Lange war es verdächtig still um das geplante Multiplayer Spin Off im Universum von Geralt von Riva. Nachdem Project Sirius im vergangenen Jahr einen massiven Reboot samt Entlassungswelle hinnehmen musste, schien das Projekt fast schon auf dem Abstellgleis zu stehen. Doch nun setzt Entwickler CD Projekt RED ein starkes kreatives Zeichen. Mit einem prominenten Neuzugang aus der MMO Szene bekommt die Entwicklung offenbar den dringend benötigten narrativen Kompass, der die typische DNA des Studios retten könnte.
Die Rettung für die Story?
Die Sorge vieler Fans war bisher absolut berechtigt: Wie soll ein Multiplayer Titel die fesselnden und tiefgründigen Geschichten erzählen, für die The Witcher weltweit so massiv gefeiert wird? Die Antwort auf diese Frage soll nun Kwan Perng liefern. Der erfahrene Autor schließt sich dem frisch formierten Boston Team von CD Projekt RED als Lead Writer an. Seine bisherige Vita spricht Bände, denn er war maßgeblich für die herausragende Narrative von Destiny 2: The Final Shape sowie der gefeierten Guild Wars 2 Erweiterung End of Dragons verantwortlich. Dass The Final Shape von der gnadenlosen Community als eine der besten Story Kampagnen der gesamten Franchise Historie gefeiert wird, ist ein gigantischer Gewinn für das ambitionierte Projekt der Polen. Auf LinkedIn betonte Perng sogleich ehrfürchtig, wie sehr er es genieße, in das dunkle und eklektische Universum der Hexer einzutauchen.
Der steinige Weg von The Molasses Flood
Dass diese hochkarätige Rekrutierung überhaupt nötig wurde, liegt an der überaus holprigen Vorgeschichte. Ursprünglich wurde das Spiel fast komplett in die Hände von The Molasses Flood gelegt. Das Indie Studio, das sich einst mit The Flame in the Flood einen Namen machte, stieß bei den AAA Ambitionen jedoch offenbar recht schnell an seine Grenzen. Ein weitreichender Reboot im Jahr 2023 kostete fast der Hälfte des dortigen Teams den Job. Das aktive Einsteigen des Boston Studios zeigt deutlich, dass das Mutterunternehmen das Ruder nun fester in die eigenen Hände nimmt, um das Qualitätslevel zu garantieren.
Während andere interne Mammutprojekte wie The Witcher 4 mit gewaltigen Teams in die heiße Phase starten oder Vorbereitungen für das kommende Cyberpunk Sequel getroffen werden, nimmt das externe Studio The Molasses Flood künftig wohl eher eine unterstützende Rolle ein.
Geduld bleibt die oberste Hexer Tugend
Obwohl Project Sirius diesen November bereits vier Jahre in Entwicklung sein wird, fehlt von handfestem Gameplay weiterhin leider jede Spur. Die vollmundigen PR Versprechen von einer innovativen Herangehensweise und unvergesslichen Geschichten für alte sowie neue Fans müssen sich erst noch beweisen. Wer nun aber auf einen baldigen Reveal hofft, wird direkt wieder enttäuscht. Der neue Lead Writer stellte unmissverständlich klar, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis er konkrete Details verraten darf. Bis wir also endlich handfest erfahren, wie sich der wilde Mix aus Multiplayer Gameplay und starkem Story Fokus am Ende spielt, bleibt uns nur der Grind im aktuellen Content oder ein erneuter Durchlauf der alten Meisterwerke.