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Aphelion: Art
Games

Bis zu 90 Kündigungen und schmelzende Konten: Renommiertes Kultstudio steht vor dem bitteren Aus

Das französische Traditionshaus kündigt im Rahmen eines neuen Sanierungsplans den Abbau von bis zu 90 Arbeitsplätzen an. Ohne zeitnahe externe Finanzspritzen droht der Belegschaft nach dem kommenden Januar die Zahlungsunfähigkeit.

Manuel Rössler
von Manuel Rössler
09.09.26
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Lesezeit: 3 Min.
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DON’T NOD schlittert mit voller Wucht in eine existenzbedrohende Krise und kämpft um das nackte Fortbestehen. Hinter den Kulissen des Pariser Entwicklers haben sich die finanziellen Kennzahlen so dramatisch verschlechtert, dass bisherige Sparmaßnahmen schlichtweg verpufften. Was als vorsichtige Neuausrichtung begann, mündet nun in einem bitteren Einschnitt für die französische Belegschaft.

Das steckt im Artikel
  • Kahlschlag in Paris und die tickende Uhr bis zum Winter
  • Das teure Scheitern an zu vielen Baustellen gleichzeitig
  • Ein gnadenloser Markt und die verbleibende Hoffnung auf Rettung

Kahlschlag in Paris und die tickende Uhr bis zum Winter

Die wirtschaftliche Realität lässt der Studioführung kaum noch Handlungsspielraum für diplomatische Floskeln. Bis zu 90 Mitarbeiter in Frankreich könnten im Rahmen des vorgelegten Transformationsplans ihren Schreibtisch räumen müssen. Während das Management bereits Verhandlungen mit den Belegschaftsvertretern über einen Schutzplan vorbereitet, offenbart der Kassensturz eine bedrohlich schmelzende Liquidität.

Gerade einmal 8,0 Millionen Euro an liquiden Bruttomitteln verblieben dem Studio Ende Juli auf den Konten. Angesichts der laufenden Betriebskosten reicht dieser Betrag nach offizieller Darstellung nur noch für wenige Monate aus. Gelingt es den Verantwortlichen nicht, zeitnah frisches Kapital zu sichern, steht das Studio nach dem 31. Januar 2027 vor dem finanziellen Scheitern.

Dieser drastische Schritt folgt unmittelbar auf die Warnsignale der vergangenen Tage, als erste schwere Entlassungen bereits als reale Gefahr im Raum standen. Nun herrscht Gewissheit darüber, wie tief der Rotstift tatsächlich im Fleisch der Pariser Teams sitzt. Die Geschäftsleitung macht keinen Hehl daraus, dass der bisherige Kurs das Unternehmen geradewegs in den Ruin getrieben hätte.

Das teure Scheitern an zu vielen Baustellen gleichzeitig

Die Wurzeln dieser Notlage liegen in einer jahrelangen Überdehnung der eigenen Kapazitäten. Statt sich auf klar umrissene Projekte zu konzentrieren, verzettelte sich das Studio in mehreren parallelen Produktionen, die an den Kassen hinter den Erwartungen zurückblieben. Anspruchsvolle Titel wie Banishers konnten die hohen Produktionsbudgets im aktuellen Marktumfeld schlicht nicht mehr verlässlich refinanzieren.

Als Konsequenz beerdigte das Management die zersplitterte Teamstruktur und stampft die Entwicklung in Frankreich auf eine einzige Produktionslinie ein. Neue Projekte dürfen künftig erst dann starten, wenn die laufende Produktion komplett abgeschlossen ist. Man will damit einen stetigen Fluss an Veröffentlichungen erzwingen, der die Fixkosten senkt und teure Leerläufe konsequent unterbindet.

Wie tief der Schock im Führungskader sitzt, belegt die schonungslose Offenheit in der aktuellen Pflichtmitteilung. Firmenchef Oskar Guilbert verteidigte den Schritt als unvermeidliche Notoperation für das gesamte Unternehmen. „Die heute erwogenen Maßnahmen sind schwierig – wir sind uns voll bewusst, was sie für die betroffenen Mitarbeiter bedeuten können“, erklärte Guilbert. „Dieser Plan ist jedoch unerlässlich, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.“

Ein gnadenloser Markt und die verbleibende Hoffnung auf Rettung

Die Pariser Notlage steht stellvertretend für die brutale Auslese, die derzeit das europäische Mittelklasse-Segment erschüttert. Risikokapitalgeber halten ihr Geld zurück, Publisher scheuen jedes Experiment und mittelgroße Projekte geraten zwischen Blockbustern und Indie-Perlen schonungslos unter die Räder. Wie der Finanzbericht der Gruppe schonungslos einräumt, herrscht eine materielle Unsicherheit darüber, ob das Studio den kommenden Februar überhaupt noch als eigenständiges Unternehmen erlebt.

Nun beginnt der nervenaufreibende Wettlauf mit dem Kalender. Die Studioleitung muss in den nächsten Monaten externe Geldgeber oder finanzstarke Partner davon überzeugen, dass die verkleinerte Mannschaft wieder schwarze Zahlen schreiben kann. Gelingt diese Kapitalspritze nicht vor dem Ablauf der Frist, verliert die europäische Games-Branche eine ihrer markantesten kreativen Stimmen.

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vonManuel Rössler
Ich bin ein Nerd aus Leidenschaft, spiele von Shooter bis hin zu Jump & Run Games und habe ein Herz für schönes Story-Telling. Kann den Hype um Spiele wie Battlefield und Co. nicht verstehen, konnte über ein ganzes Jahr Spielzeit in World of Warcraft erreichen bevor es seinen Reiz verlor. Momentan bin ich auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Spielen welche es zu bezwingen gilt!
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