Drei Sekunden Wellengang, dann kippt die Kamera. Ein Patrouillenboot pflügt durch die Gischt, während hinter den Felsen des Tsuru Reef die Silhouetten von Flugzeugträgern auftauchen. Der neue Gameplay Deep Dive zu Battlefield 6 Season 4 zeigt genau das, was sich ein Teil der Community seit Jahren wünscht: richtige Seegefechte, keine angedeuteten. Kurz vor dem Start der neuen Season am 21. Juli legt das Studio die Karten auf den Tisch – und die Vorschau macht eines klar: Season 4 wird anders.
Tsuru Reef und Wake Island – Wasser und Wiederkehr
Season 4 setzt anders an als ihre Vorgänger. Die Roadmap hatte Naval Warfare bereits als Schwerpunkt der zweiten Jahreshälfte ausgewiesen, aber wie tief das geht, zeigt erst der Deep Dive. Statt einer einzelnen Karte mit besonderem Gimmick liefert Season 4 gleich zwei Maps – und beide stellen Wasser ins Zentrum. Tsuru Reef ist die erste komplett neue Karte der Season: eine Inselkette im Pazifik, die NATO-Stützpunkt und Luxusresort in einem ist. Dichte Bungalow-Siedlungen am Strand, eine schlafende Vulkaninsel im Hintergrund, dazwischen offene Wasserflächen, die mit Booten, Jets und Hubschraubern überbrückt werden müssen. Das Besondere: Tsuru Reef ist nicht nur eine Wasser-Map, sondern eine Layer-Map. Am Strand wird gekämpft, im Wasser wird manövriert, in der Luft wird gedeckt. Die Verzahnung der drei Ebenen ist das eigentliche Design-Ziel.
Wake Island dagegen ist ein Heimspiel für Veteranen. Die Karte aus Battlefield 1942, zuletzt in Battlefield V überarbeitet, kehrt im August mit dem Top Gun-Event zurück. Sie ist kompakter, fokussierter und zwingt die Spieler in engere Küstengefechte. Wer Tsuru Reef als offene Arena erlebt, wird Wake Island als kontrolliertes Chaos erleben – und genau diese Spanne macht den Reiz der Season aus.
Das Wellensystem macht den Ozean zur dritten Fraktion
Der interessanteste Part des Deep Dive ist kein Fahrzeug und keine Waffe – es sind die Wellen. Battlefield Studios hat ein dynamisches Wellensystem entwickelt, das die Wasseroberfläche nicht mehr nur als Textur behandelt, sondern als interaktives Spielelement. Wellen beeinflussen die Stabilität von Booten, können Sichtlinien blockieren und sogar als Deckung gegen feindliches Feuer dienen, wenn man die Position richtig wählt. Das klingt auf dem Papier nach einem Detail – aber wer schon einmal versucht hat, präzise von einem sich hebenden und senkenden Boot zu schießen, weiß, wie fundamental so eine Mechanik das Gameplay verändern kann. Kugeln durchdringen Wasser nur bis zu einer bestimmten Tiefe, Unterwasser-Explosionen werden zur taktischen Option, und verwundete Spieler lassen sich jetzt auch im Wasser wiederbeleben.
Dazu kommen die Fahrzeuge. Das RCB-90 ist ein zweisitziges Patrouillenboot mit einer 30mm-Maschinenkanone für den Fahrer und einer 120mm-Mörserstation für den Beifahrer – wobei die Granaten je nach Aufsatz unterschiedliche Effekte haben. Das leichtere NSW RHIB ist wendiger, schneller und mit vier Sitzen eher auf schnelle Infanterie-Landungen ausgelegt. Beide Boote ergänzen sich, statt sich zu duplizieren. EA hat in der offiziellen Season-4-Übersicht bestätigt, dass das RHIB ursprünglich nur in REDSEC verfügbar war und jetzt in den Haupt-Multiplayer wandert.
Top Gun, Jets und der August-Höhepunkt
Der Deep Dive streift sie nur kurz, aber die zweite Season-Hälfte ist das eigentliche Highlight. Am 18. August startet das Top Gun-Event, das Battlefield 6 mit zwei neuen Jets, zwei neuen Modi und einem frischen Battle Pass versorgt. Carrier Strike kehrt zurück – ein Modus, in dem beide Teams versuchen, den Flugzeugträger des Gegners zu zerstören, während sie ihren eigenen verteidigen. Dazu kommt Fighter Sweep in REDSEC, ein reiner Jets-Modus für Zweier-Squads.
Neu sind die F/A-81F Super Spectre und die F-74A Seacat, beides zweisitzige Kampfjets mit Schwenkflügeln. Die Maschinen sind vollständig fliegbar und mit Waffensystemen ausgestattet. Dass Top Gun hier nicht nur als thematische Haut, sondern als echter Content-Lieferant auftritt, ist die Überraschung dieses Events. Wer das Interdictor-Scharfschützengewehr freischaltet, kann Piloten direkt aus dem Cockpit holen – das passt thematisch, spielerisch aber vor allem zu den größeren Karten.
Im September schließt Tidal Strike die Season ab – ein Collection-Event mit einem neuen Nahkampfmesser, Proximity Chat als Battlefield Labs-Test und dem Phantom Program, einer Schnitzeljagd mit exklusiven Belohnungen.
