Ein YouTuber hat die Mathematik geknackt und GameStop dabei ertappt, wie man buchstäblich Geld drucken kann. RJCmedia veröffentlichte Mitte Januar ein Video, das demonstrierte, wie man durch eine clevere Kombination von GameStop-Promotions eine Nintendo Switch 2 kauft, sie wieder eintauscht und dabei mehr Guthaben zurückerhält, als man ursprünglich bezahlt hat. Der Trick? Eine Promotion für gebrauchte Artikel, die 25% Extra-Eintauschwert gewährt. GameStop reagierte schnell – drei Tage später erschien ein offizielles Statement, das den Glitch bestätigte und gleichzeitig mit einem Augenzwinkern darauf hinwies: „Unsere Filialen sind nicht dafür konzipiert, als unendliche Gelddruckmaschinen zu funktionieren.“ Doch wie konnte dieser Glitch überhaupt entstehen? Und wie viele Leute haben ihn ausgenutzt, bevor GameStop die Notbremse zog?
- Die Mechanik des Glitches: Wie RJCmedia GameStops Promotions knackte
- GameStops offizielles Statement: „Keine unendlichen Gelddruckmaschinen“
- GameStop bereits mehrfach in Schlagzeilen 2026: Filialschließungen und Lara Croft Kontroverse
- YouTuber RJCmedia: Vom DoorDash-Fahrer zum GameStop-Glitch-Entdecker
- Kunden berichten von bis zu 1.000 Dollar „kostenlosem“ Store Credit
Die Mechanik des Glitches: Wie RJCmedia GameStops Promotions knackte
Am 17. Januar 2026 veröffentlichte RJCmedia ein 13-minütiges Video mit dem Titel „I Found The GameStop Infinite Money Glitch.“ Die erste Hälfte des Videos zeigt, wie RJCmedia und Mitwirkender WoodmanClassics mehrere GameStop-Promotions kombinierten, um maximalen Nutzen aus ihren Masseneintäuschen zu ziehen – darunter die langfristige Promotion, bei der GameStop Pro-Mitglieder 20% Extra-Eintauschwert erhalten, wenn sie ihn für eine Vorbestellung verwenden, sowie eine aktuelle Aktion, die Kunden 25% zusätzlichen Eintauschwert gibt, wenn sie ihn für ein gebrauchtes Produkt nutzen. Doch die zweite Hälfte des Videos enthüllte den eigentlichen Exploit: RJCmedia kaufte eine Nintendo Switch 2 für 415 Dollar und tauschte sie für 385 Dollar Store Credit ein. Als jedoch das gebrauchte Spiel gescannt wurde, griff die Promotion, und die 385 Dollar Store Credit wurden zu 445 Dollar – 30 Dollar mehr, als für die Switch 2 bezahlt wurde. Einfache Mathematik, die GameStop offenbar nicht bedacht hatte.
GameStops offizielles Statement: „Keine unendlichen Gelddruckmaschinen“
Nur drei Tage nach RJCmedias Video, am 20. Januar 2026, veröffentlichte GameStop ein offizielles Statement auf X (ehemals Twitter), das den Glitch bestätigte und bekannt gab, dass er „gepatcht“ wurde. Die Formulierung war sowohl professionell als auch selbstironisch: „Trade-Promotions wurden aktualisiert, um sicherzustellen, dass Kunden nicht länger grundlegende Arithmetik in einen endlosen Einkommensstrom verwandeln können, und das Gleichgewicht wurde wiederhergestellt. Während wir die Kreativität applaudieren, erinnern wir sanft daran, dass unsere Filialen nicht dafür konzipiert sind, als unendliche Gelddruckmaschinen zu funktionieren.“ Die Reaktionen auf X waren gespalten: Einige spekulierten, wie viel RJCmedia verdient haben könnte, andere feierten ihn als „Legende“, und ein Kommentator bezeichnete es sogar als „großen Gewinn für die Gesellschaft.“ In den YouTube-Kommentaren prahlten andere Kunden damit, wie viel sie angeblich durch den Glitch verdient hatten – manche behaupteten, sie säßen nun auf fast 1.000 Dollar „kostenlosem“ Store Credit.
GameStop bereits mehrfach in Schlagzeilen 2026: Filialschließungen und Lara Croft Kontroverse
Trotz der Tatsache, dass 2026 erst wenige Wochen alt ist, hat GameStop bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Am 9. Januar bestätigte das Unternehmen, dass es fast 300 Filialen schließen wird – scheinbar ohne vielen Mitarbeitern eine Vorwarnung zu geben. Nur wenige Tage später geriet GameStop online unter Beschuss, weil es das erste offizielle Bild von Sophie Turner als Lara Croft in Tomb Raider kritisierte. Der X-Account von GameStop (derselbe, der das Statement zum Infinite Money Glitch veröffentlichte) repostete IGNs Bild von Turner mit der Bildunterschrift: „Das ist nicht Lara Croft.“ Viele Tomb Raider-Fans verteidigten Turner und drehten den Spieß um, indem sie Bilder von GameStop-Spielzeugregalen mit Bildunterschriften wie „Das ist kein Gaming-Store“ posteten. Diese Kontroversen zeigen, dass GameStop derzeit sowohl mit internen operativen Herausforderungen als auch mit seiner öffentlichen Wahrnehmung kämpft.
YouTuber RJCmedia: Vom DoorDash-Fahrer zum GameStop-Glitch-Entdecker
RJCmedias Kanal existiert seit Mai 2022, wobei seine ersten Videos seine Versuche dokumentierten, Geld über DoorDash zu verdienen. Nach einer einjährigen Pause kehrte RJCmedia 2023 zu YouTube zurück und fokussierte sich diesmal auf Retro-Gaming-Sammlungen. Seitdem veröffentlicht er regelmäßig Gaming-bezogene Videos, darunter zahlreiche, die sich um GameStop drehen – etwa Jagden nach gebrauchten GameStop-„Heiligen Grälen“ und Videos, in denen der Creator GameStop-Sales nutzt, um seine persönliche Sammlung zu erweitern. Der Infinite Money Glitch war ein unerwarteter Coup, der RJCmedias Kanal enorme Aufmerksamkeit bescherte. Ob GameStop rechtliche Schritte gegen RJCmedia erwägen wird, bleibt unklar, doch das Unternehmen scheint den Vorfall mit Humor zu nehmen – zumindest öffentlich. Die Frage bleibt: Wie viele Leute haben den Glitch ausgenutzt, bevor GameStop ihn schloss?
Kunden berichten von bis zu 1.000 Dollar „kostenlosem“ Store Credit
In den Kommentaren unter RJCmedias Video teilten zahlreiche Kunden ihre eigenen Erfahrungen mit dem Glitch. Einige behaupteten, sie hätten den Exploit mehrfach genutzt und säßen nun auf fast 1.000 Dollar „kostenlosem“ Store Credit. Andere diskutierten, wie lange der Glitch verfügbar war, bevor GameStop ihn patched, und spekulierten, ob das Unternehmen die betroffenen Konten überprüfen würde. Bislang hat GameStop keine Anzeichen dafür gegeben, dass es Maßnahmen gegen Kunden ergreifen wird, die den Glitch ausgenutzt haben, doch die Tatsache, dass das Statement die Promotion „aktualisiert“ hat, deutet darauf hin, dass GameStop den Fehler als eigenes Versehen anerkennt. Für RJCmedia und seine Zuschauer war der Glitch ein Glücksfall – für GameStop ein peinlicher, aber letztlich harmloser Stolperstein.