Ultima gehört zu den Säulen der PC-Rollenspielgeschichte. Die Serie von Richard „Lord British“ Garriott hat CRPGs, immersive Sims und sogar MMOs entscheidend geprägt – und liegt seit über drei Jahrzehnten bei Electronic Arts auf Eis. Doch das könnte sich bald radikal ändern.
Zwölf Jahre Schweigen – und endlose Versuche mit EA
Seit EA 1992 den Entwickler Origin Systems und damit die Ultima-Rechte kaufte, ist wenig passiert. Nach Ultima Online (1997) wurde es still um die Marke, abgesehen von den gescheiterten Experimenten Lord of Ultima (2010) und Ultima Forever (2013). Garriott selbst hat immer wieder vergeblich versucht, seine Schöpfung zu neuem Leben zu erwecken. Gegenüber Inside Games erklärte er: „Etwa alle zehn Jahre habe ich versucht, mit EA über eine Wiederbelebung von Ultima zu sprechen. Sie schienen immer interessiert genug, um Gespräche zu beginnen – und brachen sie genauso schnell wieder ab.“ Eine Paradegeschichte für den Umgang des Publishers mit seinem riesigen Katalog – der PC Gamer Bericht fasst die Details zusammen. Dass EA parallel den RPS Bericht zufolge neue Marken für Ultima anmeldet, wirkt wie ein Reflex – denn der Zug für eine Rückeroberung rollt längst.
Das Copyright-Gesetz, das EA die Stirn bietet
Ermöglicht wird die Rückholung durch eine US-Copyright-Regel, die es Urhebern erlaubt, nach 35 Jahren die Rechte an ihren Werken zurückzufordern. Da Garriott die Ultima-Rechte 1992 an EA verkaufte, kann er sie ab 2027 geltend machen. „Und so habe ich gewartet… endlich ist der Moment gekommen!“, sagte er sichtlich erleichtert. Ein wichtiger Haken bleibt: EA behält das Markenrecht an „Ultima“. Garriott wird also nicht einfach ein Spiel mit dem Originaltitel veröffentlichen können. Sein Plan trägt den Arbeitstitel „Lord British’s Ultima“ – eine Namenslösung, die den Wiedererkennungswert sichert, ohne die Rechte von EA zu verletzen.
Ein Comeback zur perfekten Zeit?
Die CRPG-Welt ist gerade in einer Blütephase wie seit Jahrzehnten nicht. Larian Studios hat mit Baldur’s Gate 3 bewiesen, dass tiefgehende Rollenspiele Millionen Spieler begeistern – und Ultima war eine der zentralen Inspirationen für Swen Vinckes Team. Auch Owlcat Games zeigt mit Pathfinder und Warhammer 40k, dass komplexe CRPGs ein riesiges Publikum finden. Ob Garriott diesen Weg gehen wird, bleibt offen. Auf der diesjährigen Dragon Con will er weitere Details verraten und hofft, bis dahin „mehr Gedanken zusammengetragen“ zu haben, was die Rückgewinnung der Rechte für ihn bedeutet.
