Playground Games hat mit Forza Horizon 6 die größte First-Party-Umsatzlawine des Jahres 2026 gezündet. Laut Schätzungen von Alinea Analytics stehen 8,8 Millionen verkaufte Einheiten und 579,2 Millionen Dollar Umsatz zu Buche. Das eigentlich Verblüffende: Über 10 Millionen Spieler haben über den Game Pass reingeschnuppert – und trotzdem 56,7 Prozent des Umsatzes auf Xbox und PC generiert.
Der Umsatzthron gehört den Japan-Rasern
Wer in den ersten fünf Monaten nach Release 579,2 Millionen Dollar einsammelt, hat nicht einfach nur ein gutes Spiel abgeliefert. Playground Games hat einen derart reibungslosen Launch hingelegt, dass selbst die kühnsten Prognosen wie Schwarzmalerei wirken. Zum Vergleich: Marvel’s Wolverine, Sonys großer PS5-Hoffnungsträger für 2026, kommt auf 192,9 Millionen Dollar aus 2,5 Millionen verkauften Kopien – und das, obwohl Kritiker den Titel zerpflückt haben. Forza Horizon 6 hat fast das Dreifache eingefahren, ohne ein einziges Review-Debakel. Die Steam-Rekorde zum Launch hatten diese Richtung bereits vorgezeichnet.
Der eigentliche Hammer liegt aber unter der Motorhaube: 56,7 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Xbox-Ökosystem, also Konsole und PC zusammen. Der Rest verteilt sich auf Steam und andere Storefronts. Für ein Spiel, das noch nicht einmal auf der PS5 erschienen ist, sind das Zahlen, die Microsofts Chefetage nachts ruhig schlafen lassen dürften.
Zehn Millionen Game-Pass-Raser zahlen trotzdem
Die ewige Leier, der Game Pass fresse First-Party-Verkäufe auf, bekommt hier eine fette Beule verpasst. Über 10 Millionen Spieler haben Forza Horizon 6 über das Abo angetestet – und 1,3 Millionen von ihnen haben anschließend 82 Millionen Dollar für das Premium-Upgrade auf den Tisch gelegt. Wer das als Kannibalisierung bezeichnet, hat die Mechanik des Verlangens nicht verstanden. Wer nach einer Testfahrt im Saleen S7 durch Tokios regennasse Straßen nicht mehr loslassen will, greift eben zur Brieftasche.
Playground Games hat die Premium-Edition nicht als überteuertes Gimmick positioniert, sondern als logische Erweiterung: VIP-Mitgliedschaft, Car Pass, zwei zukünftige Erweiterungen und früher Zugang. Die 1,3 Millionen Käufer des Upgrades beweisen, dass ein Abo kein Endpunkt ist, sondern ein Einstiegsdrogentor zur Vollversion.
Tokio wartet auf die PS5 und Gran Turismo zittert
Der PS5-Termin von Forza Horizon 6 ist offiziell auf den 26. Januar 2027 datiert – und mit ihm eine physische Disc-Version zum Preis von 69,99 Euro. Wer die bisherigen Berichte zum PS5-Termin verfolgt hat, weiß: Hier wurde monatelang spekuliert, geleakt und dementiert. Jetzt ist klar, dass Playground Games den PS5-Start bewusst mit der ersten Premium-Erweiterung verknüpft. Ein Doppelpack, das Sony-Fans gleich doppelt zur Kasse bittet.
Für Gran Turismo 7 wird die Sache ungemütlich. Die PlayStation-exklusive Rennsimulation steht bei geschätzten 834 Millionen Dollar Lebenszeitumsatz. Forza Horizon 6 liegt nach fünf Monaten bei 579,2 Millionen – und die PS5-Version ist noch nicht einmal erschienen. Mit 4,5 Millionen Steam-Wishlist-Einträgen und einer Disc-Fassung, die im Januar 2027 in den Handel kommt, dürfte der Vorsprung von GT7 nicht lange halten. Die Japan-Karte mit Tokio als größter Stadt der Seriengeschichte liefert den inhaltlichen Grund für diese Kaufbereitschaft.
Und wer jetzt glaubt, Playground Games hätte nach diesem Erfolg Muße zum Durchatmen, kennt das Studio schlecht. Die Fable-Neuauflage ist auf den 23. Februar 2027 datiert – Microsoft verschob den Titel, um dem GTA-6-Trubel im Herbst 2026 auszuweichen. Während das eine Team in Rossmore an Tokios Straßenschluchten feilt, werkelt das andere am RPG-Comeback. Zwei Blockbuster aus einem Studio – nur nicht mehr im selben Jahr.

