Splinter Cell Remake soll zerstörbare Umgebungen, Ziplines und neue nichttödliche Waffen bieten – das verrät ein Leak des bekannten Dataminers RogueTx. 13 Jahre nach Blacklist, dem letzten Hauptteil, dringen damit erstmals konkrete Gameplay-Details an die Öffentlichkeit. Die Nachricht kommt in einer Phase, in der Ubisoft mit Studio-Schließungen, Massenentlassungen und dem XDefiant-Desaster um das Vertrauen der Spieler kämpft. Und sie hat einen Haken: Der Release des Remakes wurde Insidern zufolge auf 2027 verschoben.
Was der RogueTx-Leak über das Remake verrät
Der Leak auf ResetEra zeichnet das Bild eines Remakes, das treu zur Vorlage bleibt, aber klug modernisiert. Herzstück ist die Sichtbarkeitsanzeige, die aus dem Original von 2002 zurückkehrt – ein klares Signal, dass Ubisoft am methodischen Schleichen festhält, statt auf actionlastige Deus-Ex-Machina zu setzen. Die Missionen bleiben linear, doch die neuen zerstörbaren Umgebungen und Ziplines sollen neue Wege durch die Level eröffnen. Ein Fenster einschlagen statt die Tür nehmen? Klingt nach einer kleinen Änderung, kann aber in engen Korridoren den Unterschied zwischen Entdeckung und unbemerktem Vorbeikommen ausmachen.
Hinzu kommen Klebekameras, Gasgranaten und die Möglichkeit, Alarmanlagen manuell zu aktivieren oder zu deaktivieren. Vor allem die nichttödlichen Optionen werden laut Leak deutlich ausgebaut – ein Zugeständnis an Spieler, die Sam Fisher lieber als Pranzenschleicher denn als Scharfschütze spielen wollen.
Snowdrop, DX12 und das Jahr 2027
Technisch setzt das Remake auf die Snowdrop Engine, die bereits in The Division und den neueren Ubisoft-Titeln ihr Können zeigt, sowie auf DirectX 12. Die Performance-Details sind noch vage, aber die Basis klingt solide für ein Spiel, das nicht vor 2027 erscheinen dürfte. Tom Henderson von Insider Gaming bestätigte zuletzt, dass sich der Release in das Jahr 2027 verschiebt, während die Entwicklung bei Ubisoft Toronto unter Game Director David Grivel laufen soll.
Grivel war bereits in früheren Phasen für das Projekt verantwortlich, verließ das Studio zwischenzeitlich für EA und kehrte im vergangenen Jahr zurück. Seine Rückkehr wurde intern als Stabilisierung des Projekts gewertet, das jahrelang zwischen verschiedenen Konzepten und Führungswechseln oszillierte.
Ubisoft zwischen Sparkurs und Stealth-Comeback
Das Problem ist nur: Ubisoft Toronto hat parallel 40 Stellen gestrichen, während der Mutterkonzern an allen Ecken spart und sogar Christoph Hartmann als Krisenmanager für Splinter Cell, Ghost Recon und The Division holte. Dass Splinter Cell ausgerechnet jetzt durchstarten soll, klingt widersprüchlich. Ein ursprünglich geplantes Splinter Cell Projekt wurde in der Vergangenheit sogar XDefiant geopfert – und der Free to Play Shooter wurde nach einem kurzen Hype eingestellt.
Das Remake steht also unter Druck, aber nicht dem klassischen: Kein Investor drängt auf Zahlen, keine Marketing-Maschine läuft heiß. Der Druck ist leiser – er kommt von einer Community, die seit 13 Jahren auf eine Rückkehr wartet und deren Geduld endlich belohnt werden will.