Patrice Désilets hat schon mal eine historische Stadt zur Spielwelt gemacht – und das ziemlich gut. Jetzt zeigt der Assassin’s Creed-Schöpfer, wie er das mit 1666: Amsterdam wiederholen will. Das Studio ist dafür komplett nach Amsterdam gereist, nicht fürs sightseeing, sondern um zu verstehen, wie sich eine Stadt anfühlt, die zur Legende geworden ist. Der erste Teil der neuen Entwicklertagebuch-Reihe Behind the Shadows liefert die Antworten – und verrät erste Gameplay-Details.
Ein Team auf Forschungsreise
Das erste Entwicklertagebuch trägt den Titel „The Vision: The Real City That Became a Myth“ und dokumentiert, wie Panache Digital Games 2024 mit der gesamten Belegschaft nach Amsterdam aufbrach. Kein Scouting-Team, keine abgesandten Leveldesigner – das ganze Studio. Jean-François Boivin, Mitgründer und Executive Producer, bringt den Mehrwert auf den Punkt: „Referenzen online anzusehen ist das eine. Persönlich dort zu sein, die Proportionen zu sehen, die Texturen und die Atmosphäre zu spüren, ist etwas völlig anderes.“ Désilets ergänzt: „Das Studio nach Amsterdam einzuladen, war im Kern ein Akt des Teilens. Wir haben alle versammelt und gesagt: Kommt in euer Spiel. Erlebt es so, wie ich es erlebt habe.“
Wir haben bereits den Prolog und Enthüllungstrailer analysiert – dieses Entwicklertagebuch liefert den Kontext hinter der Kulisse.
Häuser erkunden, Dächer laufen, Katze dabei
Das Tagebuch gewährt auch Einblicke in konkrete Spielmechaniken. Leitender Leveldesigner Maxime Fortin beschreibt die Erkundung als mehrschichtiges System: „Der Spieler kann jedes verfügbare Haus in der Nachbarschaft erkunden, mit seiner Katze durch ein Fenster einsteigen, über Dächer laufen und völlig unterschiedliche Möglichkeiten entdecken – je nachdem, wie er sich der Stadt nähert.“
Das klingt nach genau der Art vertikaler und horizontaler Freiheit, die Désilets schon bei den frühen Assassin’s Creed-Teilen ausgezeichnet hat – nur diesmal ohne den erzwungenen Open-World-Parkour aus dem Ubisoft-Baukasten. Die Katze als Begleiter ist dabei mehr als ein niedliches Gimmick: Sie fungiert als spielerisches Werkzeug, um alternative Pfade zu erschließen.
Was das für den Early Access bedeutet
1666: Amsterdam startet noch 2026 im Early Access auf dem PC. Konsolen folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Désilets hat auf dem Summer Game Fest 2026 bereits einen spielbaren, kostenlosen Prolog veröffentlicht – und diese Entwicklertagebuch-Serie soll regelmäßig Einblicke in den Fortschritt liefern. Wer das Spiel im Auge behalten will, kann es auf Steam und im Epic Games Store auf die Wunschliste setzen.
