Es wirkt fast schon wie ein Running Gag der Gaming-Branche: Wann immer Entwickler Re Logic das Ende von Terraria verkündet, explodieren die Spielerzahlen und ein neues „finales Update“ erscheint am Horizont. Was im Mai 2011 als beschauliches Pixel Abenteuer startete, hat sich mittlerweile zu einem gigantischen Imperium ausgewachsen. Mit nunmehr 70 Millionen verkauften Einheiten festigt der Titel seinen Status als eines der erfolgreichsten Videospiele der Geschichte. Während andere Projekte nach einer Dekade in der Versenkung verschwinden, brennt das Feuer in der Welt der schwebenden Inseln und tiefen Höhlen heller als je zuvor.
Dominanz am PC und ein überraschender zweiter Platz
Ein Blick auf die nackten Fakten offenbart eine interessante Verteilung der Spielerschaft. Der PC bleibt mit stolzen 39,6 Millionen verkauften Kopien die unangefochtene Heimat der Sandbox. Doch wer dachte, dass Konsolen wie die PlayStation 5 oder die Xbox Series X den zweiten Platz belegen, irrt gewaltig. Mit 19,7 Millionen Verkäufen hat die Mobile Fraktion die klassischen Heimkonsolen, die bei 10,7 Millionen stehen, deutlich abgehängt. Das zeigt eindrucksvoll, dass das Suchtpotenzial von Terraria auch auf dem Smartphone perfekt funktioniert.
Die Bindung der Community ist dabei außergewöhnlich hoch. Ein durchschnittlicher Fan am PC verbringt über 90 Stunden in seiner Welt. Wer das Spiel über tModLoader mit Inhalten der Community erweitert, kommt auf 100+ Stunden. Dieser enorme Grind Faktor sorgt dafür, dass die täglichen Nutzerzahlen im Schnitt bei fast einer halben Million liegen. Terraria ist eben kein Spiel, das man einmal durchzockt und dann weglegt – es ist ein digitales Zuhause. Nachdem bereits das Update 1.4.5 mit seinem Boulder Wunder für Furore sorgte, steht mit Version 1.4.6 schon der nächste Content Nachschub in den Startlöchern.
Ein Denkmal für das fünfzehnjährige Jubiläum
Um diesen historischen Meilenstein gebührend zu feiern, hat Re Logic eine physische Sammleredition zum 15. Geburtstag angekündigt. Auch wenn die Vorbestellungen erst im Juni starten und die Auslieferung für 2027 geplant ist, gibt es bereits erste Hinweise auf die Goodies. Fans dürfen sich wohl auf ein Modell des Spielerherzens und eine detailgetreue Figur des berüchtigten Mondlords freuen. Im Gegensatz zu vielen seelenlosen AAA Produktionen, die mit überteuerten Season Pass Modellen locken, wirkt dieser Fan Service ehrlich und verdient.
Dass Re Logic das Wort „Final“ offiziell aus dem Wortschatz gestrichen hat, ist die beste Nachricht für alle Entdecker. Die Entwickler versprechen, dass die Welt von Terraria so lange lebendig bleiben wird, wie sie selbst noch Ideen im Kopf haben. Angesichts der kreativen Energie, die das Studio seit anderthalb Jahrzehnten an den Tag legt, ist ein Ende nicht abzusehen. Wer bisher einen Bogen um den Klassiker gemacht hat, findet auf der offiziellen Steam Produktseite alle nötigen Infos für den Einstieg. Es ist nie zu spät, den ersten Baum zu fällen und sich tief in die Erde zu graben.