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Sniper Ghost Warrior Contracts | Test

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Neu-alter Sniper-Wind mit genial durchdachtem Zielsystem und Missionsgestaltung.

Sniper Ghost Warrior Contract bietet als aktuellster Nachfolger der Sniper-Reihe mit durchdachten Neuheiten einen Aufwind am Stealth-Sniper-Himmel. Schleichen, Umgehen, Anlegen und den perfekten Moment abwarten steht am Missionsprogramm. Dabei bewegen wir uns in einer semi-offenen Welt alá Hitman mit mehreren Haupt- und Nebenzielen. Eine Hightech-Maske rundet das Ganze mit nützlichen Features, wie in Dishonored, ab. Ob diese Mischung den erhofften Erfolg bringt, lest ihr in der nachfolgenden Review.

Eine erweiterbare AR-Maske, mit der du die Umgebung scannen und dabei Schwachstellen oder wichtige Ziele hervorheben kannst.

 

Es war einmal … ein Seeker?

Sniper Ghost Warrior Contract von CI Games versucht erfrischend (sibirisch-kalten) Wind in die Sniper-Welt zu bringen. Hoffentlich habe ich mit diesen Satz die Aufmerksamkeit aller Online-Shooter-Sniper/Camper gewonnen! Geschichtlich haben wir den Inhalt des Neuablegers der Sniper-Reihe schon allemal vernommen: böse Russen, Nuklearbomben, chemische Waffen, verschollene Spione und ein scheinbar zufällig ausgewählter, namenloser und gesichtsloser Hauptprotagonist – alles schon mal dagewesen. Wenigstens haben wir eine neuartige High-Tech-Maske, welche eine Zoom- und Markier-Funktion integriert hat. Cool, oder? Was, das hatten wir schon bei Dishonored? Die semi-offene Welt mit mehreren verfolgbaren Zielen und einem Cash-Belohnungssystem für jede erfolgreich absolvierte Herausforderung kennt ihr bestimmt noch nicht! Wie, das gabs schon bei Hitman? Stimmt, auch das ist nicht neu. Die Kombination daraus existiert aber noch nicht, oder? Nein? Perfekt, dann habe ich mein Argument doch noch anbringen können.

Also zusammengefasst macht Sniper Ghost Warrior Contract doch nicht einen so neuen Eindruck. Allerdings ist die geschilderte Kombination recht erfrischend. Als sogenannter Seeker werden wir von einer geheimen Organisation rekrutiert, um mittels High-End-Ausrüstung allerlei böse russische Machenschaften zu durchkreuzen – Datenklau, Kopiererei, Hochjagen, Personensuche und natürlich Auftragsmord aus der Entfernung. Dabei bietet uns der Titel neben der dürftigen Einschulung insgesamt fünf größere Missionsgebiete, in denen wir uns mehr oder minder frei bewegen können. In Teilgebieten innerhalb der Missionsgrenzen können wir dann einige Side-Quests, wie Handlanger hinrichten, vermisste Kameraden suchen oder gar Sonderziele in die Luft jagen, erledigen. Dies bringt ordentlich Körbchengeld, welches wir wiederum im digitalen Waffenshop und/oder Fähigkeitenshop investieren können.

Am meisten Zaster bringen natürlich die fünf Hauptziele jeder Mission. Darin gibt es zumindest ein auszuschaltendes Hauptziel und mehrere Nebenaufgaben. Grundsätzlich sind diese immer, soweit in der Sniperwelt möglich, abwechslungsreich gestaltet. Sonstige Herausforderungen beinhalten entweder Zeitlimits, Sammelbares oder Stealthmäßiges, die ihr allgemein in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsmodi, in denen die Wahrnehmung und der ausgeteilte Schaden der Gegner variabel erhöht ist, erledigen könnt.

Sniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: ScreenshotSniper Ghost Warrior Contracts: Screenshot

 

Peng, Zisch, Splat!

Kernelement eines jeden Sniper-Shooters ist bekannterweise das Schießen per Scharfschützengewehr. Dies ist, wie ich finde, in Sniper Ghost Warrior Contract extrem gut gelungen. Windverhältnisse, Schwerkraft und Coriolis-Effekt ist innerhalb des Visiers mit einer Kennlinie in Bezug auf Distanz angezeigt. Sprich, je weiter das Ziel entfernt, desto intensiver wirken Wind, Schwer- und Corioliskraft auf die Kugel ein und beeinflussen diese. Durch die Markierung per Fernglas (in Maske integriert) wird die Distanz der Gegner dauerhaft über deren Kopf angezeigt. Die Kennlinie kann danach auf die Distanz in geraden Meterschritten eingestellt werden, um den „Verwehungs-Effekt“ der Kugel perfekt auszugleichen. Dies kommt einer Einstellung der Gegebenheiten am Visier gleich und wirkt dadurch äußerst realitätsnahe. Gut gelungen!

So gut auch das Zielverhalten gelungen ist, so minder ist leider die Mechanik und Intelligenz der Gegner geraten. Die Gegner fliegen mehr oder weniger steif mit allen vieren von sich gestreckt durch die Gegend und landen in abstrusen Positionen auf der Erde. Zumindest die zerteilten, fliegenden Kopfhälften sehen spektakulär aus und geben ein gutes Kriegsfeeling. Apropos fliegendes Hirn … nicht, dass die Gegner eines hätten! Sollte die gegnerische Truppe einen Abschuss in der Nähe entdecken oder gar eine Leiche erblicken, laufen diese panisch in die nächste Deckung und bleiben für immer dort. Ab und an erwischt man einen Gegner, welcher mittels Fernglases stehend hinter einem 30cm hohen Hindernis – warum auch immer – die Landschaft nach euch absucht und eventuell nach drei Minuten entdeckt und lauthals Alarm schlägt. Dann treffen die Kollegen unrealistisch genau euren linken Fuß, der gerade etwas aus der Deckung lugt. Hier hätte man also realitätsnaher programmieren können.

Dennoch gibt es in der sibirischen Welt auch einiges an Umwege zu erkunden. So ist es streckenweise möglich, keinen Gegner zu konfrontieren und nur das Hauptziel ungesehen auszuschalten. Da kommt echtes Sniper-Feeling auf. Auch die Munitionsknappheit und das Arbeiten mit begrenzten Mitteln ist Teil der Seeker-Erfahrung. Nach Absolvierung einiger Main- oder Side-Quests können wir auf sogenannten Extraktionspunkten das verdiente Cash einsacken und die Mission beenden. Es lässt sich zudem am selben Punkt weiterspielen, um andere Erledigungen zu erfüllen. Erst wenn alle fünf Hauptaufgaben erfüllt sind, lässt das Spiel uns eine Mission weiterziehen.

Hat der Seeker eine Glatze und Barcode-Tattoo?

Das oben genannten Spielprinzip ähnelt sehr stark den letzten Hitman-Titeln und spielt sich auch dementsprechend gut und/oder schlecht. Wer Fan dieses Spielprinzips ist, kommt voll auf seine/ihre Kosten. Wer nicht, eben nicht. Dadurch gewinnt das Spiel allerdings einen gewissen Wiederspielwert. Verpatzte oder verpasste Missionsziele können später Stand-Alone nachgeholt werden oder mit anderen Missionswegen miterledigt werden. So wirken zu Beginn fünf verfügbare Missionen nicht viel, können jedoch ebenso mehrere Stunden vor den Bildschirm bannen.

 

Das Waffenarsenal in Sniper Ghost Warrior Contract ist nicht klein: wir können aus fast zehn Scharfschützengewehre und mindestens genauso vielen Nebenwaffen auswählen. Nebenwaffen bieten zwar für den Nahkampf einen gewissen Schutz, sind aber definitiv die letzte zu ergreifende Maßnahme im Spiel, wenn der Alarm ausgelöst oder man entdeckt wird. Die verschiedensten Gadgets wirken zu Beginn im Tutorial brachial, sind jedoch erst relativ spät im Spiel erwerblich und leider vollkommen entbehrlich. Schade, dass hier nicht mehr gemacht wurde.

Grafisch liegt der Titel im leicht überdurchschnittlichen Bereich, im Gegensatz dazu ist die Ausführung der Cry Engine stark zu bemängeln – dort hätten die Entwickler einiges mehr herausholen können. Zumindest laufen die Bilder auf der Konsole flüssig ab. Soundtechnisch hätte ich mir beim Abschuss und Einschlag auch mehr „Wumms“ gewünscht. Von den virtuellen Socken hat mich die Soundkulisse nicht gehauen, passt aber zum Thema. Toll inszeniert wurden die filmartigen, James-Bond-ähnlichen Zwischensequenzen mit eigenem Stil. Bei diesen haben die Entwickler scheinbar wirklich Herzblut reingelegt.

F A Z I T

Alles in Allem bietet Sniper Ghost Warrior Contract Features, die wir bereits kennen, nur in neuer Hülle verpackt und gut inszeniert. Obwohl eindeutige Schwächen in der Spielmechanik, Grafik und KI bestehen, hat mich das Spiel schnell in seinen Bann gezogen. Die Sniper-Setups sind gut gewählt und die Ziele abwechslungsreich. Diese Kombi sorgt dafür, dass man den Controller für einige Stunden nicht mehr aus Hand geben möchte. Das Zielprinzip mit Umgebungseinflussanzeige ist so simpel genial und macht das Snipern zu einer spaßig-herausfordernden Einstellungsschlacht.

Jedem insgeheimen Scharfschützenfreund kann ich den Titel nur wärmsten empfehlen – eventuell nicht unbedingt zum Vollpreis. In der Preismittelklasse ist er ein eindeutiger Fundus für die Shooter-Ecke. Ziel- und Herausforderungsgestaltung gepaart mit einem Cash-Sammeltrieb ermöglichen allemal mehrere unterhaltende Spielstunden vor der Konsole.

PRO

  • Realistisches Ballistisches Verhalten
  • Lernfähiger Charakter
  • Umrüstbares Waffenarsenal
  • Abwechslungsreiche Ziele
  • Guter Wiederspielfaktor

KONTRA

  • Minimal intelligente Gegner
  • Verbesserbare Spielmechanik
  • Wenig Erklärungshinweise
  • Teilweise unnötige Gadgets
8.7

Grandios

Gameplay - 8.8
Grafik - 8.3
Sound - 8.4
Inhalt - 9.2
Atmosphäre - 8.7
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.

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