Resident Evil 2 Remake | Test

Das genreprägende Meisterwerk Resident Evil 2 kehrt in völlig neuem Gewand zurück und liefert eine noch fesselndere Erfahrung. Dank Capcoms eigener RE Engine entstaubt Resident Evil 2 den Survival-Horror-Klassiker mit atemberaubend realistischer Grafik, nervenzerfetzend immersivem Audio, der neuen Schulterperspektive-Kamera und einer modernisierten Steuerung, wobei die Spielmodi des Originals erhalten bleiben.

Um das Review im Sinne der Leserinnen und Leser zu beginnen, zumindest für jene welche es eilig haben, eröffnen wir unseren Testbericht von Resident Evil 2 (2019) mit einem klassischen TL;DR: Das neue Spiel aus dem Hause Capcom hat alles was ein gutes Remake ausmacht, Punkt. Gut gemacht, jetzt kauft euch das Spiel und erlebt das Resident Evil von 1998 in einem ganz neuen Licht. Wir versprechen euch, auch wenn ihr das Original kennen solltet, ihr werdet es lieben! Für alle anderen geht es nun natürlich mit einem ausführlichen Bericht weiter. Viel Spaß!

Resident Evil 2 Remake: Test

Capcom hat das Geheimrezept für ein gelungenes und atemberaubendes Remake gefunden und umgesetzt.

 

Wenn man ein eingefleischter Fan des Resident Evil Franchise ist, weiß man nur zu gut, dass Capcom nicht immer alles richtig gemacht hat in der Vergangenheit. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Spiele wie Resident Evil 4 und 7, die als Meisterwerke in die Geschichte eingegangen sind. Nun haltet euch fest, Capcom machte eines, im Vergleich zu vielen anderen Entwicklern, richtig, sie nahmen das Beste aus ihren Erfolgen und steckten es in das neue Remake. Man spürt durch das Game hindurch die Charakteristik und Mechanik von Resident Evil 4, sowie die Game-Physik und das Charakter Movement von Resident Evil 7. Aber nicht nur die erfolgreiche Implementierung dieser Spielsysteme hat uns zu unserer Gesamtwertung geführt.

Als Spieler hat man nämlich nicht das Gefühl, dass das Game nur mit ein bisschen Spucke und einem schmutzigen Fetzen aus der untersten Schublade der Spielewerkstätte aufpoliert und den Survival-Hungrigen aufgetischt wurde, nein ganz im Gegenteil, Resident Evil 2 (2019) hat seinen ganz eigenen Charme verpasst bekommen. Hut ab Capcom – alle Anderen: nehmt euch ein Beispiel.

Racoon City: Wo alles begann

Wie schon damals in Resident Evil 2 sind Leon Kennedy und Claire Redfield in Richtung Racoon City unterwegs. Leon Kennedy ist dabei seine neue Stelle als Polizist anzutreten und über Claire Redfield wird dem Spieler nicht allzu viel verraten. Klar ist, dass beide nicht nur einen ruhigen Städte Trip unternehmen, sondern bald in etwas viel Größeres verwickelt sein werden. Ein wichtiges Keyword ist hier natürlich die „Umbrella Corporation“.

Wir haben unseren ersten Spieldurchgang mit Leon Kennedy begonnen. Nach ein paar ausgezeichnet gelungenen Video Sequenzen und eine Art Tutorial in einer zombie-verseuchten Tankstelle, finden wir uns mit dem Protagonisten in einer Polizeistation wieder. Nun horchen alteingesessene Survival Spezialisten auf und denken: Ach, eine Polizeistation? – Unendlich Munition, Waffen im Überfluss und Schutz vor allem Bösen. Nun wir müssen euch leider enttäuschen: Zu der Zeit als Leon und Claire nach Racoon City kommen, ist bereits einige Zeit vergangen als die Hölle über diese Ortschaft hereingebrochen ist und es türmen sich in jeder Ecke immer mehr Leichen. Leichen? Naja, nicht immer.

Das Geheimrezept: Resident Evil 4 + Resident Evil 7

Von klobiger Steuerung, vorgerenderten Räumen und abgehackter Bewegung der Charaktere ist weit und breit nichts in Sicht. Wie bereits erwähnt verspürt man durchgängig sehr stark die Präsenz des 4. und 7. Teils des Franchise. Sei es die unberechenbare Bewegung der Zombies, welche immer im falschen Moment den Kopf bewegen und wir deshalb die Kugel nicht mit dem Schädel des Gegners, sondern mit der Wand kollidieren lassen, oder das sehr kleine und mit der Zeit wachsenden Inventar, welches es zu verwalten gilt.

Man wird relativ schnell daran erinnert, dass man Resident Evil spielt und nicht irgendein schlecht gemachtes Zombie Game. Drei Schüsse in den Kopf sind laut Capcom Manier noch lange kein sicheres Todesurteil für den Widersacher. Nein – es ist einfach gesagt Munitionsverschwendung. Je nach Schwierigkeitsgrad kann das Spiel durch achtloses verballern von Munition schneller vorbei sein als es angefangen hat. Die Devise ist also klar: Schnell in Räume rein, alles abräumen, Zombies vermeiden oder im Notfall auch mal schießen und sich seitlich aus dem Staub machen. Dank genialer Minimap sieht man auch kinderleicht ob etwas übersehen, wichtige Interkationen noch nicht durchgeführt wurden oder ob der Raum „clear“ ist.

 

Das Leben ist als EKG im Inventar ersichtlich und durch kombinieren von Pflanzen und Items können Heilungsgegenstände erzeugt werden. Das gleiche Prinzip gilt für Items, welche es zu Sammeln gilt, um versteckte Rätsel zu lösen.

Resident Evil 2, ein Remake das zum mehrfachen Durchspielen einlädt

Wer hätte es gedacht, Resident Evil Spiele sind mit Puzzle und Rätsel vollgepackt. Das Ziel ist es durch Durchsuchen von Räumen Gegenstände zu finden, welche das Vorankommen im Spiel ermöglichen. Dies kann zum Beispiel in Form einer Box sein, welche im Inventar betrachtet werden muss und durch Interaktion ein weiteres Fach, mit einem wichtigen Schlüssel oder einer Filmrolle, welche im Fotolabor entwickelt werden muss und eine Zahlenkombination für einen Safe enthält, preisgibt.

Viele dieser Puzzle sind sehr ähnlich dem Original von 1998, aber alles hat einen neuen Look verpasst bekommen und wir können mit ruhigen Gewissen sagen, auch wenn wir das Original kennen, das Spiel hält einige Überraschungen parat und die Spielspannung wird durchgängig aufrecht erhalten.

Nun aber der Clou: Sollte man den ersten Durchgang mit Kennedy durchgespielt haben, schaltet man mit Claire ein „Second Run“ Szenario frei und vice versa. In diesem zweiten Durchlauf erlebt man alle Ereignisse des anderen Protagonisten und erhält so als Spieler einen abgerundeten und allwissenden Einblick in alle Ebenen des Spiels. Wir möchten an dieser Stelle unbedingt die Empfehlung aussprechen alle vier Durchgänge zu spielen!

Ein Look zum Verlieben

Waffen oder Charaktere, an denen man die einzelnen Pixel abzählen kann, sucht man im Remake natürlich vergebens. Die Charaktere sehen tatsächlich aus wie Menschen, zeigen Emotionen und man steigert sich als Spieler viel mehr in das Geschehen hinein und kann den Horror von Racoon City auf eine ganz neue Art und Weise erleben.

Auch die Nebencharakter schaffen es zum Spieler durchzudringen und wirken nicht als Platzhalter, welche bei der erstbesten Gelegenheit entfernt werden. Auch die Antagonisten und Zombies erzeugen einen besonderen Spielflair. Klasse!

 

Abschließend muss man das Eröffnungsplädoyer noch einmal wiederholen: Capcom macht mit Resident Evil 2 (2019) alles richtig, was richtig gemacht werden kann. Dem Spieler wird nicht ein halbherzig aufbereitetes Spiel von 1998 präsentiert, sondern ein aktuelles Triple A Game und überzeugt in allen Bereichen. Die Mechanik des Spiels erinnert sehr stark an seine erfolgreichen Vorgänger Resident Evil 4, sowie Resident Evil 7 und spielt sich fantastisch. Nicht nur die Hauptcharaktere, Leon Kennedy und Claire Redfield, haben eine Überarbeitung bekommen, sondern Capcom hat auch ihre Aufmerksamkeit den Nebencharakteren gewidmet und für das Remake gelungen erneuert. Die Story lädt zum wiederholten Spielen und Entdecken ein. Vor allem der „Second Run“, welcher beim Durchspielen einer der zwei Mainstorys freigeschaltet wird, bietet nie dagewesene Einblicke in das Spiel. Klare Kaufempfehlung!

PRO

  • Mechanik, Physik und Grafik sind on point
  • Story wirkt trotz Remake wie neu
  • Spiel lädt zum mehrfachen Durchspielen ein
  • Beziehung zu Protagonisten und Nebencharakteren wird aufgebaut
  • Spannende Rätsel
  • Sehr gelungene Horror Atmosphäre
  • Spielt sich wie ein klassisches Resident Evil
  • Spieler wird durchgehend gefordert

KONTRA

  • Einführung eines KOOP Modus wünschenswert
9.3

Must Have

Gameplay - 9.5
Grafik - 9.4
Sound - 9.2
Inhalt - 9.3
Atmosphäre - 9.2
Ich bin ein Nerd aus Leidenschaft, spiele von Shooter bis hin zu Jump & Run Games und habe ein Herz für schönes Story-Telling. Kann den Hype um Spiele wie Battlefield und Co. nicht verstehen, konnte über ein ganzes Jahr Spielzeit in World of Warcraft erreichen bevor es seinen Reiz verlor. Momentan bin ich auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Spielen welche es zu bezwingen gilt!

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