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Monster Hunter Rise | Test

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Endlich wieder ein Monster Hunter für die Hosentasche!

Es gibt nichts Cooleres, als einen Gift speienden Drachen zu reiten, mit dem man einen anderen Saurier kräftig auf die Rübe klopft. In einer Serie, die mit World einen neuen Aufschwung erlebte und für großartige Kämpfe bekannt ist, welche man in anderen Spielen mehr oder weniger vergeblich sucht, schafft es der jüngste Ableger “Monster Hunter Rise” immer wieder zu begeistern. Obwohl sich der Umfang und der erzielte Fortschritt (im Vergleich zu World) durchaus flacher anfühlt, bietet Rise aufgrund des schnellen Tempos und dem überarbeiteten Kampfsystem genügend Dinge, die einem für zahlreiche Stunden vor der Switch fesseln.

Gehe auf die Jagd, wann und wo du willst!

UNGLAUBLICH MOTIVIEREND

Die Monster Hunter Serie sollte mittlerweile jedem Gamer ein Begriff sein. Für diejenigen, die wirklich noch neu in der Serie sind, geht es in Monster Hunter Rise darum, riesige, spektakuläre Monster zu töten oder zu fangen und sie in neue Ausrüstungsteile zu verarbeiten. Jede Jagd ist im Wesentlichen ein epischer Bosskampf gegen ein oder zwei bestimmte Monster, die alle unglaublich vielfältig sind, sowohl was das visuelle Design als auch das Verhalten angeht! 

Eine erfolgreiche Jagd bringt euch die benötigten Materialien ein, mit denen ihr bessere Ausrüstung herstellen könnt, die es euch wiederum ermöglicht, stärkere Monster zu jagen – und so weiter und so fort. Dabei hängt der Erfolg neben eurem Können auch von einer gesunden Mischung aus Vorbereitung und Geschicklichkeit ab. Durch die Vielfalt der 14 unterschiedlichen Waffentypen, zwischen denen ihr vor jeder Jagd hin und her wechseln könnt und das strategische Abtrennen bestimmter Körperteile eines Monsters, anstatt einfach nur gedankenlos darauf einzuschlagen, bleibt das Gameplay frisch, fordernd und auf jeden Fall motivierend.

EASY 2 LEARN, HARD 2 MASTER

Die Monster Hunter Serie galt in der Vergangenheit (aufgrund der Tiefe) als schwer zu erlernen, doch mit Monster Hunter World wurde diese Barriere durchbrochen. Mit World wurden viele Aspekte gestrafft, was die Serie für ein breiteres Publikum zugänglich gemacht hat. Rise fühlt sich aber eher wie ein Nachfolger des letzten Switch-Ablegers (Monster Hunter Generations Ultimate) an, was durchaus Sinn macht, da World bekanntlich nie für die Nintendo Switch erschienen ist.

Rise bietet eine gelungene Mischung aus alten und neuen Ideen, von denen einige erfolgreicher sind als andere. Zum Beispiel wurden viele Optimierungen von Monster Hunter World übernommen, wie die Karten ohne Ladezeiten, Waffenschärfsteine, die nicht verbraucht werden und Heilgegenstände, die beim Gehen verwendet werden können. Auf der anderen Seite kehren Dinge wie separate Dorf- und Hub-Questlinien für Einzel- und Mehrspieler sowie die Möglichkeit, den Spielstil einer Waffe zu optimieren, aus älteren Monster Hunter Teilen zurück. Durch diesen Mischmasch aus alten und neuen Ideen fühlt sich Rise im im Vergleich zu Generations Ultimate wie ein großer Schritt nach vorne an, im Kontext von World und seiner Iceborne-Erweiterung bleibt es aber eher ein Seitenschritt.

EIN SPIN-OFF

Die Story war noch nie der Mittelpunkt der Monster Hunter Serie, deshalb ist es auch keine Überraschung, dass diese in Rise so dünn wie ein Seidenpapier ist. Die Geschichte wird in wenigen Zwischensequenzen erzählt, in denen die englische Sprachausgabe stotternd synchronisiert wurde, um mit den scheinbar unveränderten japanischen Lippenbewegungen übereinzustimmen, und zwar auf eine Art und Weise, die keinem der beiden einen Gefallen tut. Das macht die Kämpfe um diese Szenen herum nicht weniger spannend, aber es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Verbesserungen, die World vorgenommen hat, nicht nur mechanischer Natur waren. 

Die Geschichte von World war zwar auch nicht viel dichter, aber sie bot immerhin ein nettes Gefühl der Entdeckung und Kontinuität, was einem das Gefühl gab, den neuen Kontinent tatsächlich erkunden zu wollen. Seien es die groß Inszenierten Story Quests, das Fährtenlesen der einzelnen Monster oder die sonstigen zahlreichen Aufgaben, welche die Story vorantrieben, das alles vermisse ich in Rise deutlich spürbar und hier macht der Titel leider einen spürbaren Rückschritt gegenüber World.

Ob diese fehlenden Features von dem deutlich verbessertem Gameplay überschattet werden, muss wohl jeder selbst entscheiden. Ich persönlich hab derzeit keinen Favoriten, denn World bietet den größeren Umfang und Rise eben das bessere Gameplay. Die Qual der Wahl 🙂

TOLLE VIELFALT AN MONSTERN

Neben dem flüssigen Kampfsystem bin ich auch von der unglaublichen Vielfalt an Monstern beeindruckt. Meine Güte, was für tolle Monster es dieses Mal wieder gibt! Es gibt mehr als 30 zu erlegen, von denen etwa ein Drittel brandneu und eine Handvoll aus World importiert sind. Die Neuzugänge sind ein absoluter Knaller! Sie sind alle exzellent gestaltet, sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrem Kampfstil. 

Dazu gehören der lächerliche Vogel-Affe Bishaten, der Kakis auf dich wirft, das Sumo-inspirierte Schnabeltier-Schildkröte Tetranadon und der elegante Feuerkran Aknosom, der einige der am coolsten aussehenden Rüstungen und Waffen hat.

FOKUS AUF ENDCONTENT?

Rise verwendet eine einfachere Variante des älteren Key Quest-Systems, um euch sofort aus einer Vielzahl von Aufgaben auswählen zu lassen. Story hin oder her: diese Flexibilität ist auf einer Handheld Konsole sehr zu begrüßen. Dennoch hat dieses System auch einen Nachteil, da sich dadurch die Vielfalt der Monster deutlich schneller erschöpft! Es gibt zwar viele zu bekämpfen, aber nach dem Abschluss der Dorf-Questline hatte ich den Großteil von den Monstern schon gesehen und so war die zweite Hälfte des Fortschritts etwas weniger überraschend. 

Mit dem voranschreiten des Jäger-Rangs, ziehen aber der Schwierigkeitsgrad und die zu erhaltenen Belohnungen an. Den Monstern werden dann nicht nur mehr Gesundheit und Schaden zu den Attributen hinzugefügt, sondern auch deren Fähigkeiten verändern sich grundlegend. So seid ihr mehr und mehr gezwungen, euch neue Bewegungen und Taktiken einzuprägen, um letztendlich zum Erfolg zu kommen. Das ist in Rise zwar nicht neu, aber es ist eines der grundlegendsten Elemente, um die Kämpfe gegen die gleichen Monster frisch und spannend zu halten.

Was den meisten wahrscheinlich sauer aufstoßen wird, ist die Tatsache, dass Rise derzeit keine Art von EndContent hat, um wirklich die Grenzen all der Möglichkeiten auszuloten, die es bietet. Nach knapp 60 Stunden habe ich mehr oder weniger alles gesehen, was es zu sehen gibt und als draufgabe endet Rise mit einem unbefriedigenden Cliffhanger. Kombiniert mit der relativ flach wirkenden Ausrüstung und Progression wirkt Rise am Ende eher wie eine exzellente Grundlage, auf der Capcom nun aufbauen kann.

INVASION DER SEILKÄFER

Unabhängig von der geführten Waffe, sind die sogenannten Seilkäfer das mächtigste neue Werkzeug, das euch in Rise zur Verfügung steht. Seilkäfer sind eine aufladbare Ressource, mit der ihr durch die Luft springen, jede Wand erklimmen, von großen Treffern erholen und spezielle Silkbind-Moves einsetzen könnt. Es ist kaum zu beschreiben, wie sehr die kleinen Helfer das Tempo im und außerhalb des Kampfes beeinflussen. 

Plötzlich gibt es in Rise nicht nur fast keine Ladebildschirme mehr, sondern es gibt auch kaum noch Grenzen, Berge zu erklimmen und über weite Strecken zu springen. Und wenn man sich in der Hitze des Gefechts befindet, können die Seilkäfer für spezielle Moves eingesetzt werden, die für jede Waffe einzigartig sind und von epischen Angriffen bis zu mehr Manövrierfähigkeit reichen.

Aber die Änderung des Tempos des Kampfes, ist wahrscheinlich auch die subtilste: Wenn ihr durch einen großen Treffer zurückgeworfen werdet, könnt ihr durch Drücken von ZL+B einen Seilkäfer verwenden, um euch mit der Waffe wieder auf die Beine zu stellen und dadurch werden die Ausfallzeit während eines Kampfes drastisch reduziert! Einen Treffer zu kassieren, ist jetzt eine Chance und kein Rückschlag mehr, so dass ihr schnell wieder in den Kampf eingreifen könnt. Diese neue Mechanik ist absolut genial und ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals wieder ohne Seilkäfer in Monster Hunter spielen möchte.

Man kann diese Dynamik auch an anderen Stellen deutlich sehen, wie z.B. wie Rise das exzellente Konzept des Monsterreitens von Iceborne einen Schritt weiter bringt, indem es dir die volle Kontrolle über einen reitbaren Hund (Palamute) gibt, mit dem ihr euch viel schneller fortbewegen könnt. Darüber hinaus wurden einige der Vorbereitungen vor der Jagd, wie z. B. bestimmte Nahrungsverbesserungen und Werkzeugauswahl, vereinfacht oder in Sammelobjekte in der Mitte der Mission verlegt. 

Die Vorbereitung ist zwar immer noch wichtig, aber ihr könnt euch jetzt in eine Mission stürzen und nützliche Statusverbesserungen einsammeln, während ihr unterwegs seid. Die wichtigsten davon sind die bunten Spiribirds, die auf jeder Karte verstreut sind. Jede Farbe erhöht entweder die Gesundheit, die Ausdauer, den Angriff oder die Verteidigung bis zu einer bestimmten Obergrenze.

AUF DEN RÜCKEN

Nun kommen wir zu meinem Highlight von Monster Hunter Rise, dem erweiterten System zum Reiten von Monstern! Das Austeilen von Schaden mit bestimmten Angriffen versetzt ein Monster in einen reitbaren Zustand, über das ihr die komplette Kontrolle bekommt. Ihr könnt sie nach Belieben in Wände rammen und sogar ihre leichten und schweren Angriffe mit einem Kombo- und Pariersystem einsetzen, das in seinem Timing überraschend nuanciert ist. Das ist ein absoluter Spaß, aber der Nebeneffekt ist, dass die anderen Monster auf einer Karte zu Werkzeugen werden, die euch tatkräftig unterstützen können. Es gibt reichlich Möglichkeiten die unterschiedlichsten Monster zu reiten oder in Kämpfe zu locken, und es nicht ungewöhnlich, drei oder vier verschiedene Monster zu benutzen, um das eigentliche Ziel niederzuschlagen. Klasse!

DAS SPIEL IM SPIEL

Neu in Monster Hunter Rise sind auch die sogenannten Randale. Randale sind im Grunde eine seltsame Mischung aus Monster Hunter und einem Tower-Defense-Spiel, bei denen ihr Gegnerhorden überstehen müsst. Dafür stehen euch Ballisten, Kanonen, und mehr zur Verfügung, welche ihr vor dem Start auf den dafür vorgesehenen Plätzen aufbauen könnt. Es ist eine seltsame, aber lustige Neuheit, die an vergangene Belagerungskämpfe wie Kulve Taroth erinnert, aber mit deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten und viel weniger Druck. 

Nebenbei werdet ihr für die aufgebrachte Zeit ziemlich gut belohnt, denn ihr erhaltet ein paar Handwerksmaterialien von jedem Monstertyp und eine Bootsladung Defender Tickets. Diese werden dafür verwendet, um Waffen mit einem neuen System namens Rampage Skills aufzuwerten. Das können ganz einfache Dinge sein, wie die Erhöhung von Angriff, Verteidigung oder Affinität, aber einige bieten auch einzigartigere Effekte, wie die Erhöhung des Schadens, wenn eure Waffe stumpf wird, oder mehr Schaden an Feinden in der Luft, und so weiter.

DIE SWITCH HAT ES IMMER NOCH DRAUF!

Während die vergleichsweise (Xbox, PS4 und PC) schwache Hardware der Switch das Geschehen nicht ganz so knackig aussehen lässt, wie ich es von World gewohnt bin, ist es ehrlich gesagt bemerkenswert, wie nah hier Rise dennoch ran kommt. Die Ladezeiten sind schockierend schnell, die Performance stabil und selbst die Grafik kann sich absolut sehen lassen. Capcom verdient auch ein besonderes Lob für die Entwicklung eines Online-Systems, welches auch tatsächlich funktioniert, denn es erlaubt euch den Lobbys eurer Switch-Freunde mit wenig bis gar keinem Aufwand beizutreten.

Angebot
Monster Hunter Rise - [Nintendo Switch]
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

FAZIT

PRO

  • Flüssiges Gameplay
  • Grandiose Performance
  • Saubere Grafik
  • Tolle Soundeffekte
  • Atemberaubende Monster

KONTRA

  • Teils leblose Welt
  • Mehr Spin-Off als Fortsetzung
  • Immer noch Clipping-Fehler
  • Kaum Endcontent
  • Casual Monster Hunter
8

Grandios

Gameplay - 8.7
Grafik - 8.4
Sound - 7.9
Inhalt - 7.2
Atmosphäre - 8
Das Thema Gaming begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Als Gründer von AustriaGaming habe ich die Möglichkeit mein Hobby zu vertiefen und eine Gaming-Community in Österreich aufzubauen. Neben Steak und Pommes habe ich auch gerne knackige Games auf dem Tablett serviert, die mich bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm fesseln.

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Moldolf

Habs mir auch geholt, ist nicht schlecht, aber auch kein Highlight!

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