Eigentlich ist Juli ja dieser Monat, in dem in der Spielebranche gefühlt nichts passiert. Die großen Ankündigungen sind durch, der Sommer hat alle im Griff, und die Redaktionen atmen durch. Aber diesmal nicht – weil die Planungen für die Gamescom 2026 schon jetzt konkrete Formen annehmen. Die Future Games Show hat gerade bestätigt, dass sie im August gleich mit drei Shows nach Köln kommt: Am 26. August geht’s los, und zwar mit einem Paket, das sich nach dem starken Summer Showcase im Juni durchaus sehen lassen kann.
Drei Shows an drei Tagen, Live-Berichterstattung vom Messegelände, World Premieres und Entwicklerinterviews – die FGS macht keinen Hehl daraus, dass sie in diesem Jahr nicht nur eingerahmtes Beiwerk, sondern ein zentraler Bestandteil des Gamescom-Programms sein will. Und nachdem die Juni-Ausgabe mit über 17 Millionen Views und 11 Weltpremieren einen echten Paukenschlag geliefert hat, sind die Erwartungen an die Köln-Edition entsprechend hoch.
Drei Shows, ein Programm: Was die FGS auf der Gamescom zeigt
Der 26. August wird ein langer Tag für alle, die digital dabei sein wollen. Los geht’s mit der Future Games Show at gamescom – der Hauptshow mit neuen Trailern, World Premieres und den berüchtigten Developer-Deep-Dives, bei denen Studios oft mehr verraten, als sie eigentlich wollen. Direkt im Anschluss startet FGS Live von der Gamescom, moderiert vom hauseigenen Redaktionsteam, das dann Interviews vom Showfloor und die nächsten Wellen an Ankündigungen bringt.
Vier Tage später, am 30. August, klingelt die FGS Best of Gamescom aus: eine Zusammenfassung der wichtigsten Messeneuheiten, garniert mit exklusiven Booth-Touren und Interviews. Das Format erinnert ein bisschen an die klassische „Abschlussshow“, die auf der Gamescom irgendwie nie richtig etabliert war – die FGS stopft hier eine echte Lücke.
Besonders spannend: Die Zahlen der Juni-Ausgabe. Mit über 17 Millionen Views innerhalb des Launch-Wochenendes, 40 gezeigten Spielen und 11 Weltpremieren. Und vor allem: 3,72 Wunschlisten pro Live-Zuschauer. Das ist kein Random-Wert – für Publisher ist das die eigentliche Währung solcher Shows, weil Wunschlisten bekanntlich der beste Indikator für Day-1-Käufe auf Steam sind. Daniel Dawkins, Content Director der FGS, sagt dazu: „Die Future Games Show ist der beste Ort, um neue Spiele zu entdecken – von Indie-Perlen wie dem gefeierten Puzzler Blue Prince bis zu AAA-Blockbustern wie dem Sci-Fi-RPG Exodus.“
Was die Summer Showcase Zahlen über die Gamescom-Ausgabe verraten
Die 3,72 Wunschlisten pro Zuschauer sind der interessanteste Wert in der Pressemitteilung – und zwar nicht, weil er besonders hoch ist, sondern weil er zeigt, dass die FGS eine spezifische Nische bedient. Während die Opening Night Live von Geoff Keighley auf Massenappeal und den großen Inszenierungsmoment setzt, scheint die Future Games Show ihr Publikum dort abzuholen, wo Kaufentscheidungen entstehen: beim konkret gezeigten Gameplay, bei spielbaren Demos und bei Titeln, die man vielleicht noch nicht auf dem Radar hatte.
Seit dem Launch im Jahr 2020 hat die FGS über 1.000 Spiele präsentiert – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie sehr sich das Format als Dauerbrenner etabliert hat. Die Mischung aus Indie-Perlen und AAA-Titeln (Resident Evil Requiem, Assassin’s Creed Black Flag Resynced, LEGO Batman) ist das eigentliche Erfolgsrezept. Dawkins bestätigt das: „Unser Summer Showcase erzielte 3,72 Wunschlisten pro Live-Zuschauer – deutlich über dem Branchenschnitt – dank unserer enorm engagierten Community. Seit unserem Launch 2020 durften wir die aufregendsten Titel der Branche präsentieren.“
Für die Gamescom-Ausgabe bedeutet das: Wer als Publisher sein Spiel vor einer kaufwilligen Zielgruppe zeigen will, ist hier richtig. Die Juni-Zahlen sind die beste Werbung, die sich die FGS wünschen kann.
Zwischen Opening Night Live und Xbox: Wo steht die FGS im Gamescom-Gefüge?
Die Gamescom ist 2026 ein komplexes Ökosystem. Da ist natürlich die Opening Night Live von Geoff Keighley, die traditionell den Auftakt macht. Dazu kommen der Xbox Games Showcase mit FanFest und die Möglichkeit, Gears of War: E-Day auf der Messe anspielen zu können. Capcom, Square Enix und viele weitere werden erwartet.
Und dann ist da noch ein Name, der auf dem Messegelände fehlen wird: PlayStation. Laut einem Bericht des deutschen B2B-Portals Gameswirtschaft wird Sony der Gamescom 2026 fernbleiben – mutmaßlich aus Furcht vor Fan-Backlash, weil das Unternehmen ab Januar 2028 keine Discs mehr für neue Titel produzieren will. Das ist ein interessantes Vakuum: Kein PlayStation-Stand, keine PlayStation-Ankündigungen auf der Messe. Und genau da könnte die FGS ins Spiel kommen.
Die Future Games Show ist plattformneutral – sie zeigt Spiele für PC und alle Konsolen. Wenn Sony seine großen Ankündigungen in den eigenen State of Plays verwaltet, aber auf der Gamescom physisch abwesend ist, dann wird die FGS für PlayStation-Spieler zur wichtigsten digitalen Anlaufstelle, um trotzdem Gamescom-Neuheiten mitzubekommen. Nicht weil die FGS das plant, sondern weil die Marktsituation es so fügt. „Auf der Gamescom liefern wir drei große digitale Shows mit den neuesten Ankündigungen und Weltpremieren für PC und Konsolen“, sagt Dawkins – und meint damit eben auch die Spieler, die in Köln keinen eigenen Sony-Stand mehr finden.
Die FGS hat sich in fünf Jahren vom Nischen-Event zur relevanten Größe entwickelt. Die Zahlen belegen das, das Programm bestätigt es, und die Marktlücke, die PlayStations Abwesenheit reißt, macht die Show für viele Spieler noch wertvoller. Jetzt muss der August nur noch liefern, was der Juni angedeutet hat.