. Bis Dato kam der Feinschliff des Spiels etwas zu kurz und die Entwickler waren dabei neue Funktionen einzuführen oder das Balancing anzupassen. Sollten Sie dies jedoch in absehbarer Zeit in Angriff nehmen, steht einem Erfolg wohl nichts im Wege, denn das Potenzial des Spiels ist absolut enorm.

 

Life is Feudal: MMO ist sicherlich kein Spiel für Jedermann, denn der Fortschritt lässt lange auf sich warten und man muss sehr viel Geduld und Ausdauer investieren um in der Open World bestehen zu können. Bringt man aber diese Eigenschaften mit, macht das Spiel gerade im fortgeschrittenen Skill mächtig Spaß. Ein weiterer Pluspunkt ist die reife, hilfsbereite Community welche in sämtlichen Situationen nicht nur zusammenhält, sondern sich regelmäßig über gesammelte Erfahrungen austauscht. Auch die glaubwürdige Spielwelt und die immense Größe der Spielwelt motivieren zusätzlich. Leider trüben die zahlreichen Bugs das Gesamtbild, aber das Spiel befindet sich noch in einer frühen Beta-Phase und wir hoffen stark, dass diese in absehbarer Zeit beseitigt werden. Sind diese Fehler einmal beseitigt, steht uns mit LIF ein MMO zur Verfügung, welches im Genre seinesgleichen sucht. Wer jetzt also Lust bekommen hat und einen Anschluss sucht, kann sich gerne bei uns melden, denn wir werde in Life is Feudal: MMO auf jeden Fall noch länger auffindbar sein!

PRO

  • Riesige Spielwelt
  • Sehr viele Spieler
  • Rollenspiel-Elemente
  • Teamplay wird gefordert
  • Zahlreiche Berufsgruppen
  • Harte Arbeit wird belohnt
  • Skillsystem
  • Mittelalter Atmosphäre

KONTRA

  • Noch viele Bugs
  • Grafik leicht angestaubt
  • Sound nicht immer On-Point
  • Animationen teilweise lieblos
  • Spawnsystem
  • Eventuelle Logouts beim Serverwechsel
8.3

Grandios

Gameplay - 8
Grafik - 7.3
Sound - 8.1
Inhalt - 9.1
Atmosphäre - 8.9
Das Thema Gaming begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Als Gründer von AustriaGaming habe ich die Möglichkeit mein Hobby zu vertiefen und eine Gaming-Community in Österreich aufzubauen. Neben Steak und Pommes habe ich auch gerne knackige Games auf dem Tablett serviert, die mich bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm fesseln.

Gib deinen Senf dazu!

Passwort vergessen