Von außergewöhnlichen Gaming-Peripheriegeräten haben wir in den letzten Jahren so einiges gesehen. VR-Headsets katapultieren dich in fremde Welten, Haptikwesten lassen dich jeden Treffer spüren und smarte AR-Brillen wie die von Rokid blenden Informationen direkt in dein Sichtfeld. Doch OVR Technology aus Burlington, Vermont, geht jetzt einen Schritt weiter – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Omara Scent Display bringt den Geruchssinn an deinen Gaming-PC. Klingt verrückt? Ist es vielleicht auch. Aber die Technik dahinter hat es in sich.
Wie OVR Technology den Geruch digitalisiert
Das kompakte Desktop-Gerät verbindest du per USB mit deinem Rechner und es reagiert blitzschnell auf Ingame-Events. Triffst du auf einen Kiefernwald in deinem Lieblings-RPG? Die Omara pustet dir innerhalb von 500 Millisekunden den passenden Duft ins Gesicht – so schnell, dass dein Gehirn die künstliche Quelle gar nicht registriert und einfach glaubt, was es riecht. Dahinter steckt ein Team aus Neurowissenschaftlern, Chemikern und Parfümeuren, die insgesamt 16 Basisaromen entwickelt haben. Eine einzige Kassette reicht für rund 100 Stunden Spielzeit und die Düfte verflüchtigen sich sofort, damit kein Chaos im Raum entsteht. Im Gegensatz zu früheren Versuchen mit Duft-PCs setzt OVR hier auf Präzision statt auf pures Rumeiern.
Die Preise und was du für dein Geld bekommst
Ab sofort kannst du das Teil via Kickstarter vorbestellen. Die Einstiegshürde liegt beim VIP-Bundle für 249 Dollar – das beinhaltet die Omara, einen Standfuß und eine Starter-Kassette. Wer schneller sein will, sichert sich das limitierte Early-Access-Paket für 299 Dollar, das allerdings nur bis zum 22. Mai verfügbar ist. Richtig zur Sache geht es beim Launch-Bundle für 549 Dollar: Neben dem Gerät und der Kassette bekommst du alle neun Launch-Titel dazu. Und wenn du richtig tief in die Tasche greifen willst: Für 3.000 Dollar wirst du zum „Scent Engineer“ und darfst an einem echten Spiel mitentwickeln – inklusive Namensnennung im Abspann.
Immersion der nächsten Generation oder nur eine nette Spielerei?
Bevor jetzt alle durchdrehen: Die große Frage bleibt, wie gut die Integration in echte Spiele wirklich funktioniert. OVR verspricht Partnerschaften mit Indie-Studios und hat bereits Mods für Minecraft und Stardew Valley angekündigt. Das klingt erstmal spannend, denn während Entwickler für Unity und Unreal Engine direkt Schnittstellen nutzen können, wird der Erfolg davon abhängen, ob große Publisher mitziehen. Ein Duft-Kickstarter ist kein Garant für eine florierende Spielebibliothek. Immerhin: Die Technik ist ausgereift, die Reaktionszeit beeindruckend und das Konzept ist mutiger als so mancher VR-Vorstoß von Valve, der ebenfalls auf absolute Immersion setzt.
CEO Dave Stiller bringt es auf den Punkt: „Die Omara bringt den fehlenden Sinn in Videospiele – den Geruch.“ Ob das ausreicht, um sich langfristig in den heimischen Setups durchzusetzen, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: Noch nie roch ein Day-One-Patch so verheißungsvoll. Was glaubst du – setzt sich die Duft-Peripherie durch oder bleibt das ein Nischenprodukt für Hardcore-Enthusiasten? Schreib es uns in die Kommentare!