Stell dir vor, du kaufst ein Spiel digital, zahlst dein hart verdientes Geld – und plötzlich tickt eine Uhr. Genau das berichten derzeit verunsicherte PlayStation-Besitzer. Ein angeblicher DRM-Mechanismus, der kürzlich entdeckt wurde, soll dir nur noch 30 Tage Offline-Zeit gewähren, bevor dir der Zugriff auf deine gekauften Titel entzogen wird. Die Gerüchteküche brodelt, die Community kocht, und während Sony schweigt, zeichnet sich ein Bild ab, das an düstere Zeiten der Xbox One erinnert. Ob Absicht oder Panne – die Gemengelage ist explosiv.
Was genau da gerade im Umlauf ist
Der bekannte Modder und YouTuber Lance McDonald schlug vor wenigen Tagen Alarm. Auf X veröffentlichte er einen Screenshot, der bei Don’t Starve Together: Console Edition eine neue Kategorie im Informationsbereich zeigt: einen „Gültigkeitszeitraum“ mit Ablaufdatum und einem Countdown, der bei 30 Tagen beginnt. McDonald zufolge betrifft dies alle neu gekauften digitalen PS4- und PS5-Spiele. Wer sein Gerät innerhalb dieses Zeitfensters nicht mit dem Internet verbindet, dem droht der temporäre Lizenzentzug. Besonders bitter: Selbst wer die Konsole als primäres System festlegt, soll diese Hürde nicht umgehen können. Ältere Käufe seien angeblich nicht betroffen – ein schwacher Trost, wenn künftig jeder digitale Neukauf an dieser Frist hängt. Das Preservation-Konto Does It Play? konnte die Entdeckung unabhängig bestätigen und ergänzte, dass die Änderung vermutlich mit einem Firmware-Update im März 2025 Einzug hielt.
Versehen oder Vorbote?
So weit die Horrorszenarien. Doch es gibt Hoffnung. Does It Play? legte wenig später nach und berief sich auf einen anonymen Insider, demzufolge der ganze Schlamassel schlichtweg ein Bug sei. „Sony hat versehentlich etwas kaputt gemacht, während sie einen Exploit gefixt haben“, heißt es dort. Die irreführende Benutzeroberfläche sei dem Team bereits länger bekannt, aber als nicht dringlich eingestuft worden. Ein Szenario, das an einen ähnlichen Vorfall aus dem Jahr 2022 erinnert, als PS3- und PSVita-Spiele plötzlich mit einem identischen Ablauf-Timer konfrontiert waren und Sony den Fehler damals ebenfalls behob. Offizielle Stellungnahme des japanischen Konzerns? Fehlanzeige. Diese Funkstille nährt natürlich die Skepsis – immerhin hat der Plattforminhaber kein gesteigertes Interesse daran, eine ungeliebte DRM-Debatte anzuheizen, solange die Faktenlage unklar ist.
Ein Déjà-vu aus der Konsolen-Geschichte
Die Parallelen zur berüchtigten Xbox-One-Enthüllung von 2013 sind unübersehbar. Microsoft plante damals ein obligatorisches Online-Check-in-System, das nach 24 Stunden ohne Verbindung den Zugriff auf die Spielebibliothek sperren sollte. Der Aufschrei war so gewaltig, dass der Konzern die Pläne noch vor dem Launch kassierte. Dass Sony nun in ähnliche Fahrwasser gerät, lassen sich viele Kritiker nicht entgehen. In den sozialen Netzwerken wird die empfundene Doppelmoral angeprangert: Schließlich war es Sony, das damals mit einem vernichtenden Werbevideo gegen die Microsoft-Pläne wetterte und dem Spieler die Freiheit der offline nutzbaren Disc versprach. Ob Bug oder Feature – eines hat diese Kontroverse bereits jetzt klargestellt: Das Misstrauen gegenüber rein digitalen Besitzverhältnissen sitzt tief in der Spielerschaft, und jeder Schritt in Richtung Online-Zwang weckt die Geister der Vergangenheit.