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SteamWorld Quest: Hand of Gilgamech | Test

Der neuste Titel des SteamWorld Franchises verspricht spannende rundenbasierte Kämpfe, eine gelungene Atmosphäre und Sammelkartenmechaniken mit Suchtpotential in einer wahnwitzig erstellten Fantasywelt im Steampunk Look!

Das schwedische Entwicklerstudio Image & Form ist mit SteamWorld Ablegern in verschiedensten Genres schon lange kein unbekanntes mehr. Bei jedem neuen Ableger der SteamWorld Reihe kann man nie genau wissen, was als Nächstes kommt. Mit Hand of Gilgamech gibt es erstmalig rundenbasierte Kämpfe in Kombination mit Sammelkarten und RGP Elementen. Wie sich dieser Mix schlagen wird, klären wir jetzt!

SteamWorld Quest: Hand of Gilgamech - Test

Führt eine Truppe aufstrebender Helden durch eine wunderschöne handgezeichnete Welt

EINE GESCHICHTE VOLLER STEAMPUNK ROBOTER

Die Geschichte hinter Hand of Gilgamech ist zwar nicht originell, dafür umso mehr liebevoll erzählt und mit humorvollen Dialogen gespickt! Es war einmal vor langer Zeit ein großer Held namens Gilgamech, der die Welt vor dem Monster Behemoth gerettet hat. Aber diese Zeit ist schon längst vergessen und kaum einer erinnert sich noch an die großen Helden von damals. Anders aber die Ritterin Armilly, diese hält sich noch immer an das Heldenhandbuch und möchte als Nachwuchsheldin großes vollbringen. Armilly und die Alchemistin Copernica möchten unbedingt der Heldengilde beitreten, werden aber durchwegs von dieser ignoriert.

Eines Tages als Armilly und Copernica nach der Pilzsuche wieder in das Heimatdorf zurückkehren, steht alles in Flammen und die Helden der Gilde wurden entführt. So machen sich unsere Nachwuchshelden auf zu einer Rettungsaktion und lernen dabei den Roboter Galleo und noch einige andere Charaktere, denen es an Charme und Humor nicht fehlt kennen. Die Geschichte wird teils spannend erzählt und kann mit ein paar Fantasy Klischees und ungeahnten Wendungen aufwarten. Im Großen und Ganzen darf man sich von der Handlung aber nicht zu viel erwarten.

DIE WELT DER LOCHKARTEN

Hand of Gilgamech wird in der Seitenansicht gespielt. Anders als bei einem Sidescroller kann man sich auch nach oben oder unten bewegen. Die Welt ist schön gestaltet und passt hervorragend ins Spielgesehen. Das comicartige Steampunk Design in Verbindung mit dem gut gemachten Soundtrack und den zum Teil witzigen Dialogen verleihen dem Game eine stimmungsvolle Atmosphäre. Das Gameplay selbst gestaltet sich ein wenig linear, man streift immer durch relativ kleine Gebiete, ohne die Möglichkeit einmal eine Abzweigung zu nehmen. Es gibt in der Spielwelt über hundert verschiedene Sammelkarten in Form von Lochkarten und jede Menge Items zu entdecken. Dabei fällt die Interaktion mit der Welt eher dürftig aus. Es gibt zwar hin und wieder ein paar Truhen zu plündern, kleinere Rätsel und kurze Gespräche mit anderen Charakteren aber im Grunde geht es hauptsächlich um die rundenbasierten Kämpfe mit Kartenspielmechaniken.

Jeder Charakter hat einzigartige Karten mit verschiedenen Fähigkeiten zur Verfügung. Um erfolgreich gegen alle Gegner zu bestehen, müssen die Kartensets je nach Situation angepasst werden. Zahlreiche Tutorials helfen, damit sich der Spieler schnell zurechtfindet. Bei einem Kampf sind immer drei Charaktere des Teams aktiv mit dabei. Einfach irgendwelche Teammitglieder ohne durchdachte Kartensets in den Kampf zu schicken, führt unweigerlich zu einer Niederlage. Sollte ein Gegnertyp gegen Feuer resistent, aber gegen Eis empfindlich sein, nützt es recht wenig, wenn das Kartenset von Copernica mit Feuerzauber überfüllt ist. Dieses leicht zu verstehende Prinzip wird im Laufe des Abenteuers immer komplexer!

Es gibt keine Zufallskämpfe, die Gegner sind in der Welt gut sichtbar. Bevor man einen Kampf anfängt, weiß man aber nichts über deren Schwächen oder Stärken. Es ist mir öfter passiert, dass ich während eines Kampfes bemerkt habe, dass meine Team und Deckzusammenstellung zum Scheitern verurteilt war. Team und Kartensets ein wenig anpassen, eventuell nochmal zurück zu einem Händler und auf ins Gefecht. Beim zweiten Mal läuft es dann besser! Die meisten Kämpfe können auf mittlerer Schwierigkeit aber problemlos mit einer guten Zusammenstellung gewonnen werden, auch wenn man leicht im Nachteil ist. Einen Boss zu besiegen kann mitunter schon mehrere Versuche benötigen. Leider kann man sich pro Charakter immer nur ein Kartenset zusammenstellen, was im Verlauf des Abenteuers etwas unangenehm auffällt. Die Story mit dem Kartenbasierten Kampfsystem hat mich rund 16 Stunden lang sehr gut unterhalten, einen großen Widerspielwert bietet es jedoch nicht.

ALLES RICHTIG GEMACHT?

 

Im gesamten Abenteuer ist man auf der Suche nach immer besseren Karten und bearbeitet mehrmals die Kartensets um das beste herauszuholen. Dabei entdeckt man immer mehr hilfreiche Kartenkombinationen. Nebenbei gilt es die Kartensets immer ein wenig auf die Gegnertypen abzustimmen. Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad gibt es so gut wie kein nerviges Grinden und man kann sich ganz und gar auf das Bearbeiten der Kartensets angepasst auf den individuell Spielstil konzentrieren.

Nach ein paar Spielstunden stellt sich schnell heraus, dass sich durch die eingeschränkten Möglichkeiten vieles wiederholt. Man ist zwischen den Kämpfen meistens mit dem Deckbau und später der Optimierung beschäftigt. Durch die Vielzahl an Karten gibt es aber unzählige Möglichkeiten, die Kartensets immer wieder neu zu gestalten.

Man könnte dem Spiel so einiges vorwerfen, wie fehlende Rollenspielelemente, dass die Welt nur wenig zum erkunden einlädt oder dass die Handlung belanglos erscheint. Hand of Gilgamech hat mit Sicherheit so einige Einschränkungen, holt aber innerhalb seiner Möglichkeiten alles heraus!

Es macht einfach verdammt viel Spaß, die Kartensets jedes Mal aufs Neue zu optimieren, um beispielsweise einen Boss, der mein Team schon zum 3. Mal niedergestreckt hat, zu besiegen. Die handgezeichnete Spielwelt ist ein schöner Anblick und die sympathisch gestalteten Charaktere wachsen einem ans Herz. Die Story wird mit so viel Liebe und teils humorvollen Dialogen präsentiert, dass man über die eher dünne Handlung vollkommen hinwegsieht!

FAZIT

PRO

  • Gut umgesetztes Kampfsystem
  • Leichter Einstieg durch gute Tutorials
  • Schön gestaltete Fantasywelt im Steampunk gewandt
  • Sympathische Charaktere
  • TCG ähnliches Suchtpotential
  • Stimmungsvoller Soundtrack

KONTRA

  • Nur ein Kartenset pro Charakter möglich
  • Bietet keinen hohen Wiederspielwert
8.2

Grandios

Gameplay - 9.5
Grafik - 7.9
Sound - 8
Inhalt - 6.9
Atmosphäre - 8.7
Seit Dino Wars oder North&South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, aber meine Leidenschaft für Videospiele nicht! Mit dem Alter von 5 Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich um einen kleinen Indie-Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zu der Grundausstattung. Bei meiner Begeisterung für den Journalismus in Verbindung mit Videospielen gab es da nur eine logische Konsequenz. Redakteur bei PixelCritics werden, um mein Interesse beider Welten auszuleben.

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Neuer Redakteur? Finde es cool von euch, dass ihr Tests zu älteren Titeln veröffentlicht! Dieses Spiel kannte ich noch nicht, ist aber genau mein Genre. Werde es mir mal ansehen. Danke für den Tipp!

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