Playground Games hat auf dem Xbox Games Showcase geliefert – und zwar mehr, als der neue Fable-Trailer mit Hayley Atwell als Isabel auf den ersten Blick hergab. Zwischen Release-Datum und Jack of Blades-Cameo steckte eine zweite Ankündigung, die mindestens genauso viel über Microsofts Strategie verrät: Order of the Hero. Eine Story-Erweiterung, die schon jetzt feststeht. Ein neues Gebiet, ein uralter Kult, eine mysteriöse Macht. Und ein Haken, über den man reden muss.
Was Order of the Hero für Fable bedeutet
Laut der offiziellen Ankündigung zu Order of the Hero verschlägt es Spieler in eine bisher unzugängliche Region AlIbions. Dort operiert ein uralter Kult, dessen Geheimnisse es zu lüften gilt – und dessen Führung man offenbar selbst übernehmen kann. Playground Games spricht davon, dass Spieler den Kult „für sich gewinnen“ und als eine Art Anführer lenken können: Rituale durchführen, die Richtung des Kults bestimmen.
Dass die Position vakant ist, hat laut Entwickler einen Grund. Und der könnte für den Helden – also dich – unangenehm werden. Konkrete Details zur Spielmechanik oder zum Umfang der Erweiterung fehlen noch.
Die Kernfakten im Überblick:
- Neue, bisher unzugängliche Region in Albion
- uralter Kult als zentrale Fraktion
- Spieler kann Kult-Anführer werden und Rituale steuern
- Kein Release-Zeitraum für die Erweiterung bekannt
Der DLC vor Release – Microsofts Premium-Taktik
Jetzt der Teil, der sauer aufstoßen darf: Order of the Hero ist exklusiv in der Premium Edition enthalten. Auf der Xbox-Produktseite zu Fable ist die Erweiterung prominent als Kaufargument gelistet, daneben ein digitales Artbook und der Soundtrack. Kein Basis Spiel Release, keine Tests, keine Spielermeinungen – aber die teurere Version steht schon mit Zusatzinhalten im Schaufenster.
Das ist keine neue Praxis. Aber es ist eine, die bei einem Studio ohne RPG-Track-Record besonders viel Vertrauen voraussetzt. Playground Games hat mit Forza Horizon großartige Rennspiele abgeliefert. Ein Fantasy-Rollenspiel mit Moral-System, offener Welt und jetzt auch noch Fraktions-Politik via Kult-Mechanik ist eine komplett andere Baustelle.
Ein Racing-Studio im RPG-Neuland
Dass Fable zum dritten Mal verschoben wurde und jetzt am 23. Februar 2027 erscheint, spricht eine deutliche Sprache. Playground Games betritt mit Fable Neuland – und das in einem Franchise, dessen Identität untrennbar mit Peter Molyneux und Lionhead Studios verbunden ist. Peter Molyneux vermisst die Gut-Böse-Waage im neuen Fable, und auch abseits der Nostalgie-Fragen bleibt die technische Umsetzung ein offener Punkt: Blizzards Cinematics-Team wurde zur Unterstützung hinzugezogen – bei einem First-Party-Xbox-Titel kein alltäglicher Vorgang.
Die Kult-Mechanik aus Order of the Hero klingt ambitioniert. Fraktions-Management, Rituale, narrative Konsequenzen – das sind Systeme, die in der Hand eines unerfahrenen RPG-Teams schnell zwischen „flache Spielerei“ und „echte Tiefe“ pendeln können. Eine Mechanik, die man sehen muss, bevor man sie kauft.
PS5, PC und Xbox – Fable als Brückenbauer
Ein Punkt, der fast untergeht: Fable erscheint zeitgleich für Xbox Series X/S, PC und PlayStation 5 – anders als Gears of War: E-Day oder Clockwork Revolution, die vorerst Xbox-exklusiv bleiben. Das ist Microsofts neue Realität unter der Ägide von Matt Booty und Asha Sharma – und Fable ist das Zugpferd, das diese Strategie einem breiten Publikum schmackhaft machen soll.
Ob der Plan aufgeht, hängt nicht an Order of the Hero. Sondern am Basisspiel, das nach drei Verschiebungen endlich im Februar 2027 beweisen muss, dass Playground Games mehr kann als nur fantastische Rennspiele.
