2XKO hatte als heißerwartetes Kampfspiel aus dem Hause Riot Games schon keinen einfachen Start – und nun sorgt ein einzelner Gegenstand im Spieleladen für neuen Zündstoff. Wer dachte, der Aufschrei über die Kosmetik-Preise sei übertrieben, wird spätestens beim Blick auf die Zahlen eines Besseren belehrt. Was Riot Games hier aufgerufen hat, lässt selbst hartgesottene Freispieler schlucken.
Ein animierter K.-o.-Bildschirm kostet mehr als ein vollständiger Charakter-Skin
Im Mittelpunkt der aktuellen Empörung steht ein sogenannter Finisher-Bildschirm: eine animierte Sequenz, die nach einem K.-o.-Sieg abgespielt wird und für begrenzte Zeit im Spieleladen für 1.500 KO-Punkte angeboten wird – umgerechnet rund 15 US-Dollar. Das klingt für sich genommen bereits happig. Besonders brisant wird es jedoch im Vergleich: Der Aureate-Warwick-Skin, der nicht nur das Erscheinungsbild der Spielfigur verändert, sondern darüber hinaus eine Farbvariante, einen Aufkleber und eine Spielerkarte beinhaltet, ist für lediglich 1.200 KO-Punkte erhältlich. Ein Kosmetikgegenstand, der ausschließlich einen Bildschirmeffekt liefert, schlägt also einen vollwertigen Charakter-Skin – mit allem Zubehör – preislich um satte 300 Punkte. Der Nutzer SaikouKiller machte diesen Vergleich auf dem Subreddit des Spiels öffentlich, und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.
Arcade-Skins für 28 Dollar – und ein Gesamtpaket für 70 Dollar
Der Finisher ist dabei keineswegs ein Ausreißer, sondern reiht sich in ein größeres Muster ein, das viele Spieler seit dem Start in der frühen Zugriffsphase im Oktober 2025 beobachten. Die Veröffentlichung der Arcade-Skin-Reihe stieß auf ähnlich scharfe Kritik: Einzelne Kostüme erreichen Preise von umgerechnet bis zu 28 Dollar, während das dazugehörige Gesamtpaket für 7.950 KO-Punkte angeboten wird – wer das kaufen möchte, muss mindestens 70 Dollar auf den Tisch legen. Im Subreddit häufen sich Stimmen, die nicht nur einzelne Preise, sondern die gesamte Preisstrategie anprangern. Sogar der spielinterne Schlachtpass wird von mehreren Spielern als nicht kaufenswert eingestuft. Vergleiche mit Valorant, Riots eigenem Taktikshooter, tauchen dabei regelmäßig auf – einem Spiel, das für seine besonders hochpreisige Kosmetik bereits bekannt ist und nun offenbar als Maßstab für 2XKO dient.
Riot versucht gegenzusteuern – doch reicht das?
Trotz der anhaltenden Kritik zeigt Riot Games zumindest Ansätze, das Steuer herumzureißen. Ein offizieller Beitrag des 2XKO-Teams kündigte mehrere Neuerungen an, darunter einen lokalen Duo-Modus, der es Spielern erlaubt, gemeinsam von derselben Konsole aus in Warteschlangen einzutreten. Darüber hinaus wurden zwei neue Kämpfer für den Kader bestätigt: Akali und Senna aus League of Legends sollen in absehbarer Zeit ihren Einzug halten – beides Figuren, die in der Gemeinschaft seit langem heiß ersehnt werden. Ob diese Ankündigungen ausreichen, um das angeknackste Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt jedoch fraglich. 2XKO kämpft nicht nur mit Preisskandalchen, sondern mit einem grundlegenden Glaubwürdigkeitsproblem: Wenn ein kostenloses Spiel das Gefühl vermittelt, bei jedem Schritt zur Kasse gebeten zu werden, schreckt das genau die Spieler ab, die es am nötigsten braucht.