Das erste No More Room in Hell war ein Free-Source-Mod aus dem Jahr 2011. Kostenlos, sperrig, aber mit einer Hingabe, die kommerzielle Titel selten erreichen. 13 Jahre später bringt Torn Banner Studios den Nachfolger nicht nur auf den PC, sondern auch auf PS5 und Xbox. Am 11. August verlässt No More Room in Hell 2 den Early Access, startet auf drei Plattformen gleichzeitig, bietet Crossplay, acht Spieler pro Runde und über 8.000 Bugfixes, die die Community selbst gemeldet hat. Ob der Inhalt stimmt, ist nicht die Frage. Der Haken ist der Preis.
Zwei Jahre Early Access – ein Erfolg!
No More Room in Hell 2 startete im Oktober 2024 im Early Access – zu einem Zeitpunkt, als der Koop-Horror-Markt ungewöhnlich leer war. Back 4 Blood war durchgefallen, World War Z hatte seinen Zenit überschritten, und Left 4 Dead 3 ließ weiter auf sich warten. Torn Banner Studios nutzte diese Lücke.
Zwei Jahre lang veröffentlichte das Studio regelmäßige Updates, band die Community ein und ließ sich Zeit. Am 11. August endet diese Phase. Dann erscheint Version 1.0 – zeitgleich auf dem PC, der PS5 und der Xbox Series X/S. Der Preis liegt bei 29,99 Euro, zum Launch gibt es 35 Prozent Rabatt auf Steam und im Epic Games Store, 20 Prozent auf den Konsolen. Wer auf der Xbox vorbestellt, bekommt die 20 Prozent schon jetzt.
Acht Spieler, null Kompromisse
Vier Spieler sind der Standard im Koop-Shooter. Das funktioniert, erzwingt klare Rollen, aber es fühlt sich schnell nach Schichtarbeit an. No More Room in Hell 2 verdoppelt diese Zahl auf acht. Das klingt nach Chaos – und ist es auch. Ein produktives Chaos. Acht Spieler bedeuten, dass niemand perfekt sein muss. Einer geht flöten, der Rest kämpft weiter. Die Permadeath-Mechanik bekommt dadurch eine andere Dynamik: Stirbt ein Teammitglied, ist das kein Run-Ende, sondern ein Problem, das die Gruppe lösen muss.
Dazu kommen Crossplay zwischen allen Plattformen und ein neuer Survival-Modus, in dem Teams Verteidigungstürme gegen Zombiewellen beschützen. Das erinnert an Horde-Modi aus Gears of War – aber mit einem kontinuierlichen Ansturm statt gestaffelten Wellen. Blight: Survival versucht etwas Ähnliches, setzt aber auf Extraktion statt klassische Verteidigung.
Vom Free-Mod zum 30 Euro Titel
Das Original war ein kostenloser Source-Mod. Kein Preis, kein Publisher, nur eine Community, die Zombie-Horror ernster nahm als Left 4 Dead. Genau diese Community hat Torn Banner Studios jetzt 8.000 Bugfixes geliefert. Das klingt nach einem Triumph der Spieler-Beteiligung – und das ist es auch. Aber es ist auch ein Eingeständnis: Das Spiel war nach zwei Jahren Early Access noch nicht da, wo es sein sollte. Die 8.000 Meldungen kamen nicht aus Langeweile.
Der 1.0-Release ist deshalb weniger ein Ziel als ein Neuanfang. Torn Banner löscht alle Early-Access-Spielstände, verteilt exklusive Belohnungen an Veteranen und zwingt alle Spieler an denselben Startpunkt. Das ist mutig. Und nötig. Toxic Commando hat gezeigt, dass Zombie-Koop auf Konsolen funktioniert. Jetzt muss NMRIH2 beweisen, dass es mehr ist als ein Mod mit Preis.