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Maid of Sker | Test

Eine interessante Geschichte, welche liebevoll in eine spannende Spielwelt eingebettet ist, aber leider mit einer katastrophalen Mechanik zunichte gemacht wurde.

Endlich wieder einmal ein Survival Horror Game in unserem Postkasten. Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich Maid of Sker von den Entwicklern Wales Interactive zugewiesen bekommen habe. Das Genre selbst bietet von Top-Games bis zu absoluten Flops einfach alles. So gibt es Größen wie Resident Evil, Alone in the Dark, Alan Wake, Amnesia oder Outlast (aber nur der erste Teil – der Zweite war eher nicht mein Fall). Demgegenüber wiederum gibt es so viele missglückte Games, dass ich gar nicht erst beginne diese aufzuzählen. Nun aber die große Frage: Wo wird sich Maid of Sker wiederfinden? Top oder Flop? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen, dazu jetzt gleich mehr!

Geratet nicht in Panik … aber haltet am besten den Atem an!

 

Die Geschichte hinter dem Horrorspiel ist an eine walisische Folklore angeknüpft: Die originale Erzählung handelt von dem sogenannten Sker House, welches von zwei Geistern heimgesucht wird. Einem Kapitän, welcher Schiffbruch am nahe gelegenen Sker Point erlitten hat, und Elizabeth Williams: Elizabeth und Thomas Evans waren ein unendlich ineinander verliebtes Pärchen. Der Vater von Elizabeth hatte jedoch andere Pläne für sie im Repertoir, unter anderem eine Zwangsheirat. Deshalb sperrte dieser sie in einen Raum des besagten Hauses ein, in welchem sie dann an einem gebrochenen Herzen gestorben ist.

Maid of Sker rollt diese Erzählung neu auf und verleiht ihr einen eigenen Touch. In unserer Geschichte wird Elizabeth Williams in das Sker Hotel eingeladen, um die Position ihrer verstorbenen Mutter einzunehmen: die der Maid of Sker. Ihre Aufgabe war es ursprünglich mit ihrem Gesang Kunden anzulocken und diese für das Hotel zu gewinnen. Doch irgendetwas ist fürchterlich schief gelaufen und das gesamte Personal des Sker Hotel verlor den Verstand. 

Zu Beginn des Spiels erhalten wir von Elizabeth einen Hilfeschrei in Form eines Briefes. In diesem wird uns erklärt, dass wir sie nur mit einem bestimmten Lied befreien können. Doch ganz so einfach soll es nicht werden, denn uns steht nicht nur das gesamte Hotelpersonal entgegen, sondern auch zwei Antagonisten, welche unter anderem Mitschuld an der Situation von Elizabeth haben.

MECHANIK ZUM EINSCHLAFEN

Die Geschichte klingt in seinen Grundzügen wohl sehr interessant und schreit nur so vor Potenzial – oder etwa nicht? Leider muss ich euch jetzt bitter enttäuschen. So gut, wie sich das Spiel auf dem Papier auch liest, ist am Ende doch dessen Umsetzung ausschlaggebend für die Bewertung. Die bereits erwähnten Gegner sind im Spiel blind, haben dafür aber ein ausgezeichnetes Gehör verpasst bekommen. Somit ist es unsere Aufgabe als Spieler so leise wie möglich zu sein, um uns an den Gegnern vorbei zu bewegen. Angriffe oder Attacken haben wir keine, mit der Ausnahme einer Kugel, welche eine Schallwelle von sich gibt und die Gegner für eine kurze Zeit demobilisiert. Die Munition für die besagte Waffe ist jedoch so selten, dass man am Ende zum Munitions-Horter wird und dieses Gadget kaum bis selten benutzt.

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Die Mechanik per se kommt einem bekannt vor: Zum Beispiel spielt sich Outlast oder Amnesia exakt gleich. In Maid of Sker wirkt jedoch dieselbe Mechanik einfach nur einschläfernd. Nach kürzester Zeit durchschaut man die Gegner und auch auf der höchsten Schwierigkeitsstufe bieten diese keine Herausforderung: Die Widersacher bewegen sich in den gleichen Bewegungsmustern auf und ab und weisen ab und zu eine minimale Abweichung der Routine auf. Das war es: Gegner beobachten, Gegner umgehen und weiter im Level. Die einzige Mechanik, die den Entwicklern eingefallen ist, um das ganze noch etwas kniffliger zu machen, sind Partikel in der Luft, die unseren Protagonisten in Husten ausbrechen lassen. Hust, Hust…

Aber auch dafür gibt es eine Abhilfe, wir können für begrenzte Zeit unsere Hände vor den Mund nehmen, so die Atemgeräusche quasi auf null stellen und den Hustenreiz unterdrücken.. Grundsätzlich ist ein Zeitlimit vorgesehen wie lange die Luft angehalten werden kann – es wird einem wortwörtlich schwarz vor den Augen –  jedoch kam es nur in ganz seltenen Fällen dazu, im Normalfall benötigt man diese Mechanik nur für einen kurzen Augenblick. 

HALBWEGS GUTES LEVELDESIGN UND SCHÖNE ATMOSPHÄRE

Geniale Geschichte, langweilige Mechanik – aber wie sieht es mit dem Leveldesign und der Atmosphäre aus? Auch hier mussten wir feststellen, dass sich das Game in zwei teilt. Einerseits dürfen wir das glaubwürdig gestaltete Sker Hotel erkunden und andererseits müssen wir uns durch den linearen und langweiligen Aufbau der Außenanlage quälen.

Im Hotel zu erkunden sind verwinkelte Gänge, dunkle Ecken und eine schier unendlich wirkende Anzahl von Räumen. Immer wieder findet man versteckte Goodies und Rätsel, welche nicht sonderlich schwer zu lösen sind, aber eine angenehme Abwechslung zum trockenen Herumschleichen bieten. Die Kunst im Hotel ist es, sich nicht zu verlaufen. Als Hilfestellung bieten uns die Entwickler ein gut durchdachtes Inventar-System, samt Map, welche man zu Rate ziehen kann und zu Rate ziehen muss. 

Der Außenbereich stellt das komplette Gegenteil zum Hotel dar. Wir finden uns grundsätzlich in einem sehr linearen Aufbau wieder, es gibt wenig zu erkunden und so etwas wie “Verlaufen” kann einem hier quasi nicht passieren. Was jedoch das Hotel, sowie der Außenbereich des Spiels gemeinsam haben, ist eine wirklich schöne Gothic-Atmosphäre. Die Entwickler schaffen es, dass man sich ein Jahrhundert zurückversetzt fühlt, immer wieder bleibt man stehen um zu staunen. Auch die einzelnen Räume sind liebevoll gestaltet worden, so kann schon einmal passieren, dass man sich in die Arbeit der Designer verliebt. Die Grafik wiederum trübt dieses Erlebnis ein wenig …

FURCHEINFLÖßENDE SOUNDKULISSE MIT SCHWAMMIGE GRAFIK

An die Person, die das Motion-Blur standardmäßig aktiviert hat: Warum nur??? Auf der PlayStation Pro 4 war das Spiel zu Beginn quasi nicht spielbar. Bei jeder Bewegung ist die gesamte Umgebung verschwommen und die Augen hatten schwer zu arbeiten, um alles nachvollziehen zu können. Zum Glück ist es möglich, in den Optionen diesen Effekt zu deaktivieren. Doch was bleibt dann über? Die spannungstreibende Atmosphäre bleibt natürlich erhalten, doch die Grafik wirkt plötzlich sehr schwammig und “von gestern”.

Doch damit noch nicht genug, gleich am Anfang ist das Spiel einmal abgestürzt (das hatte ich bis dato auf einer PS4 Pro noch nie) und auch während des Spiels wird man immer wieder aus dem Spielfluss durch Mikroruckler gerissen – sehr ärgerlich. Nun zum Sound: Wie hätte es auch anders sein können, die visuelle Umsetzung ist den Entwicklern nicht gelungen, dafür jedoch die auditive Gestaltung des Spiels. Nicht nur verkörpern die Sprecher mit ihrer Stimme die Figuren im Spiel perfekt, auch die Verwendung von Musik und Geräuschen sorgt durchgehend für eine angemessene Portion an Spannung.

FAZIT

 

PRO

  • Sound-Kulisse
  • Leveldesign im Hotel
  • Rätsel und versteckte Goodies
  • Story
  • Inventar und Karte
  • Art-Design
  • Alternative Enden

KONTRA

  • Grafik
  • Lineare Spielwelt im Außenbereich
  • Langweilige NPC-KI
  • Keine herausfordernde Schwierigkeit
  • Mikroruckler
  • Spiel-Crash
  • Eintönige Stealth-Mechanik
6.6

Ausbaufähig

Gameplay - 5
Grafik - 5
Sound - 8.2
Inhalt - 7.5
Atmosphäre - 7.3
Ich bin ein Nerd aus Leidenschaft, spiele von Shooter bis hin zu Jump & Run Games und habe ein Herz für schönes Story-Telling. Kann den Hype um Spiele wie Battlefield und Co. nicht verstehen, konnte über ein ganzes Jahr Spielzeit in World of Warcraft erreichen bevor es seinen Reiz verlor. Momentan bin ich auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Spielen welche es zu bezwingen gilt!

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