Die Ankündigung, dass das Pandämonium namens Borderlands 4 auch Nintendos neue Hardware-Generation erobern würde, löste bei vielen Fans eine Welle purer Euphorie aus. Das aberwitzige, beutegeladene Chaos endlich überall und jederzeit entfesseln zu können – eine wahrhaft glorreiche Vorstellung. Doch nun, da sich der Staub der ersten Ankündigungen legt, enthüllt der offizielle FAQ-Bereich eine Reihe von Kompromissen, die diesen Traum mit einem bitteren Beigeschmack überziehen. Es zeichnet sich das Bild eines Ports ab, der auf dem Altar der Portabilität schmerzhafte Opfer bringen muss.
Das Herzstück, das herausgerissen wurde
Der wohl schmerzhafteste und für viele unverzeihlichste Einschnitt ist die vollständige Streichung des lokalen Split-Screen-Koop-Modus. Ja, du hast richtig gelesen. Eine der tragenden Säulen der Borderlands-DNA, das gemeinsame Chaos mit Freunden auf einer Couch, wird es auf der Switch 2 schlichtweg nicht geben. Diese Entscheidung wiegt umso schwerer, wenn man sich die blumigen Worte von Gearbox-CEO Randy Pitchford ins Gedächtnis ruft, der die Switch 2 als „unglaubliche Maschine“ pries, die perfekt dafür sei, sich „mit Freunden zu verbinden“. Diese Verbindung scheint nun ausschließlich digitaler Natur zu sein, denn als schwacher Trost bleibt lediglich das von Anfang an verfügbare, vollständige Crossplay mit allen anderen Plattformen.
Technische Fesseln und die späte Ankunft
Doch der fehlende Split-Screen ist nur die Spitze des Eisbergs der Enttäuschungen. Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das Spiel auf der Nintendo-Konsole mit einer Bildrate von 30 FPS festgetackert sein wird. Ein Wert, der in der heutigen Zeit, wo 60 FPS auf den potenteren Konsolen als Standard gelten, bei vielen für ein spürbares Naserümpfen sorgt. Als wäre diese technische Drosselung nicht schon genug, müssen Switch-2-Spieler auch noch eine Extraportion Geduld mitbringen. Während die Kammerjäger auf PC, PS5 und Xbox Series X/S bereits am 12. September loslegen, öffnet sich das Portal nach Pandora für Nintendo-Jünger erst drei Wochen später, am 3. Oktober.
Ein vergoldetes Trostpflaster?
Man bekommt also eine technisch abgespeckte, in ihrem Kern-Feature beschnittene und obendrein verspätete Version des Spiels. Ein kleines, vergoldetes Trostpflaster in Form des „Gilded Glory Pack“ für Vorbesteller kann da kaum über den faden Beigeschmack hinwegtäuschen. Die Summe dieser Kompromisse zeichnet das Bild eines Ports, der sich wie zweite Wahl anfühlt. Es bleibt abzuwarten, ob die finale Performance auf der Konsole überzeugen kann und ob der unbestreitbare Reiz der Portabilität ausreicht, um über diese signifikanten Mankos hinwegzusehen. Die anfängliche Euphorie ist jedenfalls einer gesunden Portion Skepsis gewichen.