Während die Konkurrenz noch darüber streitet, welches Sturmgewehr den besseren Rückstoß hat, wirft Deep Worlds SA die Regeln des Genres in einen nuklearen Reaktor und drückt auf den roten Knopf. Vorhang auf für Beautiful Light, einen Multiplayer-Albtraum, der während des jüngsten „New Game+ Showcase“ enthüllt wurde und die Grenzen zwischen Mensch und Monster auf verstörende Weise verwischt. Es ist nicht einfach nur ein weiterer Extraction-Shooter; es ist ein brutales Experiment an den Nerven der Spieler.
Taktische Präzision trifft auf puran Horror
Das Grundgerüst klingt zunächst vertraut, doch der Teufel steckt im Detail. In der sogenannten „Interventionszone“ treten sechs Squads mit jeweils drei Operatoren gegeneinander an. Das Ziel: Eindringen, ein mysteriöses Artefakt sichern und lebend wieder herauskommen. Klingt machbar? Weit gefehlt. Die Umgebung ist feindselig, die Atmosphäre so dicht, dass man sie schneiden könnte, und jeder Schritt wird von einer beklemmenden Paranoia begleitet. Wie in anderen Genre-Vertretern gibt es Quests zu erfüllen, um an bessere Ausrüstung zu gelangen, doch der Weg zum Ruhm ist mit Leichen gepflastert – und nicht alle davon sind menschlich.
Der morbide Twist: Werde zur Anomalie
Hier zündet Beautiful Light seine wahre Innovationsbombe. Du bist nicht gezwungen, als schwer bewaffneter Soldat mit „Tacti-Cool“-Ausrüstung durch die Ruinen zu schleichen. Stattdessen kannst du die Seiten wechseln und als monströse „Anomalie“ agieren. Deine Aufgabe ist simpel, aber blutrünstig: Jage die Operatoren.
Sechs spielergesteuerte Anomalien durchstreifen jede Match-Karte, getrieben von einem Hunger, der nur durch das Fleisch anderer Spieler gestillt werden kann. Ja, du hast richtig gelesen. Anomalien haben ihren eigenen Progressionspfad. Um Fähigkeiten zu verbessern und neue, tödliche Talente freizuschalten, musst du andere Spieler finden und… nun ja, verzehren. Es ist ein asymmetrisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Maus Zähne aus Stahl und eine Vorliebe für Menschenfleisch hat. Jeder „Raid“ verspricht so zu einer absolut einzigartigen Erfahrung der Angst zu werden.
Diegetisches Design und kompromissloser Realismus
Um die Immersion auf die Spitze zu treiben, verzichtet Beautiful Light auf klassische, den Bildschirm zukleisternde Anzeigen. Das HUD ist vollständig diegetisch. Das bedeutet: Keine schwebenden Lebensbalken oder Munitionszähler im leeren Raum. Alle Informationen, die du brauchst, erhältst du über militärische Interface-Elemente, die direkt in der Spielwelt existieren – primär über einen PDA, den die Operatoren am Unterarm tragen. Du musst also tatsächlich auf deine Ausrüstung schauen, um deinen Status zu prüfen, was in hitzigen Gefechten den Adrenalinspiegel zusätzlich in die Höhe treibt.
Der Weg zum Early Access
Der Release ist für Dezember 2026 angesetzt, und Beautiful Light wird via Steam und Epic Games Store auf dem PC einschlagen. Zum Start des Early Access versprechen die Entwickler bereits den vollen Kern-Spielmodus, detaillierte Karten und eine Fülle an freischaltbarer Ausrüstung. Besonders interessant für Clans und Communities: Es wird möglich sein, eigene dedizierte Server zu hosten – sei es durch Anmietung oder auf der eigenen Hardware. Wer nicht so lange warten will, kann sich bereits jetzt für Playtests anmelden und hoffen, als einer der Ersten in den Abgrund zu blicken.
