Drei Wochen nach dem katastrophalen Start in den Early Access zieht Neojac Entertainment die Notbremse. Der Wild West Survival Sandkasten „Frontier Legens“ hatte einen Launch zum Vergessen hingelegt – Steam-Bewertungen auf „Größtenteils negativ“, Spielerzahlen im freien Fall. Jetzt folgt die Gegenoffensive: Dedizierte Server, ein komplett neues UI, modulares Bauen und eine Ladung neuer Inhalte. Die Frage ist nur: Kommt das alles zu spät?
Frontier Legends: Vom Launch-Desaster zur ersten Bewährung
Der Start von Frontier Legends am 29. Mai warf keine guten Schatten. Steam-Rezensionen fielen verheerend aus, der Vorwurf eines Unreal Engine Asset-Flips machte die Runde, und von einem Allzeithoch von 144 gleichzeitigen Spielern – selbst für einen Indie-Start kein Traumwert – purzelte die Zahl auf magere 20 Aktive. MassivelyOP dokumentierte damals die Welle der Frustration. Dazu kommt Neojacs Vorgeschichte: Das Studio ließ mit Arcfall (2017) bereits ein Early-Access-MMO faktisch zurück – kein Vertrauensvorschuss.
Das erklärt, warum dieser erste große Content-Update mehr ist als ein simples Patch-Notes Futter. Es ist ein Test: Will Neojac aus den Fehlern lernen – oder wiederholt sich das Muster?
Dedizierte Server und ein neues UI – die wichtigsten Neuerungen
Der elementarste Punkt des Updates sind die offiziellen Dedicated Server. Spieler können entweder auf den von Neojac gehosteten Servern loslegen oder eigene Server mieten beziehungsweise unabhängig hosten. Gerade für ein Survival-Spiel mit Koop-Charakter ist das der Unterschied zwischen „spielbar“ und „frustrierend“ – und einer der Hauptkritikpunkte zum Launch.
Dazu gesellt sich ein komplett überarbeitetes User Interface, das sich stärker am Western-Flair orientiert. Die Item-Verwaltung wurde verbessert, Raritäts-Indikatoren sind jetzt deutlicher, und ein neues Sozialsystem erlaubt es, Posse-Mitglieder zu adden, Claims zu teilen und Siedlungen gemeinsam aufzubauen. Die Ankündigung liest sich, als hätte jemand im Studio die Steam-Rezensionen komplett durchgespielt.
Modulares Bauen und neue Ressourcen – Substanz oder Kosmetik?
Was nach Standard-Update klingt, hat für den Gameplay-Kern von Frontier Legends echtes Gewicht. Das neue modulare Bau-System erlaubt echte Konstruktionen mit Fundamenten, Wänden, Türen, Fenstern und Dächern – nicht mehr nur vorgefertigte Hütten. Weitere Designs, Materialien und Deko-Teile sollen laut Neojac in zukünftigen Updates folgen.
Inhaltlich legt das Update nach: Kohle, Nickel und Wolfram als neue Mining- und Crafting-Ressourcen schalten rund 50 neue herstellbare Items frei. Dazu kommen 60 neue Werkzeug-Rezepte, 70 neue Waffen, drei Bogen-Typen, drei jagdbare Tierarten und neue Points of Interest. Die Liste ist ernst gemeint – das Problem: Sie hätte am Launchtag da sein müssen.
