Am 18. August landet das Top Gun Update für Battlefield 6: zwei neue Modi, zwei zweisitzige Koop-Jets und die Stimmen von Rooster, Bob und Warlock aus Top Gun: Maverick. Es ist die größte Kollaboration, die DICE je angekündigt hat – und sie spaltet die Community, bevor sie überhaupt da ist. Während das Studio feiert, streiten die Fans darüber, ob hier endlich der Luftkampf kommt, den Battlefield seit Jahren schuldet – oder nur ein PR-Stunt für Top Gun 3.
- Drei Schauspieler, zwei Koop-Jets, eine neue Karte: Das steckt im Top Gun Update
- Carrier Strike und Fighter Sweep: Zwei Modi, die alte Battlefield-Fragen aufwerfen
- Auf Reddit tobt der Luftkampf: Warum das Top Gun Update die Fans spaltet
- Warum jetzt? Top Gun wird 40, Teil 3 steht an – und Battlefield braucht die Schubkraft
Drei Schauspieler, zwei Koop-Jets, eine neue Karte: Das steckt im Top Gun Update
Das kostenlose Update bringt drei Darsteller aus Top Gun: Maverick ins Spiel, zwei neue zweisitzige Kampfjets, die neue Karte Kao Strike und die Rückkehr von Wake Island. Dazu gesellen sich Custom Lobbies und Spectator Mode – beides landet am selben Tag.
Miles Teller ist als Lt. Bradley „Rooster“ Bradshaw als spielbarer Pilot bestätigt, Lewis Pullman (Bob) und Charles Parnell (Warlock) komplettieren das Trio. Tom Cruise? Fehlt. „Sadly“, wie es in der Ankündigung so schön heißt. Wer jetzt an der kompletten Event-Übersicht hängen bleibt, findet dort noch mehr: Die F-74A Seacat feiert ihr Serien-Debüt, dazu kommt die F/A-81F Super Spectre – beide als Koop-Flugzeuge gebaut. Einer fliegt, der andere bedient als Waffenoffizier die Systeme. Das Modell kennt ihr aus echten Cockpits, im Behind the Scenes Video erklären die Entwickler, wie viel Arbeit der Zweisitzer-Modus gemacht hat. Beide Fraktionen, Pax Armata und NATO, bekommen Zugriff auf die Jets.
Dazu gesellt sich die F-14 Tomcat, das ikonische Flugzeug aus beiden Filmen – ob sie wirklich steuerbar ist, lässt EA in der Ankündigung offen. Fest steht: die Rückkehr von Wake Island ist Teil des Updates, und am selben Tag kommen Custom Lobbies – beides Features, auf die ein Teil der Community seit Launch wartet.
Carrier Strike und Fighter Sweep: Zwei Modi, die alte Battlefield-Fragen aufwerfen
Carrier Strike ist die Top Gun-Variante des Battlefield 4-Modus Carrier Assault – Flugzeugträger ersetzen die Basen. Fighter Sweep ist eine zehnminütige Jets-Mission im Gauntlet-Modus des Free to Play Ablegers RedSec, in der sechs Squads feindliche Jets und Depots zerstören.
Carrier Assault war in Battlefield 4 der Modus, den alle wollten und kaum jemand spielte: Träger gegen Träger, Infanterie gegen Kanonenboote, alles auf einer Karte, die wie ein Ausschnitt wirkte. Genau diese Kritik nehmen die Spieler jetzt wieder auf – die eine Hälfte freut sich auf die Rückkehr, die andere erinnert sich an die schwachen Karten von damals. Carrier Strike bekommt mit Kao Strike eine eigene Karte und eine klarere Aufgabe: den feindlichen Träger versenken, bevor der eigene sinkt.
Fighter Sweep ist das andere Kaliber. Der Modus lebt im Gauntlet, dem Mini-Battle-Royale von Battlefield 6, das mit dem Free-to-Play-Ableger RedSec kam: Acht Teams kämpfen in Runden um Punkte, wer zurückliegt, fliegt raus. In Fighter Sweep ist das Feld auf sechs Squads geschrumpft, die Runde dauert zehn Minuten, und statt Bodenziele zählen Jets.
Die Vorlage ist unverkennbar: Air Superiority, der klassische Luftkampf-Modus aus Battlefield 3 und 4, bei dem nur fliegendes Gerät zählt. Dass ausgerechnet RedSec, die kostenlose Seite des Spiels, den Ranked-Modus für RedSec bekommen hat, passt zur Strategie: EA will die Gelegenheitsspieler in den Free-to-Play-Teil locken.
Auf Reddit tobt der Luftkampf: Warum das Top Gun Update die Fans spaltet
Die Stimmung vor dem Release ist gespalten: Ace Combat-Fans feiern die Kollaboration, Battlefield-Veteranen ärgern sich, dass Air Superiority kein eigener Modus ist und die neuen Jets nur als Zweisitzer fliegen. Ein Kommentar im Battlefield-Subreddit fasst es zusammen: „Top Gun-Fans lieben das Crossover, Battlefield-Fans hassen es schon jetzt.“ Die Veteranen haben konkrete Gründe.
Erstens: Air Superiority ist kein eigener Modus, sondern nur eine Gauntlet-Mission – wer den klassischen Himmel voller Jets will, muss sich in den RedSec-Teil verirren.
Zweitens: Die neuen Jets sind ausschließlich zweisitzig. „Nur die Zweisitzer, das ist doch ein Witz“, schreibt ein Pilot im r/PilotsofBattlefield. Wer allein fliegen will, hat das Nachsehen.
Und drittens: Der Hype um die Film-Gesichter lenkt davon ab, dass Battlefield 6 Kritik an Season 3 einstecken musste – von Waffen-Balance bis zu übernommenen Mechaniken.
Unser Take ist unmissverständlich: DICE verkauft hier Nostalgie, wo eigentlich Mechanik gefragt wäre. Der Luftkampf war über Jahre das Alleinstellungsmerkmal der Serie, und genau diese Lücke stopft das Studio jetzt mit einem Film-Crossover statt mit einem ehrlichen Modus. Das ist kluges Marketing – aber es ist kein Ersatz für die Antwort auf die Frage, die Fans seit Battlefield 4 stellen: Wo bleibt der Luftkampf, den keiner durch Skins ersetzen kann?
Warum jetzt? Top Gun wird 40, Teil 3 steht an – und Battlefield braucht die Schubkraft
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Top Gun feiert 2026 seinen 40. Geburtstag, Paramount bestätigte im April auf der CinemaCon die Fortsetzung Top Gun 3 mit Tom Cruise – und Battlefield 6 ist mit über sieben Millionen verkauften Einheiten in drei Tagen EAs erfolgreichster Shooter seit Jahren.
Die Rechnung geht in beide Richtungen. EA nutzt die Film-Marke, um Battlefield 6 in die Popkultur zu heben – PlayStation nennt es das größte Event der Season. Paramount wiederum hält die Marke warm, während Top Gun 3 ohne Release-Datum in der Mache ist. Und die bisherigen Crossover der Serie zeigen, wie groß der Sprung ist: In Battlefield 2042 gab es Skins zu Mass Effect, Dead Space und Assassin’s Creed – schöne Kosmetik, mehr nicht. Jetzt kommen echte Schauspieler, Stimmen, zwei Modi und eine eigene Karte. Das ist die erste Film-Kollaboration mit Substanz in der Geschichte der Serie.
Ökonomisch hat Battlefield 6 den Rückenwind, den man für so ein Projekt braucht: Der Shooter treibt EAs Quartalsgewinn um 38 Prozent nach oben, Season 4 mit Naval Warfare startete im Juli mit Tsuru Reef und dem dynamischen Wellensystem. Am 15. September folgt mit Tidal Strike die dritte Phase der Season. Das Top Gun Update ist also keine Eintagsfliege, sondern der Höhepunkt einer Strategie, die Battlefield 6 vom reinen Shooter zum Event-Spiel machen soll. Ob das aufgeht, entscheidet nicht der Trailer – sondern die Frage, ob die Jets am 18. August so gut fliegen, wie sie aussehen.
