Der Erste Weltkrieg war kein europäisches Phänomen, auch wenn die Geschichtsbücher es oft so darstellen. BlackMill Games weiß das, und deshalb lädt das Studio dich nicht zu den Schützengräben der Westfront ein, sondern in die glühenden Wüsten und verschachtelten Straßen von Kut al-Amara – einem der bedeutsamsten, aber oft übersehenen Schauplätze des Krieges an den Osmananischen Fronten. Gallipoli, das kommende Squad-basierte Mehrspieler-Ego-Shooter-Epos, hat sich während der IGN Fan Fest erstmals in vollem Glanz gezeigt, und das Gameplay-Material zur Belagerung von Kut al-Amara verspricht eine Schlacht, die Wüstenkampf und urbane Gefechte auf unerwartete Weise verschmelzt. Die Erwartungen steigen – und das ist völlig berechtigt.
Kut al-Amara: Vom brennenden Sand in die enge Bazaar
Die Belagerung von Kut al-Amara war 1915/1916 eine der längsten und blutigsten des gesamten Krieges – und BlackMill Games zeichnet sie mit einer Liebe zum Detail nach, die nur Studios entwickeln, die Geschichte als Verpflichtung verstehen. Das Kartenmaterial erstreckt sich über mehrere Phasen und Terrains: sonnendurchglühte Dünen wechseln mit Schützengrabensystemen ab, die Tigris-Uferlandschaft präsentiert sich palmengesäumt und strategisch komplex, und der Weg in die Stadt selbst führt dich durch enge Bazaar-Gassen, wo jeder Winkel zu einer Schießerei wird. Das ist kein abstraktes Schlachtfeld – das sind reale Orte mit Namen und Geschichte. Besonders bemerkenswert: das britische „Mud Fort“, eine historische Festung, die im Spiel als spielbare Hauptstellung fungiert. Es ist dieser Detailreichtum, der Gallipoli von reinen Shooter-Abstraktion unterscheidet.
Ein Arsenal aus Notwendigkeit – die exotischen Waffen des Ostfronts
Was macht die Belagerung von Kut al-Amara spielerisch interessant, ist auch das Waffenarsenal, das hier Verwendung fand. Die Osmanen hatten Zugriff auf ältere Waffen, die 1915 bereits als überholt galten – und doch musste jede verfügbare Feuerkraft genutzt werden. Die amerikanische Peabody-Martini M1874 kehrt auf das Schlachtfeld zurück, eine Waffe, die in vorherigen Weltkriegen bereits Dienst geleistet hatte. Die Hotchkiss Portative Mk.I bietet mobile Feuerkraft, ähnlich dem berühmten Lewis Gun, jenem ikonischen Gerät der Grande Guerre. BlackMill Games hätte diese Waffen ignorieren können – statt dessen haben sie sie ins Spiel integriert, weil sie real waren. Das ist das Gegenteil von gamifiziert-historisch; das ist gewissen- und detailorientiert.
Squad-Play, Klassen-Spezialisierungen und KI-Verbündete
Gallipoli ist nicht nur ein visuelles Spektakel, sondern ein taktisches Mehrspieler-Erlebnis. Du kämpfst in Squads, wählst deine Klasse mit ihren spezifischen Spezialisierungen und musst wissen, dass dein Überleben vom Teamspiel abhängt. Unterdrückungsfeuer ist real, Staub behindert die Sicht, und künstliche Intelligenz-Soldaten weben sich in das Gefecht ein – sie sind nicht unbesiegbar, aber präsent. Cross-Play über PC und Konsolen bedeutet, dass die Spielerbasis groß bleibt, und die Möglichkeit, auch Bot-gesteuerte Gegner zu aktivieren, ermöglicht flexible Spielmodi. Gallipoli startet 2026 auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S – ein Zeitpunkt, der perfekt ist für ein Spiel dieser Kaliber.
