Die postapokalyptische Ödnis war selten so lebendig wie heute. Nachdem die Amazon-Serie ein Millionenpublikum vor die Bildschirme fesselte und das überraschend veröffentlichte Oblivion Remastered die Herzen der Nostalgiker im Sturm eroberte, brodelt die Gerüchteküche heißer als ein überhitzter Plasmakern. Die Frage, die jedem Fan auf der Zunge brennt: Erhalten auch die modernen Klassiker Fallout 3 und das kultverehrte New Vegas endlich ihre verdiente Frischzellenkur? Todd Howard, das Gesicht und der kreative Kopf hinter Bethesda, hat sich nun in einem Interview mit Dexerto zu Wort gemeldet – und seine Antwort ist so vielversprechend wie geheimnisvoll.
Wir hören euch: Ein Signal an die Community
Howard ist sich der drängenden Wünsche seiner Anhängerschaft vollkommen bewusst. „Das Wichtigste zuerst: Wir verstehen es, okay? Wir sehen all diese Kommentare“, versichert er. Bethesda ist keineswegs taub für die Rufe nach einer Rückkehr in das zerstörte Washington D.C. oder die neonbeleuchtete Mojave-Wüste. Doch anstatt konkrete Ankündigungen herauszuposaunen, wählt der Studio-Chef die Karte der diplomatischen Andeutung. Man arbeite derzeit an „einer ganzen Menge Dinge“ für das Franchise. Diese vage, aber gewichtige Aussage lässt Raum für wilde Spekulationen, bestätigt aber eines glasklar: Das Ödland wird hinter verschlossenen Türen massiv ausgebaut.
Die Kunst der perfekten Überraschung
Warum aber dieses Schweigen im Walde, wenn die Fans doch so laut schreien? Howard offenbart hier seine persönliche Philosophie des Marketings, die fast schon an theatralische Dramaturgie erinnert. Er liebt den Moment des Unverhofften. „Ich ziehe es vor zu warten“, erklärt er seine Strategie. Für ihn zählt der Augenblick, in dem die Spielenden etwas erfahren, der Moment, in dem sie auf „Play“ drücken, ohne schon Jahre zuvor jeden Spoiler gekannt zu haben. Er plant vom Release rückwärts und will die emotionale Wucht einer Überraschung bewahren – ähnlich wie beim Oblivion-Remaster, das quasi aus dem Nichts erschien und einschlug wie eine Bombe. Geduld ist also keine Hinhaltetaktik, sondern Teil der Inszenierung.
Vom Fallout Day in die Zukunft
Bereits am „Fallout Day“ im Oktober hatte Howard ähnliche Töne angeschlagen. In einer voraufgezeichneten Botschaft wandte er sich direkt an den Chat und versicherte, dass man jeden Wunsch lese. Damals wurden zwar Projekte wie die Fallout 4: Anniversary Edition oder das Burning Springs-Update für Fallout 76 enthüllt, doch der Elefant im Raum blieb unkommentiert. Die Anniversary Edition hatte zwar einen holprigen Start, der schnelle Fixes erforderte, doch sie zeigt, dass Bethesda bereit ist, alte Titel anzufassen. Die aktuelle Aussage bekräftigt nun, dass dies erst der Anfang war. Das Studio bittet um Vertrauen, während im Hintergrund die Maschinen für das nächste große Ding heißlaufen.