Dragon Age: The Veilguard – ein Titel, der die Herzen vieler RPG-Fans höherschlagen ließ. Doch trotz eines soliden Starts und guter Kritiken blieb der große Erfolg aus. Was ist passiert? Warum konnte das neueste Abenteuer in Thedas nicht an den Ruhm seiner Vorgänger anknüpfen? Dank spannender Einblicke vom ehemaligen BioWare-Designer Bruno Porrio sowie EA’s eigener Analyse werfen wir einen Blick hinter die Kulissen.
Ein Kampfsystem, das Verwirrung stiftet
Eine der zentralen Neuerungen in The Veilguard war das Kampfsystem, das auf dem Konzept von „Primers“ und „Detonators“ basiert. Wer schon Mass Effect: Andromeda oder Anthem gespielt hat, kennt die Idee: Gegner werden mit bestimmten Fähigkeiten „markiert“ (primed) und können dann mit anderen Fähigkeiten „explodiert“ (detonated) werden, was spektakulären Schaden verursacht. Klingt cool, oder?
Das Problem: Die Spieler waren oft verwirrt, wie genau das System funktioniert. Laut Porrio lag das auch an der Benutzeroberfläche. „Wir wollten nicht aufdringlich sein, aber am Ende haben die Spieler wichtige Infos einfach übersehen,“ erklärte er. Besonders die Ecken des Bildschirms, wo Hinweise platziert waren, wurden schlicht ignoriert. Das Resultat? Viele Spieler nutzten die Detonationen gar nicht – und verpassten so einen zentralen Aspekt des Spiels.
Singleplayer in einer Multiplayer-Welt?
EA sieht einen anderen Grund für den mäßigen Erfolg: das fehlende „Shared-World-Feature“. Während Titel wie Elden Ring und Baldur’s Gate 3 bewiesen haben, dass Singleplayer-RPGs weiterhin Erfolg haben können, glaubt EA-Chef Andrew Wilson, dass The Veilguard mehr Multiplayer-Elemente gebraucht hätte. „Spieler suchen heute nach vernetzten Erlebnissen,“ sagte er in einer Quartalskonferenz. Ein rein storybasiertes Spiel reiche in einem hart umkämpften Markt nicht mehr aus, um ein breites Publikum zu erreichen.
Guter Start, aber dann?
Trotz aller Kritik war der Launch von Dragon Age: The Veilguard kein Desaster. Mit fast 90.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam konnte das Spiel zunächst beeindrucken. Doch seitdem ist die Zahl der aktiven Spieler stark zurückgegangen. Laut SteamDB liegt der 24-Stunden-Peak aktuell bei rund 2.600 Spielern – ein deutlicher Rückgang. Auch die Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück: 1,5 Millionen Spieler bis Dezember 2024 – nur die Hälfte der prognostizierten Zahl.
Was lernen wir daraus?
Dragon Age: The Veilguard zeigt, wie schwierig es ist, in der heutigen Gaming-Landschaft zu bestehen. Selbst ein renommiertes Studio wie BioWare und eine beliebte Marke wie Dragon Age sind keine Erfolgsgaranten. Zwischen komplexen Kampfsystemen, Spielererwartungen und der Frage nach Single- oder Multiplayer liegt eine Gratwanderung, die nicht immer gelingt.
Was denkst du? Hätte Dragon Age: The Veilguard mit Multiplayer-Elementen besser abgeschnitten? Oder sollte BioWare sich weiterhin auf Singleplayer-Abenteuer konzentrieren? Lass es uns in den Kommentaren wissen!