Ein Szenario, das Bloodborne-Fans zur Verzweiflung treibt, wird nun bestätigt: Bluepoint Games, das Studio hinter den meisterhaften Remakes von Demon’s Souls und Shadow of the Colossus, hatte die Chance auf eine Neuauflage des PlayStation-Kultklassikers – und FromSoftware sagte Nein. Laut Bloomberg-Reporter Jason Schreier war es nicht fehlende finanzielle Mittel oder mangelnde technische Kompetenz, die ein Bloodborne-Remake töteten, sondern eine bewusste Entscheidung des Originalentwicklers. Bluepoint hatte mehrere Projekte angeboten, doch alle scheiterten. Die darauffolgende Schließung des Studios im Jahr 2025 hätte mit einem einfachen „Ja“ zu dieser Anfrage völlig anders aussehen können. Ein tragisches Gedankenspiel für eine der fähigsten Remake-Schmieden der Branche.
Die gescheiterte Bloodborne-Chance – Finanzen stimmten, Kreative nicht
Nach dem Scheitern eines Live-Service-God-of-War-Projekts versuchte Bluepoint ein Comeback zu inszenieren. Die Bloodborne-Remake-Idee wurde Sony vorgelegt, und hier liegt der erste überraschende Punkt: Sonys Geschäftsleitung fand die Zahlen überzeugend. Ein Bloodborne-Remake hätte wirtschaftlich Sinn ergeben – das Spiel ist über ein Jahrzehnt alt, die technische Modernisierung wäre attraktiv gewesen. Doch dann kam die Blockade: FromSoftware wollte es nicht. Der Grund scheint philosophisch zu sein. Schreier zitiert hier einen früheren SIE-Präsidenten Shuhei Yoshida, der nach seinem Ausscheiden offenbarte, dass Hidetaka Miyazaki, der Präsident von FromSoftware, explizit verlangt hatte, dass niemand anderes an seinen Spielen arbeiten darf. Das ist nicht einfach ein Geschäftsentscheid, sondern ein künstlerischer Wille: Miyazaki behält die Kontrolle über sein geistiges Eigentum, egal wie kompetent die anfragende Studio sein mag.
Ein Studio sucht verzweifelt nach Projekten – und scheitert überall
Bluepoint ließ sich von der Bloodborne-Ablehnung nicht vollständig entmutigen und reichte weitere Pitches ein. Ein Shadow of the Colossus Remake-Update (obwohl bereits eine Neuauflage existierte), ein Ghost of Tsushima-Spin-off – alles kreative Versuchungen, die auf Ablehnung stießen. Der dahintersteckende Grund war brutal praktisch: PlayStation-Studios hatten selbst kaum Ressourcen zu verschenken, weil sie „unter schwerer finanzieller Belastung in den letzten Jahren“ litten. Die potenziellen Partner konnten nicht helfen; die Möglichkeit, dass Bluepoint ein eigenständiges Spiel entwickelt, erschien Sony offenbar nicht erstrebenswert. Eine nach der anderen verfielen die Türen. Besonders bemerkenswert: Einige Bluepoint-Mitarbeiter wurden bereits „uneasy“, als Sony die Ankündigung des God of War Trilogy Remake machte – ein Signal, dass die Schließung für interne Beobachter längst absehbar war.
Tragisches Ende einer Remake-Legende – andere Studios profitieren
Der Zusammenbruch von Bluepoint Games ist nicht nur eine Geschäftsnachricht, sondern ein kultureller Verlust. Ein Studio, das verstand, wie man Klassiker respektvoll dekonstruiert, modernisiert und neu zusammensetzt, hatte keine Heimat mehr. Die Ironie: Andere Studios profitieren bereits von den Trümmern. CI Games, der Publisher von Lords of the Fallen 2, hat bereits ehemalige Bluepoint-Mitarbeiter aufgenommen. Das ist ein schwacher Trost für Fans, die sich ein Bloodborne-Remake von niemandem anders vorstellen können als einem Studio, das bewies, dass es das Handwerk beherrscht.