Railway Empire | Preview

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Auf den ersten Blick würde man das Spiel für einen Modellbahnsandkasten halten, doch bei genauerer Betrachtung erkennt man die überraschenden Möglichkeiten die man nutzen kann, aber nicht immer muss.

In Railway Empire dürfen wir uns als Eisenbahnunternehmer betätigen und die Geschichte des Bahnbaus in den frühen Jahren der USA ab 1830 bis etwa 1930 nachspielen. Dabei geht es konkret darum Städte und Wirtschaftsbetriebe miteinander zu verbinden und mit dem Transport von Passagieren, Post und Waren sein Geld zu verdienen. Es gibt auch KI-Konkurrenten die einem das Leben etwas schwerer machen, zum Glück kann man die aber mit dem nötigen Kleingeld auch aufkaufen. Wie sich das Spiel in unserem Preview schlägt, lest Ihr in den folgenden Zeilen.

Railway Empire: Preview

Railway Empires bietet einen entspannenden Spielstil, der viel Raum für Tüfteleien lässt.

 

Mein erster Spielzeug-Zug 😉

In den ersten Missionen wird man gleich mit der Steuerung vertraut gemacht und ich war positiv überrascht von der Bedienungsfreundlichkeit beim Streckenbau. Hier gibt die KI optimierte Kurvenradien, Bahndämme, Brücken und Tunnels vor und man kann die Strecke nach belieben im Verlauf verändern, bevor man den Bauauftrag finalisiert. Das setzen von Signalen und ihre Funktionsweise braucht aber etwas Zeit um sich daran zu gewöhnen. Beim Platzieren von Bahnhöfen braucht man sich (mit Ausnahme von vorhandenen Fabriken) nicht um die Stadtinfrastruktur zu kümmern, einfach mitten rein, kostet nichts und die KI macht den Rest.

Von den ersten Pionierleistungen bist über den Bürgerkrieg hinaus

Ein bisschen etwas amerikanische Zeitgeschichte schwingt in diesem Spiel mit, wenn man sich als Eisenbahnunternehmer in den frühen Jahren einen Namen machen muss bzw. den Ausgang des Bürgerkriegs beeinflussen soll. Manche Missionsziele sind härter zu schaffen als man denkt, aber die Save/Load Funktion wirkt wie immer kleine Wunder. Wir dürfen nicht nur im Transportgeschäft mitmischen sondern uns auch als Fabriksbetreiber oder Rohstofflieferant engagieren. Während des Spielverlaufs ist es möglich Fabriken, Bergwerke und Farmen aufzukaufen um damit den eigenen Cashflow aufzubessern. In entsprechenden Warenhäusern kann man die An- und Auslieferung der Produkte nach belieben gestalten um Städte optimal zu versorgen und deren Wachstum anzukurbeln.

Tell me more, please

Je nachdem wie viel man sich für Detailarbeit interessiert können die Züge nach Belieben mit unterschiedlichem Personal und zusätzlichen Waggons ausgestattet werden. Beispielsweise verbessern Ingenieure die Geschwindigkeit eines Zugs, während Schaffner den Ertrag von Posttransporten erhöhen und Wachleute für mehr Frachttransportertrag sorgen. Hier haben sich die Entwickler ein nettes Detail einfallen lassen, nämlich dass nicht alle Kollegen miteinander gut klar kommen. Hier muss bei der Personaleinteilung etwas genauer hingesehen werden. Bei den Spezialwaggons erhöht der Kombüsenwaggon die Effektivität des Zugpersonals, während Kühlwaggons den Frachtertrag auf Lebensmittel erhöhen. Postwaggon und Speisewagen bringen mehr Einnahmen für Post und Passagiertransporte. Alles frei nach dem Motto “man kann, wenn man dazu Lust hat, muss aber nicht”.

 

Reden wir übers Geschäft

Railway Empires bietet auch für unsere Finanzhaie so einige Optionen um sich zu beschäftigen. Beispielsweise ist der Handel mit Rohstoffwertpapieren möglich. Wer will kann sich hier was dazuverdienen indem er auf Grund aktueller Ereignisse (die man über die Zeitung erfährt) zum richtigen Zeitpunkt kauft oder verkauft. Natürlich kann man sich auch ein bisschen Fremdkapital beschaffen, wenn man mal nicht auf den Geldsegen durch die Erträge warten möchte oder kann. Zudem gibt es noch die Möglichkeit den Mitbewerb häppchenweise aufzukaufen, falls er mal zu lästig wird und einem die Karte zupflastert.

Fehlt uns was?

Grundsätzlich kann man mit einem Szenario dass etwa 20 Jahre umspannt schon mehrere Stunden verbringen. Man kann dann zwar einfach weiterzuspielen, aber das Szenario wird beendet und es sind keine weiteren Forschungen über diesen Zeitraum hinaus verfügbar. Zum Glück gibt es für alle die sich uneingeschränkt austoben möchten noch den Sandbox-Modus. Da kann man nach Lust und Laune ohne finanzielle Sorgen agieren, über alle Zeitepochen hinweg. Es wäre schön wenn in einem DLC oder Addon vielleicht auch noch spätere Epochen bedacht werden, ich denke ein Ausbau bis in die Elektrifizierung der Bahnen wäre sicher interessant. Multiplayer gibt es nicht, hier stellt sich aber die Frage ob das bei solch einem Thema überhaupt wirklich Sinn machen würde.

Potenzial | Technik
80%
Potenzial | Inhalt
70%
Potenzial | Langzeitmotivation
90%
Potenzial | Gesamt
80%
Railway Empires bietet einen entspannenden Spielstil, der viel Raum für Tüfteleien lässt. Zugegeben, die Musik kann nach ein paar Stunden schon etwas zu viel des Guten sein, auch wenn sie gut zum Setting passt und für mehr Atmosphäre sorgt (und ein kleines Bisschen an das Saloon-Klavier von Westworld erinnert). Die Missionen erzählen eine interessante Geschichte von den frühen Jahren der Eisenbahn in Amerika und die Szenarien sorgen mit einer breiten Palette an optionalen Aufgaben dafür, dass man sich entsprechend bemüht. Die feine Optik verwöhnt das Auge und auch beim Bedienkomfort gibt es fast nichts auszusetzen. Vor allem beim Streckenbau wird man durch automatische Helferlein unterstützt, wenn auch das Setzen von Signalen etwas fummelig sein kann. Die Forschungsmöglichkeiten im Spiel fügen sich gut ins gesamte Gameplay ein und geben so jeder Partie einen leicht veränderten Ablauf. Je nachdem wie ausgeprägt die Eisenbahnliebhaberei ist wird man daran auch lange Freude haben. Ich bin überzeugt dass im Rahmen des Betatests und dem daraus resultierenden Feedback bis zum Release noch ein paar Feinschliffe erfolgen werden.
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 12 Jahren selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ;)