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Ex-PlayStation-Boss behauptet: 70-80€ für Top-Games sind ein „absolutes Schnäppchen“

Der ehemalige PlayStation-Chef Shuhei Yoshida sorgt für Kontroversen, indem er die steigenden Videospielpreise von bis zu 80 Euro als "Schnäppchen" bezeichnet und Spieler auffordert, bei sorgfältiger Auswahl ihrer Käufe "nicht zu jammern".

René Nikel
von René Nikel
19.05.25
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Lesezeit: 3 Min.
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In einer Zeit, in der der wöchentliche Einkauf im Supermarkt das Portemonnaie zunehmend belastet, trifft die stetige Preisspirale bei Videospielen Gamer besonders schmerzlich. Doch ausgerechnet Shuhei Yoshida, ehemaliger Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios und damit einer der einflussreichsten Köpfe der Branche, findet, dass wir uns alle nicht so anstellen sollen. Seine Botschaft auf der Gamescom Latam hat das Potenzial, die ohnehin erhitzten Gemüter zum Überkochen zu bringen: 70 oder 80 Euro für „wirklich großartige Spiele“ seien ein „absolutes Schnäppchen“.

Das steckt im Artikel
  • Die Preisspirale dreht sich unerbittlich weiter
  • Yoshidas ökonomische Nachhilfestunde
  • Der provokante Kernpunkt: Spieler sollen aufhören zu jammern
  • Die dunkle Seite der Preiserhöhung

Die Preisspirale dreht sich unerbittlich weiter

Was mit vereinzelten 70-Euro-Titeln zum Start der aktuellen Konsolengeneration begann, scheint nur der Anfang gewesen zu sein. Nintendo hat mit der Preisgestaltung von „Mario Kart World“ für 79,99€ eine neue Schallmauer durchbrochen. Bill Trinen, Vizepräsident für Produkt und Spielererfahrung bei Nintendo of America, verteidigt diese Entscheidung mit dem scheinbar unschlagbaren Argument des „Umfangs und Wertes“ – und verweist gnädigerweise darauf, dass es auf der Switch 2 immerhin noch Titel für 60 bis 70 Euro geben werde.

Yoshidas ökonomische Nachhilfestunde

Yoshida schlägt in die gleiche Kerbe – allerdings mit einer Deutlichkeit, die manchen Fan zusammenzucken lassen dürfte. Im Gespräch mit Critical Hit Games auf der Gamescom Latam philosophierte er: „Wenn man das Leben im Allgemeinen betrachtet, sind die Preise für andere Produkte viel stärker gestiegen als für Spiele. Ich denke, es war fast schon zu spät für die Videospielunternehmen, ihre Preisstruktur zu überdenken.“

Der japanische Branchenveteran vertritt dabei einen differenzierten Ansatz: „Ich glaube nicht, dass jedes Spiel den gleichen Preis haben muss. Jedes Spiel hat einen unterschiedlichen Wert oder ein unterschiedliches Budget. Ich bin absolut der Meinung, dass es dem Publisher – oder den Entwicklern, die selbst veröffentlichen – überlassen sein sollte, ihr Produkt entsprechend dem Wert zu bepreisen, den sie zu bieten glauben.“

Der provokante Kernpunkt: Spieler sollen aufhören zu jammern

Besonders brisant ist Yoshidas unverblümte Aufforderung an die Spielerschaft: „Was den tatsächlichen Preis von 70 oder 80 Euro für wirklich großartige Spiele betrifft, so denke ich, dass es im Vergleich zu anderen Unterhaltungsformen immer noch ein Schnäppchen ist, wenn man bedenkt, wie viel Unterhaltung die Top-Spiele – die Spiele mit Spitzenqualität – den Menschen bieten. Solange die Leute sorgfältig auswählen, wofür sie ihr Geld ausgeben, sollten sie meiner Meinung nach nicht jammern.“

Die dunkle Seite der Preiserhöhung

Was in Yoshidas Argumentation allerdings kaum Beachtung findet: Nicht jedes Spiel mit Premium-Preisschild liefert auch ein Premium-Erlebnis. Hinzu kommt die fragwürdige Praxis von Reihen wie „Call of Duty“, die trotz üppiger Mikrotransaktionen offenbar den Sprung auf die 80-Euro-Marke wagen wollen, wie jüngste Berichte nahelegen.

Sony selbst hält sich noch bedeckt, ob zukünftige Titel dem neuen Preisstandard folgen werden. Die PS5-Exklusivtitel „Death Stranding 2: On the Beach“ und „Ghost of Yōtei“ halten noch am 70-Euro-Preispunkt fest. Allerdings könnten neue Zölle bald zu einer Preiserhöhung der Konsole selbst führen – ein weiterer Schlag für preisbewusste Spieler.

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vonRené Nikel
Seit Dino Wars oder North&South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, aber meine Leidenschaft für Videospiele nicht! Mit dem Alter von 5 Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich um einen kleinen Indie-Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zu der Grundausstattung. Bei meiner Begeisterung für den Journalismus in Verbindung mit Videospielen gab es da nur eine logische Konsequenz. Redakteur bei PixelCritics werden, um mein Interesse beider Welten auszuleben.
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