In einer Ära, die von immer erfolgreicheren Videospielverfilmungen geprägt ist, erhält eines der prägendsten narrativen Abenteuer der letzten Dekade endlich seine wohlverdiente Live-Action-Adaption. Amazon Prime Video hat offiziell grünes Licht für eine Serienumsetzung des Kultspiels Life is Strange gegeben. Die kreative Federführung übernimmt dabei Showrunnerin Charlie Covell, die sich bereits mit der gefeierten Serie The End of the F**ing World* einen Namen für die sensible und zugleich ungeschönte Darstellung komplexer Teenager-Dynamiken gemacht hat. Diese Ankündigung schickt eine Welle der Vorfreude durch die Fangemeinde und wirft gleichzeitig spannende Fragen auf.
Ein Meilenstein des narrativen Spiels
Don’t Nods ursprüngliches Meisterwerk, das 2015 episodisch veröffentlicht wurde, erzählte die unvergessliche Geschichte von Max Caulfield, einer jungen Frau, die ihre Fähigkeit entdeckt, die Zeit zurückzuspulen. Mit einem Ensemble einzigartiger Charaktere, folgenschweren Entscheidungen, die wirklich von Bedeutung waren, und einer herzzerreißenden Erzählung behauptete sich der Titel selbst in einer Periode, in der Telltale Games das Genre der Abenteuerspiele dominierte. Bis heute prägt Life is Strange die Landschaft der storygetriebenen Games nachhaltig und es scheint nur folgerichtig, dass dieses Juwel nun den Weg auf den heimischen Bildschirm findet.
Die kreativen Köpfe hinter der Vision
Die Produktionsfirma Story Kitchen, die mit Dmitri M. Johnson, Mike Goldberg und Timothy I. Stevenson als ausführende Produzenten an Bord ist, hat maßgeblich an der Realisierung dieses Projekts mitgewirkt. Johnson und Goldberg bezeichneten das Spiel als einen „kulturellen Prüfstein“ und betonten, dass es nach einer zehnjährigen Reise eine Ehre sei, diese geliebte Geschichte endlich zu Amazon zu bringen. Ihre Leidenschaft und ihr langer Atem sind ein starkes Indiz dafür, dass hier mit dem nötigen Respekt vor dem Quellmaterial gearbeitet wird. Covells Beteiligung als Autorin und Showrunnerin verstärkt diese Hoffnung zusätzlich, da ihre bisherige Arbeit eine ideale Tonlage für die emotionale Achterbahnfahrt von Arcadia Bay verspricht.
Die große Herausforderung der Interaktivität
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Serie eine direkte Adaption der originalen Story sein wird. Covells eigenes Statement bestätigt, dass sie es kaum erwarten könne, „Max und Chloes Geschichte sowohl mit alten Spielern als auch mit einem neuen Publikum zu teilen“. Genau hier liegt jedoch die größte Hürde: Da die Entscheidungen des Spielers einen so massiven Teil der Erfahrung ausmachen, bleibt abzuwarten, wie die Serie mit einigen der bedeutendsten Weichenstellungen des Spiels umgehen wird. Die Frage, welcher der ikonischen Pfade eingeschlagen wird, dürfte die wohl spannendste Diskussion im Vorfeld der Veröffentlichung werden und ist entscheidend für das Gelingen der Adaption.