Eigentlich war die Botschaft nach dem Steam Next Fest klar: Arkheron hat ein verdammt gutes Konzept, aber es macht es Neulingen unnötig schwer. 15 Dreierteams kämpfen sich durch einen Turm, sammeln Gegenstände, schalten sich aus – das klingt einfach, aber zwischen dem erinnernswerten ersten Match und dem frustrierenden zehnten liegt eine Wand, die Bonfire Studios jetzt eingerissen hat. Seit dem 15. Juli läuft die Closed Beta, und wer die Demo im Februar gespielt hat, wird das Spiel kaum wiedererkennen.
Was die Closed Beta von den bisherigen Playtests unterscheidet
Bisher war Arkheron nur in kleinen, wöchentlichen Playtests spielbar. Wer nicht zu den Auserwählten gehörte, musste sich mit der Next Fest Demo vom Februar begnügen oder auf YouTube verfolgen, wie sich 15 Dreierteams durch den namenlosen Turm kämpfen. Die Closed Beta, die seit dem 15. Juli läuft und noch bis zum 26. Juli aktiv ist, bricht mit diesem Muster. Statt eines verlängerten Wochenendes haben wir es hier mit dem ersten echten Belastungstest zu tun – zweiwöchig, rund um die Uhr, für alle, die sich registriert haben.
Der Unterschied ist nicht nur quantitativ. Bonfire Studios hat die Zeit seit dem Next Fest genutzt, um genau das zu adressieren, was in der Community am lautesten kritisiert wurde: die Einstiegshürde. Wer die Demo gespielt hat, erinnert sich an ein Spiel, das einen direkt ins kalte Wasser geworfen hat. Kein Tutorial, keine Erklärung der Eternals, kein sanfter Einstieg. Die wenigen, die durchhielten, wurden mit dem ungewöhnlichsten PvP-Konzept der letzten Jahre belohnt – aber viele sind schon auf den ersten beiden Etagen abgesprungen.
Das hat Rob Pardo, Gründer von Bonfire Studios und ehemaliger Chief Creative Officer bei Blizzard, im begleitenden Statement auch eingeräumt. „Seit dem Steam Next Fest haben wir die letzten Monate damit verbracht, auf das Feedback der Spieler zu hören und sinnvolle Verbesserungen vorzunehmen“, sagt er. Die Closed Beta sei ein wichtiger Meilenstein, um mehr Spieler in den Turm zu lassen und das Erlebnis gemeinsam mit der Community zu verfeinern. Was sich hinter diesen PR-geglätteten Sätzen verbirgt, ist eine der größten Umstellungen in der kurzen Geschichte des Spiels.
Learning Spires schließt die Lücke, die das Next Fest aufgerissen hat
Der mit Abstand wichtigste Neuzugang heißt Learning Spires. Ein eigener Spielmodus, in dem Neulinge gegen Bots antreten, statt gegen erfahrene Teams. Das klingt unspektakulär – und ist es nicht. PC Gamer hat in seiner Analyse genau den Punkt getroffen, der Arkheron in der Demo zum Problem wurde: Zwischen dem Trainingsraum (der simpel, fast lieblos wirkte) und dem kompetitiven Ascension-Modus (der mit voller Härte startet) klaffte eine Lücke, die sich wie ein Canyon anfühlte. Learning Spires ist die Brücke über diesen Canyon.
Der Modus funktioniert wie die normale Arena-Variante Spires, nur ohne menschliche Gegner. Ihr kämpft gegen computergesteuerte Teams, lernt das Item-System, die Funktionsweise der Eternals und den Rhythmus eines Aufstiegs – und zwar in eurem eigenen Tempo. Bonfire Studios hat verstanden, dass ein Spiel, das Genre-Grenzen verwischt, auch erklären muss, was es eigentlich ist. Arkheron ist kein Battle Royale, kein reiner Arena-Fighter und kein Looter-Shooter – es ist eine Mischung, die man gesehen haben muss, um sie zu verstehen. Learning Spires gibt Neulingen den Raum, genau das zu tun.
Während der gesamten Closed Beta ist Learning Spires jederzeit spielbar, solo oder mit Freunden. Der normale Spires-Modus (die 3v3-Arena gegen echte Gegner) läuft ebenfalls durchgehend. Der kompetitive Ascension-Modus hingegen öffnet sich nur an den Wochenenden – am 24. und 25. Juli für Europa, Nordamerika und Südamerika, am 25. und 26. Juli für Asien und den Pazifikraum. Wer also den vollen Umfang erleben will, sollte das Wochenende einplanen.
Kosmetik, Prestige und ein frischer Account – das Belohnungssystem im Test
Erstmals testet Bonfire Studios mit der Closed Beta auch ein Belohnungssystem. Das Prinzip ist einfach: Ihr sammelt durch Spielzeit sogenannte Seiten, die ihr gegen kosmetische Gegenstände aus der Closed-Beta-Kollektion eintauschen könnt. Das meiste davon wird nach dem Ende der Beta zurückgesetzt – aber nicht alles. Wer Prestige-Belohnungen freischaltet (einen exklusiven Titel, ein Banner und einen Charakter-Skin), behält die dauerhaft. Ein cleverer Anreiz, auch in der Beta etwas zu leisten, ohne dass sich die frühen Spieler einen unfairen Vorteil für den Launch verschaffen.
Ein Detail, das schnell untergeht, aber wichtig ist: Beim ersten Login in die Closed Beta müsst ihr einen neuen Bonfire-Account anlegen. Der MMR aus den vorherigen Playtests wird nicht übernommen – das Matchmaking braucht ein paar Runden, um sich neu einzupendeln. Wer also schon in den wöchentlichen Tests dabei war, startet nicht mit einem Vorsprung, sondern auf Augenhöhe mit allen anderen.
Die Beta läuft auf dem PC via Steam. Wer noch keinen Zugang hat, kann sich auf der Arkheron-Website registrieren – Einladungen werden weiterhin in Wellen verschickt. Und wer eingeladen wird, bekommt automatisch drei Steam-Freundeseinladungen dazu. Genug, um ein volles Team zu bilden und sich gemeinsam in den Turm zu stürzen.
