Christofer Sundberg, Mitbegründer der legendären Avalanche Studios und kreativer Kopf hinter der Just Cause-Reihe, hat in einer unmissverständlichen Erklärung auf X (ehemals Twitter) einem potenziellen fünften Teil eine glasklare Absage erteilt. Seine Begründung ist ebenso simpel wie niederschmetternd: Die kreative Keimzelle, das ursprüngliche Team, das der Serie ihre anarchische Seele eingehaucht hat, ist nicht mehr da. „#JC5 wäre ein No-Go, da nur noch extrem wenige aus dem Original-Team dort sind“, so seine ernüchternden Worte.
Die Anatomie eines Scheiterns
In seiner Reflexion blickt Sundberg auch schonungslos auf die Gründe für den kreativen Sinkflug von Just Cause 4 zurück. Er zeichnet das Bild eines Studios, das von internen und externen Zwängen erdrückt wurde. Seine eigene, unfreiwillige Verlagerung von der kreativen Führung in den Sumpf aus „Corporate Crap“, unüberwindbare Probleme mit dem Publisher und eine suboptimale Teamzusammensetzung hätten der Serie ihre Schneid und ihren rebellischen Charme geraubt. Es ist die Beichte eines Schöpfers, der zusehen musste, wie seine Vision langsam in den Mühlen der Industrie zermahlen wurde.
Ein Appell an die verlorene Seele
Sundbergs Kritik geht jedoch weit über die Vergangenheit hinaus und gerät zu einem leidenschaftlichen Appell an sein ehemaliges Studio. „Sie müssen das Feuer wiederfinden, Risiken eingehen, Leute vor den Kopf stoßen und Spiele machen, von denen der Rest sagte, sie seien unmöglich.“ Diese Worte lassen tief blicken und enthüllen die Sorge, dass Avalanche seine einstige, waghalsige Identität verloren hat. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der das Interesse am eingestellten Xbox-Projekt Contraband neu entflammt – ein Spiel, das ursprünglich von Sundberg und seinem Team 2017 bei Microsoft gepitcht wurde und sich seitdem stark verändert hat, bevor es Berichten zufolge auf Eis gelegt wurde.
Mehr als nur eine Physik-Engine
Die Quintessenz von Sundbergs Standpunkt ist eine tiefgreifende philosophische Wahrheit über die Natur der Kreativität. Just Cause war niemals nur ein Werkzeugkasten aus Greifhaken und Fallschirmen. Es war die Verkörperung eines lustvollen Exzesses, eine Philosophie des spielbaren Blockbuster-Wahnsinns, erschaffen von einer ganz bestimmten Mannschaft mit einer einzigartigen Vision. Ohne diese ursprüngliche Schöpfergarde, so seine feste Überzeugung, würde eine nummerierte Fortsetzung unweigerlich zu einer seelenlosen Markenübung verkommen – ein Schicksal, dem er seinen Segen niemals geben würde.