Rebellion ist ein Studio, das weiß, wie man Atmosphäre aufbaut – ob in den leisen Momenten vor einem Präzisionsschuss in Sniper Elite oder in den bedrückenden Tunneln von Atomfall. Mit Alien Deathstorm, dem jüngsten Projekt des britischen Entwicklers, scheint man jedoch in vollkommen neue Gefilde vorzustoßen. Was auf den ersten Blick wie ein klassisches Science-Fiction-Horrorspiel wirkt, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als etwas deutlich Vielschichtigeres – und Verstörenderes.
Analoge Ästhetik trifft auf kosmischen Schrecken
Chefdesigner Ben Fisher ließ in einem Interview etwas tiefer in die kreative Seele von Alien Deathstorm blicken. Die Inspirationsquellen klingen auf den ersten Blick ungewöhnlich, ergeben aber im Zusammenspiel ein stimmiges Bild: Lovecraftischer Grusel trifft auf das rau-mechanische Science-Fiction-Kino der 1980er Jahre, komplett mit dem körnigen, unpolierten Charme alter Videokassetten. „Wir wurden von der etwas anachronistischen Welt der Science-Fiction der 80er inspiriert – mehr mechanische Tastatur als Touchscreen“, so Fisher. Das Ergebnis sei eine Kolonie mit einem „massiven, abgenutzten Erscheinungsbild“, das sich spürbar von den hochglanzpolierten Raumstationen anderer Genrevertreter abhebt. Wer bei diesem Ansatz spontan an die klaustrophobischen Korridore früher Alien-Filme oder die zermürbende Ästhetik von Event Horizon denkt, liegt vermutlich nicht falsch.
Wer ist der Kampfingenieur – und was erwartet ihn?
Die Spielfigur, durch deren Augen man das Grauen erlebt, nennt sich Kampfingenieur – ein hochspezialisierter Ersthelfer, ausgebildet in Such- und Rettungseinsätzen, Kampf, Sprengstofftechnik und Ingenieurskunst. Die Aufgabe: Eine abgelegene Kolonie auf einem fremden Planeten hat jeglichen Funkkontakt abgebrochen, und jemand muss herausfinden, was passiert ist – bevor es zu spät ist. Tage oder Wochen vor einer vollständigen Rettungsflotte ist der Kampfingenieur oft die einzige Barriere zwischen dem Überleben der Kolonie und dem totalen Zusammenbruch. Wer bei dieser Beschreibung an Isaac Clarke aus Dead Space denkt, trifft damit vermutlich ins Schwarze – Rebellion selbst deutete an, dass solche Parallelen durchaus beabsichtigt sind.
Jäger und Gejagter zugleich – das Feindbild bleibt rätselhaft
Was die Gegner betrifft, hält sich Fisher bewusst bedeckt – und das auf eine Weise, die mehr verrät als jede explizite Ankündigung. „Es hängt sehr davon ab, welchen Teil der Kolonie du erkundest“, sagte er. „Manchmal wird sich der Spieler mächtiger fühlen – aber er sollte sich niemals sicher fühlen.“ Diese Aussage ist entscheidend. Sie deutet auf ein variables Bedrohungsgefüge hin, das sich je nach Umgebung wandelt und den Spieler nie in eine echte Komfortzone entlässt. Alien Deathstorm scheint kein Spiel zu sein, in dem man mit einer Waffe in der Hand unaufhaltsam voranstürmt – eher eines, das die ständige Ungewissheit als zentrales Spielelement nutzt. Der Titel soll für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen und wird zum Launch im Xbox Game Pass verfügbar sein.