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Oddworld: Soulstorm | Test

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Neu und gut überarbeiteter Stealth-Rätselknacker der Oddworld-Reihe!

Welcher alteingesessene Zocker kennt sie nicht? Die Oddworld-Reihe? Aus Nostalgie musste ich meine PS(1)-Original-Version von Oddworld herauskramen, entstauben, eine Träne rausdrücken und wieder sachte in die Gaming-Vitrine stellen. Denn viele, viele Stunden sind in diese Halbleiter-Disc geflossen und verdammt gute Jugendstunden zwängen sich zur Erinnerung auf! Achja … So! Altgebackenes beiseite und Neues her. Mit Oddworld: Soulstorm bietet Oddworld Inhabitant den bereits achten (!) Oddworld-Titel. Wobei genau genommen ist Soulstorm das angeblich erweiterte Remake des zweiten Teils Abe’s Exoddus (welches gleich in der Vitrine daneben steht). Ob die optische und inhaltliche Überarbeitung taugt lest ihr im nachfolgenden Review.

Oddworld: Soulstorm ist das zweite Spiel in Abes neuem Heldenepos und schließt direkt an die Ereignisse aus Oddworld: New ‘n’ Tasty aus dem Jahr 2014 an.

 

Genüsslich trinken wir unser giftgrünes Gebräu aus der tropfenförmigen Flasche, als plötzlich wieder die Revolution an die Tür … oder besser an den Höhlenvorhang … klopft. Mudokens gegen Glukons! Ein bereits mehr als zwei Jahrzehnte andauernder (virtueller) Konflikt schreibt ein neues (bekannt aus dem zweiten Teil der Serie) Kapitel! Hastig schmeißen wir unser Gebräu ins Feuer (ein Fehler wie wir weiter unten erfahren werden) und greifen zur … Chant-Kugel!? … na gut besser als nichts! Es ist wieder soweit! Abe ist erneut gefordert seine Kollegen und Mitstreiter gegen üble Konzernbosse zu verteidigen. Einen bildhafteren Kampf gegen den Kapitalismus hat es auf Disc zuvor nicht gegeben. Setzt euch hin, lehnt euch zurück und genießt den bekannten Kampf der Schwachen gegen die vermeintlich Starken!

DA BRAUT SICH WAS ZUSAMMEN

Wie bereits zu Beginn erwähnt ist Soulstorm die Überarbeitung des offiziell zweiten Teils Abe’s Exoddus. Lt. Entwicklerteam konnte damals aufgrund technischer Grenzen der Titel nicht so veröffentlicht werden, wie geplant. Dies soll die Neuauflage jedoch bieten.

Erneut befinden wir uns wieder in der Kulturgeschichte der Mudokens, einer außerirdischen, unterdrückten Rasse. Äußerlich gebrechlich und willensschwach sind diese gerade aus üblen Fabriken der Glukons, geldgierige, armlose Wesen, entkommen und befinden sich auf der Flucht (siehe Ende Teil 1). Angeführt von ihrem Erlöser (oder Peiniger, je nachdem wie Teil 1 abgeschlossen wurde) Abe, befinden sie sich derzeit in vermeintlicher Sicherheit. Als sie jedoch plötzlich angegriffen werden und Abe ein wichtiges Schicksal offenbart wird, müssen die Mudokens erneut die Beine in die Hand nehmen und sich gegen die üblen Kapitalisten-Glukons auflehnen, um ihre Freiheit von Neuem einzufordern.

Abe dient dabei als Hauptprotagonist und trifft auf seiner schicksalhaften Reise viele seiner Artgenossen. Ziel ist es so viele wie möglich zu retten, auf ihre Hilfe zu bauen und zusammen die diktatorische Herrschaft der Glukons abzuschaffen. Ob dies Abe gelingt ist fraglich und hängt mit starkem Aufwand zusammen. Da viele seiner Mitstreiter verstreut zu finden sind und oftmals in verzwickten lagen stecken. Nimmt er die Eskapaden in Kauf oder geht er doch den einfachen Weg? Es liegt an euch!

VIVA LA REVOLUTION!

Erneut ist Abe einiges an Werkzeug und Mitteln mitgegeben, um die vor ihm stehenden Herausforderungen zu meistern. Zum einen haben wir altbekannt die Möglichkeit zu schleichen und uns zu verstecken. Dies hilft abschnittsweise gegen üble Sligs, welche als Soldaten der Glukons dienen. Diese sind äußerst gereizt und lassen kein Wort der friedlichen Konversation zu. So muss sich Abe öfters an ihnen vorbeischleichen, in Spinden verstecken oder in dunklen Nischen untertauchen.

Als strenggläubiger ist Abe ebenso mit mentalen Fähigkeiten ausgestattet, dem sogenannten Chanten. So lassen sich außerkörperliche Ereignisse auslösen, Türen öffnen oder sogar üble Gegner übernehmen und steuern um sich den Weg getarnt als Feind freizuräumen. Allerdings ist Chanten nicht überall möglich und wird oftmals durch den Feind unterbunden, wodurch wir auf andere Mitteln zurückgreifen müssen.

Wie zum Beispiel unserem Beutel! Darin können wir mit Hilfe von einigen gefundenen Gegenstände andere Gegenstände erzeugen und nutzen. So werfen wir mit entzündlichen Gebräu-Flaschen, Wasser-Flaschen oder Steinen um Gegner abzulenken, zu entzünden oder brennende Passagen freizumachen. Das System arbeitet zwar gut, unterbricht allerdings den Spielfluss enorm und stört stellenweise einfach nur. Die Idee der Entwickler ein Crafting-System einzubauen ist grundlegend sinnvoll, hätte allerdings um einiges handlicher und schneller sein können. Schade.

Neben den bisherigen Methoden und Mitteln steht uns noch die simpelste Idee von allen zur Seite: Konversation. Wie in den bisherigen Teilen ist Abe nicht unbedingt auf den Mund gefallen. So lassen sich bekannterweise mit Steuerkreuztasten einfache Meldung und Befehle aussprechen, wodurch wir unsere Mudoken-Kollegen steuern und beeinflussen können. Weiters lassen sich diese auch mit Gegenständen ausrüsten, sodass diese hilfreiche Soldaten werden oder wandelnde Gebräu-Bomben.

QUARMA IS A B****

Neu hinzugefügt wurde ein Karma-System, welches am Ende eines jeden Kapitels bewertet wie „gut“ oder „böse“ ihr gehandelt habt. Wie viele Tote gab es? Wie viele wurden gerettet? Welche Mittel wurden eingesetzt und wie viele geheime Orte und Gegenstände wurden von euch gefunden? Je nachdem bewertet das Spiel euch mit gutem oder eben bösem Karma. Wie ihr euch denken könnt oder vielleicht noch aus den Vorteilen im Gedanken habt, gestaltet sich das Spielende entweder positiv oder negativ, je nachdem ob in eurem Verhalten gutes oder böses Karma überwogen hat. Es ist wie so oft nur die Reflektion eurer Spielweise.

Oddworld: Soulstorm (Day One Oddition) - [Playstation 4]
  • Action-Adventure Plattformer: Weiterentwicklung des Plattform-Genres durch Hinzufügen von RPG-Lite-Elementen mit voller Spieler-Kontrolle, um nach Belieben aggressiv oder passiv zu spielen.
  • Story: Eine düstere Handlung mit einem verdrehten Sinn für Humor, die auch ein ironisches Licht auf die Seiten des menschlichen Daseins wirft.
  • 2.9D: Epische, umfangreich gestaltete Umgebungen, die erkundet werden können, indem die Charaktere in die Welt hineintreten, statt sich wie in einem Side-Scrolling-Plattformer üblich, nur auf einer Ebene zu bewegen.
  • Quarma (denke an Karma): Quarma ist eine Echtzeit-Feedback-Funktion deiner im Spiel durchgeführten Aktionen, welche auch den Ausgang der Geschichte beeinflussen werden.
  • Scavenger's Economy: Bestiehl deine Feinde, durchsuche Schließfächer und Mülleimer, um Ressourcen zu erhalten. Tausche diese an Verkaufsautomaten gegen Produkte ein, die dir mehr Möglichkeiten für die Bewältigung der vielen Herausforderungen des Spiels eröffnen werden.

ÜBERSCHRIFT

PRO

  • Liebevoll erweckte Welt
  • Anziehende Geschichte
  • Smoothe Stealth-Passagen
  • Abwechslungsreiche Welten
  • Sympathischer Protagonist

KONTRA

  • Hackelige Steuerung
  • Temponehmendes Crafting
  • Stellenweise Frustfaktor
7.8

Spielenswert

Gameplay - 7.3
Grafik - 8.2
Sound - 7.1
Inhalt - 7.8
Atmosphäre - 8.4
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.

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