Es ist der Tag, vor dem Xbox-Fans seit Wochen gewarnt haben. Bloomberg, The Verge und übereinstimmende Quellen berichten von 3.200 Entlassungen bei Microsoft Gaming, dem Verkauf oder der Abspaltung von fünf Studios – Double Fine, Compulsion Games, Ninja Theory, Undead Labs und Arkane Lyon. Mitten in diesem Sturm hat Windows Central am vergangenen Wochenende einen Bericht veröffentlicht, der wie die Blaupause für das klingt, was Xbox unter Asha Sharma werden soll: Wolfenstein 3 ist in Entwicklung, eine TV-Serie mit den Fallout-Produzenten ist in Arbeit, und MachineGames – das Studio hinter Indiana Jones und dem Großen Kreis – wird zum neuen Zugpferd der Marke.
Gustafsson, Wolfenstein, Blade: Was Windows Central wirklich enthüllt hat
Der zentrale Paukenschlag kam am 4. Juli. Windows Central berichtete, dass Jerk Gustafsson, Mitbegründer von MachineGames und Studio Director, die Leitung von Arkane übernommen hat. Der bisherige Arkane-Präsident Leonard Bendel ist zurückgetreten – datiert auf den 30. Juni, wie ein französischer Legal-Eintrag belegt. Bloombergs Jason Schreier präzisierte später, dass Gustafsson Arkane bereits seit Sommer 2025 de facto führt. Die offizielle Bestätigung erfolgte jetzt.
Parallel dazu enthüllte der Bericht: Microsoft investiert massiv in MachineGames. Der Erfolg von Indiana Jones und dem Großen Kreis hat das Studio offenbar aus der Gefahrenzone katapultiert, in der so viele andere Xbox-Studios gerade stecken. Wolfenstein 3 ist in Produktion, eine TV-Serie mit den Machern von Amazons Fallout-Adaption in Planung – und Marvel’s Blade, das Spiel bei Arkane Lyon, ist nach Monaten der Gerüchte über eine mögliche Einstellung vorerst sicher.
MachineGames als Retter: Warum Indiana Jones den Stein ins Rollen brachte
Der Erfolg von Indiana Jones und dem Großen Kreis hat MachineGames eine Position verschafft, die in der aktuellen Xbox-Landschaft fast surreal wirkt. Während vier Studios abgestoßen werden und Arkane Lyon ums Überleben kämpft, investiert Microsoft in MachineGames. Wie wir in unserem Bericht gezeigt haben, pumpt Microsoft seine Mittel gezielt in die großen Marken – Fallout, Halo, The Elder Scrolls 6. Wolfenstein reiht sich jetzt in diese Liste ein.
Dass MachineGames als sicher gilt, während Arkane Lyon – das Studio hinter Dishonored, Prey und Deathloop – in der Schwebe hängt, ist ein Fingerzeig darauf, welche Art von Spielen Xbox in Zukunft machen will. MachineGames liefert lineare, storygetriebene Action-Blöcke mit hohem Wiederspielwert. Das ist exakt das, was Asha Sharma in ihrer „Reset“-Strategie als zukunftsfähig bezeichnet hat.
Arkane Lyon ist noch nicht gerettet: Was die Restrukturierung für Blade bedeutet
Die gute Nachricht: Marvel’s Blade ist nicht gecancelt. Tom Warren von The Verge berichtet, dass das Spiel zwar über Budget läuft und sich verzögert hat, aber aktiv in Entwicklung bleibt. Die schlechte Nachricht: Arkane Lyon selbst steht vor einem langwierigen Konsultationsprozess mit der französischen Arbeitnehmervertretung. Microsoft prüft angeblich „strategische Optionen“ – und hofft, eine Schließung vermeiden zu können.
Das französische Arbeitsrecht macht eine schnelle Entscheidung unmöglich. Der Prozess könnte Monate dauern, und in dieser Zeit bleibt unklar, ob Arkane Lyon eigenständig bleibt, an MachineGames angedockt wird oder doch noch vor dem Aus steht. Wir haben bereits in unserem Bericht darüber geschrieben, wie Xbox trotz der Übernahme von Activision Blizzard Milliarden verbrennt – und genau diese Finanzkrise ist der Grund, warum Studios wie Arkane jetzt ums Überleben kämpfen.