Es ist das schlechtgehütete Geheimnis der Gaming-Welt: Wo ein NDA (Verschwiegenheitserklärung) ist, da ist auch ein Leaker, der nur darauf wartet, die digitale Stille zu brechen. Bungie steuert mit Marathon auf den Release im März 2026 zu, doch die wahren Schlagzeilen macht derzeit ein Playtest aus dem vergangenen Dezember. Ein vorwitziger Teilnehmer hat den Vorhang gelüftet und uns einen Blick auf den „Kosmetik-Kontinent“ des PvPvE-Extraction-Shooters gewährt. Und was wir da sehen, lässt Sammlerherzen höher schlagen: Offenbar warten zum Start satte 55 Skins darauf, eure Runner in wandelnde Kunstwerke zu verwandeln.
Die ungerechte Verteilung der Beute
Wer gedacht hat, Bungie würde die modische Liebe gerecht verteilen, irrt gewaltig. Die Leaks zeichnen das Bild einer Hierarchie unter den sechs spielbaren Klassen. Während sich Triage, Destroyer und Recon mit jeweils acht Kostümen begnügen müssen, dürfen Assassin und Thief bereits in zehn verschiedenen Outfits durch die Gegend schleichen. Der unangefochtene Liebling der Designer scheint jedoch Vandal zu sein, der mit stolzen elf Skins die Garderobe anführt. Natürlich sind diese Zahlen aus der Beta mit Vorsicht zu genießen – bis zum März kann sich das Blatt noch wenden, aber die Tendenz zur Favorisierung bestimmter Spielstile ist unverkennbar.
Das große Rätselraten um die Freischaltung
Doch wie kommt man an den Stoff, aus dem die Träume sind? Hier hüllt sich der Leak noch in Schweigen. Abgesehen von einigen exklusiven Designs für Vandal, Destroyer, Assassin und Thief, die offenbar hinter der Paywall der Deluxe Edition lauern, tappen wir im Dunkeln. Wird es eine reine Fleißarbeit über Achievements? Oder wird der In-Game-Store wieder zur Kreditkartenfalle? Bungie verspricht zwar „Reward Passes“, die niemals ablaufen – ein Segen für alle mit wenig Zeit –, und beteuert, dass Geld keinen spielerischen Vorteil erkaufen wird. Aber ob die coolsten Looks nur gegen harte Währung zu haben sind, bleibt die bange Frage.
Abschiede und Skandale im Hintergrund
Während wir uns über bunte Farben freuen, rumort es hinter den Kulissen. Joseph Cross, der Art Director, der für die visuelle Identität von Marathon verantwortlich zeichnet, hat seinen Hut genommen. Er verlässt das Studio mit stolzgeschwellter Brust und lobt die „visuelle Welt“, die sie erschaffen haben. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt dennoch, wenn man an die Kontroversen des letzten Jahres denkt – insbesondere die Plagiatsvorwürfe der Künstlerin Antireal. Auch wenn dieser Streit inzwischen beigelegt ist, zeigt Cross‘ Abgang, dass bei Bungie gerade ein Generationenwechsel stattfindet.
Mit einem Preisschild von 39,99 Euro und vier Start-Maps (Perimeter, Dire Marsh, Outpost und das erst später verfügbare Cryo Archive) wirkt das Paket attraktiv. Aber reicht reine Optik, um euch langfristig zu binden?


