Zwei Millionen Spieler am ersten Tag, 313.000 gleichzeitige Steam-Nutzer, und trotzdem entschuldigt sich Producer Yasuhiro Kitao bei der Community. Warum? Weil Elden Ring Nightreign alles über den Haufen wirft, was du von FromSoftware erwartest! Das Studio, das uns Dark Souls und Sekiro geschenkt hat, wagt sich in völlig unbekanntes Terrain – und das Ergebnis ist so verwirrend wie faszinierend. Kitao spricht von „eigenartigen Aspekten“ des Spieldesigns, als wäre sein eigenes Team verrückt geworden. Spoiler: Sind sie vielleicht auch!
Ein Dankeschön mit Warnung: Wenn Entwickler ehrlich werden
Stell dir vor, ein Chefkoch entschuldigt sich dafür, dass sein neues Gericht nicht wie Pizza schmeckt. Genau so fühlt sich Kitaos Statement an! Elden Ring Nightreign hat „einige eigenartige Aspekte in seinem Spieldesign“ und unterscheidet sich „in verschiedener Hinsicht“ von den bisherigen Titeln des Studios. Das ist FromSoftware-Speak für: „Wir haben etwas völlig Verrücktes gemacht und hoffen, ihr hasst uns nicht dafür.“
Die Dankbarkeit des Produzenten ist greifbar, fast schon rührend. „Viele von euch sind mutig in diese Welt gesprungen“, schreibt er auf X (ehemals Twitter), als hätte er persönlich jeden einzelnen Spieler in einen Abgrund geschubst. Diese Ehrlichkeit ist erfrischend in einer Industrie, die normalerweise jedes Experiment als „revolutionär“ verkauft.
Der Demon’s Souls-Moment: Wenn Verwirrung zu Belohnung wird
Kitao zieht einen faszinierenden Vergleich zu den eigenen Klassikern. Wie Demon’s Souls 2009 oder Sekiro 2019 könnte Elden Ring Nightreign Spieler zunächst verwirren. Aber – und das ist das große Aber – wer sich durch die anfänglichen Hürden kämpft, wird mit einem „ganz eigenen Erfolgsgefühl“ belohnt.
Das ist die FromSoftware-Philosophie in Reinstform! Erst frustrieren, dann triumphieren lassen. Nur diesmal im Multiplayer-Gewand, was alles komplizierter macht. Wo früher ein einsamer Held gegen unmögliche Odds kämpfte, müssen jetzt Teams koordinieren, kommunizieren und gemeinsam versagen – äh, lernen.
Experiment ohne Plan: Wie aus Chaos ein Roguelike wurde
Hier wird es richtig interessant. Regisseur Junya Ishizaki enthüllt das wohl größte Geheimnis von Elden Ring Nightreign: Es sollte gar kein Roguelike werden! „Wir haben nicht von Anfang an gesagt: ‚Lasst uns ein Roguelike bauen'“, gesteht er ein. Stattdessen entwickelte sich das Spiel organisch zu dem, was es heute ist – durch endloses Experimentieren, Hinzufügen und Entfernen von Features.
Das erklärt die „eigenartigen Aspekte“, von denen Kitao spricht. Elden Ring Nightreign ist das Ergebnis kreativer Anarchie, ein Spiel, das sich selbst erfunden hat, während die Entwickler zusahen. Ein digitaler Evolutionsprozess, bei dem nur die stärksten Features überlebten.
Multiplayer-Premiere als Testlauf für die Zukunft
FromSoftware nutzt Elden Ring Nightreign als Laboratorium für ihre Zukunft. Als ihr erster reiner Multiplayer-Titel dient es als Übungsfeld für das kommende Switch 2-exklusive „The Duskbloods„. Ishizaki ist transparent: „Das wird uns zeigen, wie Spieler über diese Art von Spiel und diese neue Herausforderung für uns denken.“
Diese Offenheit ist bemerkenswert. Wo andere Studios ihre Experimente als perfekte Visionen verkaufen, gibt FromSoftware zu: Wir lernen noch. Wir testen. Wir sind genauso gespannt wie ihr, ob das funktioniert. Diese Ehrlichkeit macht Elden Ring Nightreign zu mehr als nur einem Spiel – es wird zum Dialog zwischen Entwicklern und Community.
Der Erfolg gibt ihnen recht: 2 Millionen Spieler am ersten Tag zeigen, dass die Community bereit ist, FromSoftware in unbekannte Gewässer zu folgen. Auch wenn diese Gewässer mit eigenartigen Kreaturen und verwirrenden Mechaniken gefüllt sind.